My Demon - Deathtosterone

Review

Mit „Deathtosterone“ melden sich MY DEMON zwei Jahre nach ihrer Gründung mit einer fünf Songs umfassenden EP in Eigenregie. Das Quartett um Ex-BRAINDEADZ-Sänger Jason Sanati legt sich dabei grundsätzlich auf Thrash und Groove Metal fest. Diesem Fundament mischen MY DEMON Einflüsse weiterer Subgenres bei. Passend dazu haben sich die Hessen auf Bandcamp die Tags „Black Metal“, „Death Metal“, „Groove Metal“, „Thrash Metal“ und schlicht „Metal“ verpasst. Böse Zungen würden das als stilistische Orientierungslosigkeit abkanzeln, wahrscheinlich probiert die Band aber gerade aus, was ihr liegt.

MY DEMON suchen ihr Revier

Einen überzeugenden Einstand liefert „Bleed For Me“. Stoische Grooves treffen auf melodische Gitarrenlinien, während Jason Sanati zwischen unterschiedlichen Ausdrucksformen wechselt. Überhaupt gehört sein variabler Gesang zu den auffälligsten Merkmalen von „Deathtosterone“. Auch der Bass bekommt in der Produktion erfreulich viel Raum. Weniger glücklich gerät dagegen der etwas dumpfe Drumsound, der den Songs stellenweise Wucht nimmt.

Danach zeigen MY DEMON, wie breit sie ihr Feld abstecken. „Killing Machine“ setzt stärker auf Groove, „More Demon Than Demon“ auf schleppendes Midtempo. „Permafrost“ gewinnt durch seine düstere Atmosphäre und Black-Metal-Versatzstücke ein eigenes Gesicht, bevor „Crawling Under Your Skin“ als Halbballade noch einmal einen deutlichen Kontrapunkt setzt.

„Deathtosterone“ serviert gemischte Appetizer

Damit hat jedes Stück auf „Deathtosterone“ eine eigene Identität. Das spricht einerseits für kompositorische Vielfalt, macht die EP andererseits aber zu einer Platte gemischter Appetizer: Fast jeder dürfte darauf etwas Leckeres finden, richtig satt macht die Zusammenstellung noch nicht. Vor allem fehlen den fünf Songs die Widerhaken, die sich dauerhaft festsetzen. Zwischen den hörbaren Einflüssen von PANTERA bis LAMB OF GOD zeichnet sich zudem noch keine ganz eigene Handschrift ab.

„Deathtosterone“ wirkt vor diesem Hintergrund wie eine Momentaufnahme der eigenen Stilsuche. MY DEMON zeigen, dass sie Groove, Härte, Melodie und Atmosphäre beherrschen. Für den nächsten Schritt müssen die Hessen daraus vor allem einen eigenen roten Faden spinnen.

15.10.2026

From the Underground and Below

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