Mother Of Graves - The Light That Keeps Us

Review

Mit „The Light That Keeps Us“ führen MOTHER OF GRAVES ihren melodischen Death Doom weiter und gewinnen dabei an eigener Kontur. „The Periapt Of Absence“ war bereits ein gutes Album, dessen Nähe zu frühen KATATONIA allerdings einen beträchtlichen Teil des Höreindrucks bestimmte. Der Nachfolger lässt deutlicher erkennen, was die Amerikaner innerhalb dieses vertrauten Umfelds selbst zu sagen haben. Schwere Riffs, melancholische Leads und tiefes Growling bleiben die Grundlage, bieten aber mehr individuelle Nuancen, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Vertraute Nähe, eigene Nuancen

„Brave Murder Day“ bleibt ein naheliegender Bezugspunkt. Manche Passagen und ganze Leads hätten in ihrer Form, ihrem Ablauf und ihrem Feeling ebenso auf dem KATATONIA-Klassiker stehen können. Die Riffs schaffen vertraute Nähe, verdecken stellenweise aber auch die eigene Handschrift. Vor allem die Dynamik zwischen vorwärtsdrängender Härte und beharrlich kreisenden Melodien fängt viel von jenem Neunzigergefühl ein.

MOTHER OF GRAVES darauf zu reduzieren, würde dem Album jedoch nicht gerecht. „The Silent Weight Of The Stars“ besitzt einen ausgeprägten KATATONIA-Vibe, setzt mit seinen Flageoletts aber zugleich Akzente, die man bei den frühen Schweden so nicht zu hören bekam. Solche Details verändern den Ausdruck und schaffen eigene musikalische Räume. Gerade beim erneuten Hören treten diese Eigenheiten deutlicher hervor und geben der vertrauten Stimmung eine persönliche Note.

Die Melancholie trägt die Songs, während die Death-Metal-Härte ihnen Gewicht und Bewegung verleiht. MOTHER OF GRAVES finden darin eine überzeugende Balance, die auch unabhängig von den Erinnerungen berührt, die ihre Gitarren zunächst wecken. Dan Swanö hat erneut das Mastering übernommen und diesmal auch Gastgesang zu „Wingless Soul“ beigesteuert.

Ein Schluss mit Perspektive

Den besten Ausblick geben „The Beggar’s Allegory“ und „The Endless Climb“. In den letzten beiden Stücken löst sich die Band deutlich von den zuvor stärker präsenten Mustern, ohne an emotionaler Kraft zu verlieren. Die eigene Identität steht hier stärker im Mittelpunkt und zeigt, welchen Weg MOTHER OF GRAVES auch mit weniger ausgeprägten Reminiszenzen gehen könnten. Darin liegt neben den individuellen Details der Fortschritt gegenüber „The Periapt Of Absence“: Die Band erweitert ihre Ausdrucksmöglichkeiten und gibt ihren Songs mehr eigenes Profil.

„The Light That Keeps Us“ entwickelt die Qualitäten des guten Vorgängers weiter. Die Parallelen zu „Brave Murder Day“ bleiben unüberhörbar, erklären aber längst nicht alles, was MOTHER OF GRAVES hier gelingt. Überzeugender melodischer Death Doom mit eigenen Akzenten und einem besonders gelungenen Schluss.

 

13.10.2026

- perfection is the end of everything -

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