
Insomnium
Von isolierten Finnen und der letzten Bar des Lebens
Interview
Bald 30 Jahre haben die finnischen Melodeath-Urgesteine INSOMNIUM auf dem Buckel. Kurz vor dem Bandjubiläum veröffentlichen sie ihr zehntes Studioalbum „Netherworlds“. Gitarrist Markus Vanhala spricht über das Albumkonzept und erzählt, wieso sich die Bandmitglieder im Studio nicht einmal gesehen haben. Außerdem geht es um die Kollegen von AMORPHIS, KI-Fails, untergetauchte Bandkumpanen und die Zeugen Jehovas.

„Netherworlds“ ist das zehnte Studioalbum, also schon ein Meilenstein, oder? Wie seid ihr beim Schreiben und Aufnehmen mit diesem Gedanken im Hinterkopf vorgegangen?
Markus: Bei [meiner anderen Band] OMNIUM GATHERUM war es genauso: Sie haben gerade ihr zehntes Album gemacht, und „Netherworlds“ ist das zehnte Album von INSOMNIUM. Bei beiden Bands habe ich mir gedacht, dass das zehnte Album etwas Besonderes ist, weil es nicht so viele Bands gibt, die zehn Alben schaffen. Gleichzeitig fühle ich mich deshalb ziemlich alt, aber ich bin auch wirklich stolz auf das Vermächtnis, das wir uns auf diesem langen Weg aufgebaut haben.
Kurz vor diesem INSOMNIUM-Album haben wir die Jubiläumstour zu „Shadows Of The Dying Sun“ gemacht. Wir waren also von dem alten Album inspiriert und hatten den Gedanken, mit Album Nummer zehn einen Schritt zurückzugehen. Ich denke, „Netherworlds“ ist ein großer Schritt zurück in die alte Welt von INSOMNIUM. Wenn du das mit „Anno 1696“ vergleichst, das ziemlich düster und für INSOMNIUM-Verhältnisse extrem war.
„Netherworlds“ ist eher wie „Heart Like A Grave“ oder „Shadows Of The Dying Sun“. Das war zumindest, was mir beim Schreiben der Musik durch den Kopf gegangen ist. Ich glaube, wir haben sogar gesagt: „Lasst uns ein Album mit Hitpotenzial machen, ein altes INSOMNIUM-Album für Dummies.“ Und ich glaube, genau das ist im Grunde passiert. Da ist natürlich etwas Altes und etwas Neues dabei und definitiv auch etwas Geliehenes.

Insomnium sind (v.l.): Markus Vanhala, Ville Friman, Niilo Sevänen, Tomy Laisto, Markus Hirvonen. © Terhi Ylimäinen.
Stichwort neu und geliehen: Ihr habt mit „The Cold Song“ euer erstes Cover gemacht. Was gibt es sonst Neues?
Markus: Wir haben zum allerersten Mal mit einem richtigen externen Produzenten gearbeitet, Miiro Varjus, der mit all meinen Bands schon als Gitarren- oder Monitor-Tech gearbeitet hat. Er ist ein wirklich guter Freund von mir. Und er ist auch ein guter Produzent. Er kam schon in einer ziemlich frühen Phase dazu, als wir die Demos für das Album gemacht haben. Er hat sich die Demos angehört, war hier bei mir im Heimstudio, zusammen mit mir und der Band, hat mitgehört und war fast wie ein Mitglied der Band, aber eben trotzdem der externe Typ.
Denn Album Nummer zehn und eine Band, die versucht, wie das alte INSOMNIUM zu klingen – das klingt alarmierend. Das klingt so, als würdest du dich wiederholen und etwas Langweiliges machen. Das war ein schmaler Grat, denn für uns als Band wäre es definitiv langweilig, immer dasselbe zu machen. Und dann musst du auch noch deine alten Fans zufriedenstellen. Aber natürlich denkst du als Komponist nicht allzu viel darüber nach. Du musst zuerst dich selbst zufriedenstellen und dann deine Bandmitglieder, und vielleicht kommt dabei dann wirklich etwas heraus, hoffentlich.
