Griffin L.O.G. - Sleep Gargoyle

Review

Griffin L.O.G. ist ein Soloprojekt vom Münchner Moritz Hillmayer (Sick’a’Delic, Unholy Seraph) und stellt einen relativ homogenen Spagat zwischen Elektronik und Metal dar. Mal eher Dark-wavig (‚Insomnia‘, ‚Dreaming‘), rockig (‚Dance with me‘, ‚Wasserspeier‘) oder gothisch (‚Deaf Dumb Blind‘, ‚Splitterherzen‘) bündeln sich hier 6 äußerst gelungene Songs zu einer halbstündigen Demo mit jeder Menge Herzblut. Die Texte zeigen sich dabei abwechselnd deutsch und englisch, meist aber ziemlich clever und vorgetragen von einem dynamischen Wechselgesang aus gesprochenen Passagen und dämonenhaften Screams.
Viel zu meckern gibt es wahrlich nicht. Zwar gönnt sich der düsterelektronische Doppelpack Insomnia und Dreaming das Recht ’nur‘ gut zu sein und nach einigen Tagen wieder aus den Ohren zu verschwinden, aber die restlichen Songs trösten über dieses Detail relativ spielerisch hinweg. Hier wirkt kein Lied als sinnlose aneinanderreihung von Strophe, Bridge und Refrain; jede Melodie fügt sich filigran in den atmosphärischen Gesamtkontext der Songs und wirkt absolut unkitschig. Gerade ‚Deaf Dumb Blind‘, das Liebesspiel zwischen einem taubstummen Mann und einer blinden Frau, wird mit derart untypischen Klavierakkorden hinterlegt dass man tatsächlich die eine oder andere Gänsehaut bekommen kann wenn am Schluss die brachialen Gitarren in das Soundgefüge einsteigen. Absolut gelungen ist auch der groovende Opener ‚Dance with me‘, der ein wenig an den modernen Marilyn Manson Glamrock erinnert, aber ein gutes Stück moshbarer ist.
Einen kleinen Kritikpunkt stellt die Stimme des Sängers dar. Zwar funktionieren die zahlreichen Screams einwandfrei, aber beim oft auftretenden Sprechgeflüster zeigt sich dass der Stimme etwas die charismatische eigene Note fehlt, die gerade bei ruhigen Passagen den Gänsehautfaktor noch um einiges hätte steigern können. Komischerweise trifft das jedoch nicht auf alle Songs zu: Bei erwähntem ‚Deaf Dumb Blind‘ funktioniert sie wunderbar, und beim abschließenden ‚Splitterherzen‘ klingt sie derart professionell (was auch am leisen Hall-Effekt liegen kann) dass absolut kein Grund für Kritik bleibt. Wenn man dieses Niveau auf späteren Alben konsequent durchhalten kann, sehe ich für weitere großartige Veröffentlichungen kein Hindernis mehr.

17.08.2005

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