Hypocrisy - The Arrival

Review

Einige ihrer Fans haben HYPOCRISY mit ihrem letzten Output „Catch 22“ vor den Kopf gestoßen. „Zu modern“ war der Grundtenor. Jene können jetzt wieder aufatmen, denn Tägtgren, Hedlund und Szöke (mittlerweile ausgestiegen und durch ex-IMMORTAL-Drummer Horgh ersetzt) machen auf ihrem mittlerweile zehnten regulären Album „The Arrival“ wieder das, was sie am besten können. Musikalisch vereinen die neun Songs die Trademarks von „Abducted“, „The Final Chapter“ und „Hypocrisy“: sphärische Death Metal-Hymnen mit vereinzeltem Gothic-Touch, mal dunkel-doomig wie am Anfang des Openers „Born Dead Buried Alive“ oder während „The Abyss“ (älterer Song, der neu aufgenommen wurde und auch gut auf „The Final Chapter“ gepasst hätte), mal majestätisch-schleppend im Midtempo angesiedelt („Slave To The Parasites“, „The Departure“), mit zwingenden Refrains ausgestattet (wie beim Plattenhighlight „Eraser“), ab und an auch thrashig nach vorne knüppelnd (Mittelteil des Openers, „New World“) und nie um packende Melodien verlegen („Eraser“, „War Within“). Letztere sind auf „The Arrival“ erfreulicherweise genauso erhaben wie auf HYPOCRISYs selbstbetiteltem Album, aber im Vergleich zu diesem werden sie verstärkt von den Gitarren getragen und nicht von den Keyboards dominiert. Weiterhin fällt auf, dass man sich komplett vom rotzigen Punk/Death-n‘-Roll-Catch-22-Sound verabschiedet hat. Einzig das Eingangsriff von „New World“ erinnert an den Vorgänger. Doch der Rückbesinnung nicht genug, textlich und durch das Artwork haben die Jungs das altbekannte Alien-Konzept wieder aufleben lassen. Ihr seht, HYPOCRISY haben sich wieder auf die Stärken besonnen, die für ihre Fans die Faszination an dieser Band ausmachen (die zwei unspektakuläreren Tracks „Stillborn“ und „Dead Sky Dawning“ mal außen vor gelassen). Bei „The Arrival“ handelt es sich eigentlich um das Album, das der Logik nach auf „Hypocrisy“ hätte folgen müssen. Aber ist nicht gerade das das Schöne an diesem Death Metal-Urgestein? Man weiß nie, was es als nächstes macht, aber es handelt sich immer um 100% HYPOCRISY.

09.02.2004
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