Aber Miiro hat wirklich verstanden, was das Herz von INSOMNIUM ausmacht, und er hat viel dabei geholfen, neue Arrangements für die Songs zu entwickeln und auf eine neue Art zu arbeiten. Es hat sich im Studio erfrischend angefühlt, etwas anders zu machen. Ich finde wirklich, dass das Album durch Miiros Herangehensweise frisch klingt. Wir haben also in vielerlei Hinsicht außerhalb der guten alten INSOMNIUM-Box gedacht.
„Netherworlds“ ist das erste Studioalbum für euren „neuen“ Gitarristen Tomy Laisto. Was war sein Einfluss, und wie war euer Prozess im Allgemeinen?
Markus: So viel hat sich nicht verändert, aber Tomy hat einen Song beigesteuert, „The Banished“. Und er ist natürlich auch einer der Sänger. Jetzt sind es Tomy, Ville und ich, die clean singen. Jeder singt bei seinen eigenen Songs die Lead-Vocals. Ich singe bei „Shadowlife“ und „Journey’s End“ und bei diesem einen Song auf dem Artbook, und Ville singt bei „Ethereal Sleep“. Singt Ville bei „Remembrance“? Ich sollte mir dieses Album öfter anhören [lacht].
Wenn das Album fertig ist, versuche ich, so weit wie möglich Abstand davon zu gewinnen, weil ich es zu oft gehört habe. Dann habe ich ein paar Monate lang Pause davon. Wenn wir dann mit dem Touren anfangen, höre ich mir das Album wieder an und lerne die Songs neu. So vermeidest du, dass du dein neues Zeug nicht hasst. Denn während des Aufnahme- und Mixing-Prozesses hörst du das Album ungefähr eine Zillion Mal und fängst an, die Songs zu hassen.
Und dann war „Netherworlds“ von allen Alben, die ich in meiner Karriere gemacht habe, das erste, bei dem keines der Bandmitglieder gleichzeitig mit den anderen im Studio aufgenommen hat. Eine sehr finnische Art, das zu machen, wirklich unsozial, nur zusammen mit dem Produzenten. Das einzige Mal, dass ich mit einigen der Jungs zusammen war, war bei einem Tag für den Gitarren-Soundcheck von Tomy, Ville und mir.
Wir werden langsam zu finnisch: Man sieht nicht einmal mehr seine Bandmitglieder, wenn man ein Album aufnimmt. Da ist niemand, der mit einer Bierflasche in der Hand hinter dir steht und sagt: „Du solltest besser singen, besser spielen“ [lacht]. Also mir gefällt diese Art zu arbeiten.

Insomnium – „Netherworlds“-Cover
Beim Schreiben wart ihr aber schon in Kontakt, oder?
Markus: Ja, beim Schreiben schon. Und als wir die Songs geschrieben haben, waren wir tatsächlich mehr miteinander in Kontakt, als wir es seit vielen, vielen Jahren bei INSOMNIUM gewesen waren. Wir haben tatsächlich alle zusammengesessen, die ganze Band, und haben uns Demos angehört, Bier getrunken und Ideen entwickelt. Das war also die geselligere Seite, bevor die Aufnahmen begonnen haben. Ich denke, irgendwo da liegt dann die Balance, und dann gleicht sich das aus.
Die Texte stammen ja nicht von dir, aber was ist deine Verbindung zum Konzept und welche Songs liegen dir besonders am Herzen?
Markus: Niilo und Ville schreiben natürlich die Texte. Mein Beitrag zu den Texten war aber, dass ich gesagt habe, bitte lasst uns ein Konzept machen, das sich stärker mit dem normalen Leben der Menschen verbindet. Nicht wie „Anno 1696“, das eine historische Geschichte war, oder „Winter’s Gate“, das eine Geschichte über Wikinger war. Und dann habe ich gesagt, lasst uns bitte etwas mehr in Richtung „Heart Like A Grave“ machen oder so. Etwas, das einen direkt ins Herz trifft und mit dem sich die meisten Menschen in Bezug auf den Inhalt der Texte leicht identifizieren können.
