
Immerhin sechs Bands mit dem griffigen Namen DEATHCULT gibt oder gab es bislang. Während der Autor dieser Zeilen beim Studieren der Review-Excel an die gleichnamigen Schweizer Death Metaller gedacht hat, handelt es sich hierbei um die norwegische Black-Metal-Band, die nach “Cult Of The Dragon” (2007) und “Cult Of The Goat” (2017) nun das klar in der selben Tradition stehende “Cult Of The Dog” über Soulseller veröffentlicht.
Dabei ist uns bewusst, dass mit TAAKE-Chef Høst, der mit seiner Hauptband schon mehr als nur ein Mal die ‘Provokation’ weit jenseits der Kunstfreiheit geparkt hat, einer der größten Edgelords der weltweiten Black-Metal-Szene, hier den Bass bedient. Nicht, dass noch jemand vergisst, dass der Typ ein ziemlicher Hørst ist.
DEATHCULT bleiben ihrer Linie treu
Mit “Cult Of The Dog” verhält es sich so ähnlich, wie es RUNNING-WILD-Kapitän Rock’n’Rolf in den Neunzigern über seine neuen Alben ausdrückte: DEATHCULT werden keine neuen Fans hinzugewinnen, aber auch keine alten verlieren. Stilistisch gibt es kaum Unterschiede zu den ersten beiden Alben. Der Black Metal der Bergener klingt nach wie vor raubeinig und rotzig und dürfte bei Fans von URGEHAL, TSJUDER und Konsorten einigen Anklang finden. Besonders erwähnen müssen wir die saftig-rohe und dennoch sehr druckvolle Produktion, die sich auch andere Bands gern abschauen dürfen.
Leider geht das Konzept von DEATHCULT nur über die erste Hälfte der Platte wirklich auf. Die ersten drei, allesamt etwas länger geratenen Songs funktionieren alle nach dieser Machart, spucken hin und wieder ein gefälliges Riff aus der DESTRUCTION-Schule in den Brei und kommen gut auf den Punkt. Ab “Eat Broken Glass” und “Pseudocommando” funktioniert das nicht mehr. Die Angriffslust wirkt zahm, das rotzige Element albern und wenn DEATHCULT versuchen, dem ganzen eine punkige Note zu geben, wirken sie schlichtweg unglaubwürdig. Dem können auch die beiden Schlusstracks “Hyperviolence” und “Imperium Satana” nicht mehr viel hinzufügen.
Um welchen Hund geht es eigentlich?
Nach einem gelungenen Einstieg wirkt die zweite Hälfte von “Cult Of The Dog” unangenehm zahm und lieblos. Zwar sind DEATHCULT immer noch um einiges glaubwürdiger und konziser als ihrer Zirkel-Brüder von beispielsweise SVARTTJERN, die sich innerhalb eines ähnlichen Rahmens bewegen. Welcher Hund mit dem “Cult Of The Dog” gemeint ist, wissen wir nicht, aber zwischen den möglichen Extrema Kangal und Chihuahua sind DEATHCULT vielleicht ein Deutscher Pinscher: Man erkennt ihn als Hund, er ist bei guter Erziehung auch nett und schön anzusehen, aber wenn man ein charakterstarkes oder besonders eindrucksvolles Tier sucht, wählt man vielleicht einen anderen Artgenossen. Viel spannender als diese Platte ist eigentlich die Frage, warum bei Soulseller so selten guter Black Metal erscheint – und wer von euch seine Haustiere eigentlich nach Black-Metal-Musikern benannt hat!

Johannes Werner































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