Horde Of Hel - Likdagg

Review

Vor ein paar Wochen kam ich auf die Idee, meine CD-Sammlung auszumisten und bekannterweise fischt man zu solchen Anlässen häufig alte Alben aus der hintersten Ecke des Regals, die völlig in Vergessenheit geraten sind. So erging es mir mit der 1998er ODHINN-EP “From A Splendorous Battle” und dem 1999 erschienenen Album “The North Brigade”. Wirklich genial finde ich die Platten zwar noch immer nicht, doch irgendwie begeisterte mich die schwedische Kombo doch recht schnell wieder. Schade, dachte ich mir, dass Bandkopf John Odhinn Sandin nicht noch ein paar Alben mit dieser Band gemacht hat. Und wie der Zufall es so will, flatterte mir jetzt die neue und zweite Platte von HORDE OF HEL, des neuen Projektes Sandins, “Likdagg” ins Haus. Netter Zufall.

Wirklich vergleichbar sind HORDE OF HEL und ODHINN zwar nicht, doch ein gewisser Spät-90er-Black Metal-Spirit schwingt in den zwölf Songs auf “Likdagg”, besonders bei den selten, aber gekonnt eingesetzten Keyboard-Parts (“Likdagg”), stets mit, was mir das Album sehr sympathisch macht. Die bedrohlich-stmosphärischen Titel sind überwiegend im Midtempo angesiedelt, die Schweden lassen sich aber auch gern einmal in doomig-schleppendes Tempo zurückfallen (“Smärtans Vapen”) oder sich zu kurzen Wutausbrüchen hinreißen (“Riv Livets Tron”). Zu gefallen wissen dabei vor allem die klirrenden, düsteren Gitarren, die durch den etwas übersteuert klingenden Sound, den man zwar kritisieren könnte, der meiner Meinung nach aber bestens zum Sound von HORDE OF HEL passt, richtig zur Geltung kommen. Auch für den Gesang können die Schweden Pluspunkte kassieren, die aggressiven, inbrünstigen Screams fügen sich perfekt ins Gesamtbild ein, ohne zu sehr in den Vordergrund zu rücken.
Einen ziemlich großen Kritikpunkt gibt es jedoch auch: HORE OF HEL können einfach keine richtig guten Songs schreiben. Die Elemente an sich begeistern, doch das Gesamtwerk will einfach nicht so recht wirken. Einzelne Parts werden recht lieblos arrangiert und aneinander gereiht, immer wieder entstehende Spannungsbögen fallen plötzlich in sich zusammen, sodass nach der fast einstündigen Spielzeit kaum etwas in den Gehörgängen hängen geblieben ist. Schade.

Alles in allem ist “Likdagg” also nicht wirklich genial, vermag jedoch, auf seine eigene Art zumindest streckenweise zu begeistern, wenn man für diese Art von Musik etwas übrig hat – da hätten wir also doch noch eine Ähnlichkeit zu ODHINN. Zum Reinhören kann ich auf jeden Fall raten, ein Pflichtkauf ist “Likdagg” allerdings nicht.

12.05.2011

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