Und dann haben wir beschlossen, dass es um diese Art von Traum- oder Unterwelt zwischen zwei Welten gehen soll, die „Netherworlds“. Und da wir langsam alt werden, fangen die Menschen um dich herum an zu sterben. Das ist eine traurige Tatsache. Und auch deine Tiere, was die traurigste Tatsache überhaupt ist. Im Konzept geht es also um diese Traumwelt und darum, dass deine gefallenen nahestehenden Personen und gefallenen Haustiere in deine Träumen kommen, um dich zu begrüßen. Sie begrüßen dich im Schlaf, und das ist irgendwie eine Art, sie zu feiern.
Diese Unterwelt ist ein Ort, an dem du auf eine verträumte Weise in das eigentliche Jenseits gehst. Mein persönlicher Favorit ist definitiv „Journey’s End“. Das ist eine wirklich großartige Geschichte und ein wirklich großartiger Abschluss für dieses Themenalbum. Es erzählt die Geschichte von einem alten Gasthaus zwischen zwei Welten, in das ein alter Abenteurer, ein alter Wanderer, für sein letztes Bier im Leben geht. Und dieses Gasthaus ist im Grunde eine Metapher für das, was manche religiösen Menschen Himmel nennen würden und was die Wikinger Walhalla nennen würden. Aber wir sind keine religiösen oder politischen Menschen. Mir gefällt diese Vorstellung, dass es am Ende deines Lebens einfach eine alte Bar gibt, in der du all deine verlorenen Angehörigen triffst, und alle Menschen sind dort glücklich, und niemand hat es eilig, irgendwohin zu gehen.
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Da gibt es diese eine Zeile, die lautet, „all are welcome, all are offered a place to stay“. Religionen sind normalerweise nicht so inklusiv.
Markus: Ja, INSOMNIUM sind besser als Jesus oder Gott, weil jeder willkommen ist [lacht]. Oder auch besser als der Teufel, weil der Teufel keine religiösen Menschen will.
Ich hatte tatsächlich mal ein nettes Gespräch mit einem Zeugen Jehovas, der mich angerufen hat, wie sie das eben machen: „Möchtest du über Jesus sprechen?“ Und ich war zuerst so: „Nein.“ Ich war gerade in meinem Heimstudio und habe irgendwelche langweiligen Audiosachen gemacht, die ich bouncen musste, und das dauert ziemlich lange. Und dann dachte ich: „Oh ja, eigentlich ist mir langweilig. Ich muss nur diese Leertaste drücken. Du kannst mir alles erzählen.“
Dann hat dieser Typ angefangen, mir etwas über Jesus und den Himmel zu erzählen. Und ich hatte eine Menge Fragen, so nach dem Motto: „Oh, warum können Sünder nicht dorthin? Und warum ist das nur für Menschen? Warum können Tiere nicht dorthin?“ Und am Ende war dieser Zeuge Jehovas wirklich nachdenklich. Ich hatte zu viele Fragen gestellt, die er nicht beantworten konnte, und so hat er angefangen, seine eigenen Aussagen zu hinterfragen. Nach dem Motto: „Ich weiß eigentlich gar nicht, warum Tiere nicht in den Himmel kommen können.“ Aber ich hatte meinen Spaß, und dieses Gespräch hat damit geendet, dass dieser Zeuge-Jehovas-Typ das Gespräch beenden wollte, während ich fand: „Hey, lass uns weiterreden. Ich habe noch Zeit.“
Du hast ihn zum Death Metal konvertiert.
Markus: Ja, wahrscheinlich. Er hat mit dem Zeug der Zeugen Jehovas aufgehört und ist Atheist geworden. Hoffentlich.
Nächstes Thema. Die Leute reden natürlich immer über die schönen Dinge beim Aufnehmen eines Albums, und das sind auch die Dinge, an die man sich erinnern möchte. Aber was war etwas, das wirklich nervig war, oder etwas, das schiefging, oder etwas, das einfach wirklich scheiße gelaufen ist?
