Divine Lust - Divine Lust

Review

DIVINE LUST kommen aus Portugal und mit dieser Scheibe, die via Homerecording entstanden ist, präsentieren sie uns ihr erstes Full-length Album. Zehn Tracks plus ein PC-Videoclip von „Morrigan“ bieten uns die Jungs. Ihre Musik wird oft als Gothic-Doom propagiert und zumindest von der Warte des Easy Listening aus gesehen. Die meisten Songs sind eine Mixtur aus düsteren Klängen und traditionellen Heavy Metal-Elementen, deren Resultat eine, vor allem auf Keyboard basierende, Melodik ist. DIVINE LUST spielen Musik, die eigentlich aufs Nötigste reduziert ist und größtenteils neben Keyboardsounds mit spärlichen Drums, den Härtegrad steigernden Gitarren und „knurrenden“ Basslinien auskommen. In „Embrace“ hören wir subtile, wirbelnde und mit Drumschlägen „spielende“ Violinenlinien, die dem Song eine mit Leichtigkeit emanierende Schönheit hinzufügen. Dieser Track erinnert mich an My Dying Bride. In „Scarlet Room Of Passion“ begeistern uns beruhigende Klaviertöne, tiefe, sehr überzeugende, traurige Vocals und Glockenspiel, die zusammen einen langsamen, von Melancholie und Traurigkeit erfüllten Soundtrack produzieren. Insgesamt wirkt die Musik minimalistisch, aber auch sehr atmosphärisch und entspannend…Dieses Lied endet unerwartet und sehr geheimnisvoll mit mysteriösen, weiblichen, fast geflüsterten Stimmen…Diese Stimmung wird plötzlich durch ein heftiges Gitarrenspiel und lautes Schlagzeug unterbrochen. So fängt das dieses Album abschließende Lied an, das eine harmonische Arbeit zwischen dynamischen und schon fast melancholischen Passagen darstellt. Noch kurz zu den Vocals, die zweifellos dieses Album an Originalität gewinnen lassen: ein cleaner, aussagekräftiger, tiefer Gesang…Mal rauh, mal sanft, mal einfühlsam. Eben immer der jeweiligen Stimmung der Songs angepasst. Angenehm sticht auch der portugiesische Akzent im Englischen heraus. Die Band hat mit „Divine Lust“ ein gutes Album abgeliefert, aber gut genug, um mir künftig in einem Atemzug mit z.B. Anathema über die Lippen zu kommen, sind DIVINE LUST (noch?) nicht.

05.09.2002

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1 Kommentar zu Divine Lust - Divine Lust

  1. Anonymous sagt:

    DIVINE LUST konnten mit ihrem melancholischen Pop-Rock-Gothic-Heavy Metal bereits als Vorgruppe von My Dying Bride und Anathema auftreten und genießen in Lusitanien einen guten Ruf (sind sie gar die neuen Moonspell? *g*). Hier und dort wird die Band in Fanzines als softe Version von MDB charakterisiert, obwohl DL deren Klasse und emotionale Dichte auf "Divine Lust" nicht erreicht. DL präsentiert leider nur wenig Neues – MDB, Anathema, Heavenwood und Fields of the Nephilim geschüttelt, nicht gerührt, mit Keyboards scharf gewürzt, um den leicht faden Geschmack der dünnen Gitarren und der pathetischen (bisweilen feminin klingenden) Gothic-Gesangsstimme zu überdecken – et voilà: DIVINE LUST…

    6/10