Hierophant - Peste

Review

Leute, geht in Deckung! HIEROPHANT sind im Anmarsch und haben ihre neue Splittergranate „Peste“ im Gepäck. Machen wir’s dem Album gleich und kommen direkt auf den Punkt. Die Italiener lassen sich nicht viel Zeit, was sogar im doppelten Sinne zutrifft. Denn zum einen steht mit „Peste“ bereits ein Jahr nach „Great Mother: Holy Monster“, ihrem Debüt auf dem amerikanischen Label Bridge 9 (u.a. AGNOSTIC FRONT, BOYSETSFIRE, DYS, H20), der dritte Langspieler seit Gründung 2009 in den Startlöchern. Zum anderen besitzt das Ding eine so geringe Spielzeit, die von manch anderen Bands mit einem einzigen Song gesprengt wird. Wie Kollege Mildner  beim Vorgänger schon richtigerweise festgehalten hat, gehen die fünf Mafiosis mit hohem Tempo zur Sache. Damals hieß dies acht Songs in etwas unter einer halben Stunde. Heute bedeutet es zehn Tracks in knapp zwanzig Minuten. Der Rausschmeißer „Inferno“ vereinnahmt davon jedoch bereits gut fünf Minuten für sich. Bleiben also neun Titel in fünfzehn Minuten, was nur eins bedeuten kann: Vollgas. Wo das Zweitwerk „Great Mother: Holy Monster“ noch des Öfteren etwas Melodie oder Midtempo mit sich brachte, wird hier nun ohne Rücksicht auf Verluste der Hammer geschwungen und geholzt, was die Instrumente hergeben. Melodie und seichtere Passagen bilden ganz klar die Ausnahme.

Bereits der Opener „Inganno“ schreitet eindrucksvoll voran und lässt keinen Moment der Eingewöhnung. Wumms, in die Kauleiste. D-Beat regiert, der Crust atmet. Dies setzt sich quasi ohne Erbarmen so fort, in „Nostalgia“, dem dritten Song des Albums, lässt das aggressive Riffing erstmals etwas Melodie durchscheinen, um anschließend noch brutaler zuzuschlagen. Dabei erinnert das Ganze ein wenig an eine tiefergelegte Version der Szene-Veteranen von WOLFBRIGADE. Dunkle Gitarren-Eruptionen gepaart mit wutentbranntem Gebrüll von Sänger Karl sowie durchgängigem Schlagzeuggewitter und fertig ist der wohlgeformte Hassbrocken, der insbesondere was für Fans von NAPALM DEATH, NAILS oder TRAGEDY sein dürfte. Soundtechnisch konnte nochmals ein Schritt nach vorne gemacht werden, wodurch sich „Peste“ um einiges druckvoller präsentiert, jedoch noch immer gehörig rumpelt und Dreck schaufelt. Doomige Passagen oder gedrosselte Momente kriechen nur selten um die Ecke („Sadismo“, „Paranoia“). Eine Ausnahme ist sicherlich der bereits angesprochene Rausschmeißer „Inferno“ (an dieser Stelle sei zudem auf das ziemlich gelungene Cover-Artwork verwiesen, auf dem ein Pestarzt mehrere Leichenhaufen entzündet). Hier geben sich HIEROPHANT von einer ganz anderen Seite. Doch auch die langsame Variante fruchtet, zeigt sich nicht minder böse und bietet einen gewissen Ausgleich zum bisherigen Stoff. Wäre die Platte länger, würde sicherlich die Abwechslung etwas zu kurz kommen und das Nervengerüst an seine Grenzen gebracht werden. So aber bläst „Peste“ mit nicht zwangsläufig außergewöhnlichem Material das Gehör brutal frei. Kurzweilig, kompromisslos, massiv. Verdammt, ja!

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18.11.2014

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