Markus: Das ist normalerweise eine finnische Art zu denken. Man sagt zuerst, was schlecht war und was noch schlechter war und was scheiße war. Ich glaube nicht, dass beim Machen dieses Albums irgendetwas wirklich scheiße war. Aber es war wirklich schwierig, überhaupt mit dem Album anzufangen. Ich habe mir Stress gemacht, weil meine persönlichen Zeitpläne wegen einiger Bands ziemlich voll sind. Und dann wurde der Zeitplan für „Netherworlds“ wirklich eng, und ich dachte: „Wir müssen anfangen zu arbeiten.“ Dann fing irgendwann jeder an, Musik zu schreiben, was großartig war, und dann hatten wir ziemlich schnell viel Material. Das war also nicht scheiße. Das war schön.
Ein bisschen scheiße war, als wir diese Musikvideos mit Patric Ullaeus gemacht haben. Da wurde ein bisschen zu viel KI eingesetzt, besonders bei „Arch Of The Sky“. Die Leute fanden es scheiße, dass KI verwendet wurde, und wir fanden es auch scheiße. Ich würde niemals Kunst mit KI machen. Und natürlich verstehe ich, dass es sich um Computerbearbeitung handelt. Das ist etwas anderes. Aber ich glaube, dass unser Label Sony Music das Musikvideo zu „Arch Of The Sky“ jetzt rausnimmt, weil zu viel KI darin steckt, was nicht deren Richtlinien entspricht. Das ist für mich in Ordnung, weil ich das auch nicht mag. Ich glaube, das gibt mir irgendwie Hoffnung für die Welt, dass es entfernt wird. Aber natürlich ist es scheiße, dass wir extra nach Schweden gefahren sind, um das Video zu drehen.
Natürlich war es auch scheiße, dass mein bester Kumpel, Gitarrist Jani [Liimatainen], vor diesem Album verschwunden ist. Er ist später in Brasilien wieder aufgetaucht. Ich musste mich ziemlich lange damit auseinandersetzen, weil wir so gute Freunde waren und es immer noch sind. Ich habe ihn letztes Jahr auf der CEMETERY-SKYLINE-Tour in Brasilien getroffen, und alles war wie früher. Kein böses Blut. Aber natürlich war es ein harter Brocken für mich, Jani aus der Band zu verlieren. Aber zumindest habe ich jetzt meinen anderen Kumpel Tomy dabei, und wir sind seit 25 Jahren befreundet. Also, Gutes und Schlechtes und am Ende doch wieder Gutes.

Insomnium – Rockharz Open Air 2025 – Markus Vanhala und Tomy Laisto
Ihr habt noch mehr Tomis auf dem Album. Bei „The Hour Grows Late“ habt ihr drei Gäste von AMORPHIS dabei. Das sind ziemlich viele Gäste für einen Song. Wie kam es dazu?
Markus: Das muss ich korrigieren. Es sind Santeri [Kallio] von CEMETERY SKYLINE, Tomi Koivusaari von ABHORRENCE und Tomi Joutsen von DEAD TALKS. Alle auch bekannt aus einer Band namens AMORPHIS [lacht]. Ja, das war ein zu guter Zufall, um ihn nicht auszunutzen. Als ich diesen Song komponiert habe, habe ich dieses trippy Keyboard-Solo mit meinen begrenzten Fähigkeiten gespielt und sofort gedacht: „Ich will meinen guten Kumpel Santeri dazu bringen, dieses Keyboard-Solo zu spielen, weil das genau sein Ding ist.“
Das war also mein Beitrag zu diesem Song: Ich wollte Santeri mit dabeihaben. Aber ich habe Miiro, dem Produzenten, nichts davon erzählt. Als wir dann im Studio waren und das Album aufgenommen haben, meinte Miiro, der auch für AMORPHIS arbeitet, dass er es cool fände, beide Tomis auf diesem Album singen zu lassen: den, der growlt, und den, der nur clean singt. Und dann habe ich sofort gesagt: „Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, Santeri bei diesem Song dabei zu haben.“ Und das hat dann perfekt gepasst. Wir dachten also, holen wir einfach die halbe Besetzung von AMORPHIS für diesen Song dazu.
Es ist großartig geworden. Und ich glaube, dass es irgendwie eine kulturelle Sache ist, Tomi Koivusaari hier growlen zu lassen, weil er Growlen nicht mag. Und jeder bei INSOMNIUM und jeder im finnischen Metal liebt „Tales From The Thousand Lakes“ und „The Karelian Isthmus“ von AMORPHIS, wo Koivusaari gegrowlt hat. Und ich bin stolz darauf, dass wir ihn auf unserem Album zum Growlen gebracht haben, und er hat es wirklich gut gemacht.
Mit AMORPHIS geht ihr auch auf Tour, erst in Nordamerika und dann im Januar und Februar bei uns. Können wir also vielleicht einen Gastauftritt erwarten? Und worauf freust du dich besonders?
Markus: Ich rechne einfach mit einer guten Zeit, weil ich die Jungs von AMORPHIS liebe und ihre Gesellschaft immer genieße. Und auf der Tour ist auch eine meiner neueren Lieblingsbands dabei, UNTO OTHERS. Ich freue mich also wirklich darauf, sie jeden Abend live zu sehen, weil ich sie bisher noch nicht gesehen habe und ihre Alben liebe.
Aber was die Gastauftritte angeht, weiß ich nicht, denn wir spielen mit AMORPHIS über 50 Shows. Ich weiß nicht, ob sie jeden Abend kommen und diesen Song mit uns spielen wollen. Ich glaube nicht. Ich kenne die Jungs wirklich gut, deshalb glaube ich, dass es sie irgendwann nerven würde, wenn wir sie jeden Abend bitten würden, mit uns auf die Bühne zu kommen. Aber hoffentlich wird es an ein paar besonderen Abenden passieren.
INSOMNIUM auf Tour mit AMORPHIS 2027 (Auswahl):
22 JAN – HAMBURG, DE – GROSSE FREIHEIT 36
23 JAN – LEIPZIG, DE – HAUS AUENSEE
24 JAN – BERLIN, DE – HUXLEYS NEUE WELT
28 JAN – VIENNA, AT – ARENA
29 JAN – MUNICH, DE – BACKSTAGE
30 JAN – WIESBADEN, DE – SCHLACHTHOF
05 FEB – STUTTGART, DE – WAGENHALLEN
06 FEB – PRATTELN, CH – Z7 KONZERTFABRIK
13 FEB – OBERHAUSEN, DE – TURBINENHALLE 2
Bevor wir zum Abschluss kommen, habe ich noch eine etwas gemeine Frage, bei der es nicht ums Album geht. Stell dir zwei Szenarien vor. Szenario eins: Ab jetzt kannst du nur noch Musik hören, die nach diesem Zeitpunkt veröffentlicht wird. Szenario zwei: Du kannst nur noch Musik hören, die bisher veröffentlicht wurde.
Markus: Das ist für mich wirklich einfach. Du kannst jetzt aufhören, Musik zu veröffentlichen, und ich wäre glücklich. Ich höre eigentlich nicht einmal so viel neue Musik, weil ich irgendwie oldschool bin. Ich mag alten Death Metal und alten Rock und alten Pop. Ich kenne mich mit neuer Musik nicht besonders gut aus. Ab und zu versuche ich es, und scheitere. Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel, aber meistens schaue ich mir nicht so viel neue Musik an. Ich sollte das öfter tun, und ich fühle mich deswegen schlecht, aber ich bin einfach nicht interessiert. Es gibt einfach so viel gute alte Musik, die ich ständig neu entdecke. Das war also keine gemeine Frage. Das war für mich eher einfach.
Gut, ein weiterer Versuch. Du bist Rechtshänder, richtig? Hättest du lieber zwei linke Hände oder zwei rechte Hände? Du müsstest dann entweder das Greifen oder das Anschlagen mit der falschen Hand neu lernen.
Markus: Das ist eine interessante Frage. Jetzt muss ich hier eine Gitarre nehmen [greift zur Gitarre].
Deine Finger zeigen dann in die falsche Richtung. Du hättest die Daumen auf derselben Seite.
Markus: Oh ja. Ich hätte fast zwei linke Hände gesagt, weil die linke Hand greift, was schwieriger ist. Aber jetzt, wo du das mit den Daumen gesagt hast, ist es unmöglich – wenn dein Daumen hier ist, ist es unmöglich, so zu spielen. Also wären es vielleicht zwei rechte Hände. Ja, da hast du mich erwischt. Ich hätte fast zwei linke Hände gesagt, aber jetzt entscheide ich mich für zwei rechte Hände. Also diesmal kein ‚left hand path‘.

Insomnium Autogrammstunde – Summer Breeze Open Air 2024
Wir kommen zum Ende und damit zur Zukunft. Von der Tour abgesehen, nächstes Jahr ist das 30-jährige Jubiläum von INSOMNIUM und das 25-jährige Jubiläum des Debütalbums „In The Halls Of Awaiting“. Gibt es dafür besondere Pläne?
Markus: Wir verpassen diese Jubiläen immer. Zum Beispiel ist jetzt das Jubiläum von „Winter’s Gate“. Wir haben uns gedacht: „Warum haben wir nicht das zehnjährige Jubiläum von Winter’s Gate gefeiert? Das hätten wir machen sollen.“ Und das 20-jährige Jubiläum von „Above The Weeping World“, was mein Lieblingsalbum von INSOMNIUM ist. Ich kann das ehrlich sagen, weil ich da noch nicht in der Band war. Ich war also ein echter Fan. Aber das 30-jährige Jubiläum der Band, das ist irgendwie ein Muss. Wir müssen etwas machen. Aber wir werden sehen. Wir sind ziemlich schlecht in solchen Dingen.
Dieses Jahr ist auch das 30-jährige Jubiläum von OMNIUM GATHERUM, und auch das verpassen wir, weil wir normalerweise einfach nicht über solche Dinge nachdenken. Wir denken eher über die Zukunft oder neue Musik nach, als in Erinnerungen zu schwelgen. Jetzt liegt der Schwerpunkt natürlich auf den Songs von „Netherworlds“. Also mal sehen, was wir uns einfallen lassen. Keine Versprechen.
Dann mal wieder vielen Dank für das Interview! Wir sehen uns auf Tour. Und für das Summer Breeze seid ihr ja auch schon bestätigt.
Markus: Ja. Wir werden da sein, und ich werde ziemlich oft da sein, weil danach THE HALO EFFECT, LACUNA COIL und OMNIUM GATHERUM kommt, direkt nach der INSOMNIUM-Tour. Ich werde also praktisch den ganzen Anfang des nächsten Jahres größtenteils in Deutschland sein. Und das Summer Breeze ist so ziemlich mein Lieblingsfestival, deshalb freue ich mich darauf!
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| Band | |
|---|---|
| Stile | Melodic Death Metal |
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Insomnium auf Tour
| 18.08. - 21.08.27 | metal.de präsentiertSummer Breeze Open Air 2027 (Festival)Summer Breeze Legends & Orchestra, Electric Callboy, Edguy, Children Of Bodom, Blue Medusa, Lord Of The Lost, Wind Rose, Saltatio Mortis, Hammerfall, Eluveitie, Halestorm, Finntroll, H-BlockX, Mono Inc., Warkings, Dark Funeral, Swiss & Die Anderen, Clawfinger, Atreyu, Emil Bulls, Shadow of Intent, Carnifex, Equilibrium, Gaerea, Long Distance Calling, Combichrist, Wolfheart, Samurai Pizza Cats, Kupfergold, The Browning, Ellende, Ahab, Regarde Les Hommes Tomber, Hiraes, Lavina, The Night Eternal, Fleshgod Apocalypse, Nasty, Gutalax, Spitting Glass, Angelus Apatrida, Anaal Nathrakh, Necrotted, Left To Suffer, Mittel Alta, Any Given Day, Evil Invaders, Insomnium, End Of Green, Burning Witches, Defiance HC, Accvsed, Sunborn und AsenblutSummer Breeze Open Air, Dinkelsbühl, Dinkelsbühl |
Angela



















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