Hypocrisy - Destroys Wacken

Review

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Mit „Destroys Wacken“ legen Nuclear Blast einen weiteren (Re-)Release ihrer „Re-view & H-ear“-Serie vor. „Destroys Wacken“ wurde ursprünglich 1999 jeweils auf CD und VHS veröffentlicht und enthält den Auftritt der schwedischen Todesstahlschmiede vom 1998er Wacken Open Air.

Die DVD enthält neben den 11 Live-Aufnahmen als Bonus die ersten sechs Videoclips der Band, angefangen von „Left To Rot“ bis hin zu „The Final Chapter“. Damit ist die DVD absolut identisch mit der „Live & Clips“-DVD aus dem Jahr 2001. Das heißt aber auch, dass die Wacken-Videos nun bereits zum dritten Mal vermarktet werden, was mir ehrlich gesagt ein wenig sauer aufstößt.

Sollte es da draußen tatsächlich noch Anhänger von HYPOCRISY geben, welche mit dem Material noch nicht vertraut sind, kommen hier die notwendigen Informationen. Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich sage, dass die Band damals auf ihrem kreativen Höhepunkt war. Nach den ultrabrutalen Anfängen im okkulten Todesblei in Form von „Penetralia“ und „Osculum Obscenum“ näherten sich Peter Tägtgren und Co. ab „The Fourth Dimension“ eher zu atmosphärischeren, abwechslungsreicheren Klängen hin, der Höhepunkt dieser Entwicklung war mit dem vielschichtigen „Abducted“ erreicht. Mit dem folgenden, als Schwanengesang gedachten „The Final Chapter“ sollte dann eigentlich endgültig Schicht im Schacht sein, doch wissen wir ja alle, dass es ganz anders kam. Aus dieser Fülle von superben Alben setzt sich die geniale Setlist zusammen, welche kaum Wünsche offen lässt und einen repräsentativen Überblick der ersten acht Jahre HYPOCRISY mit allen verschiedenen Entwicklungsphasen verschafft.

Kameraführung und Schnitt sind ok, wenngleich ich nie richtig verstanden habe, weshalb man zwischen den Stücken Ausschnitte vom Tourleben in recht schlechter Qualität zeigt, das hätte man ruhig in einem separaten Teil unterbringen können. Das Bild ist scharf, die Farben sind lebendig und satt, jedenfalls besser als auf der ursprünglichen VHS. Natürlich sind aktuelle Live-DVDs in dieser Hinsicht noch deutlich stärker, aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Der Stereoton ist gut, schön druckvoll und gleichzeitig transparent.

Die Band, damals noch mit Schlagzeuger Lars Szöke, spielt sehr tight zusammen und zeigt viel Bewegungsdrang, jeder Song wird durchgebangt, die Performance ist schön aggressiv. Davon und von der geilen Setlist angestachelt sieht man auch das Publikum ständig in Bewegung. Hier hätte ich mir noch einige genauere Aufnahmen von den Pits gewünscht.

Der archäologische zweite Teil der DVD ist Kult, sind hier doch die Promo-Videoclips von „Left To Rot“, „Impotent God“, „Pleasure Of Molestation“, „Inferior Devoties“, „Roswell 47“ sowie „The Final Chapter“ enthalten. Gerade die ganz alten Clips sind wahre Augenöffner, Peter Tägtgren und Ursänger Masse Broberg mit massig umgedrehten Kreuzen, Pentagrammen, Patronengurten und teilweise ordentlich Blut bekleckert zu sehen, das ist schon was! Wurde übrigens abgeguckt von DISMEMBER.

Die CD enthält wie in der ursprünglichen Fassung ebenfalls die Stücke vom Wacken-Auftritt sowie die vier Studiosongs „Time Warp“, „Until The End“, beide von „Hypocrisy“, das exklusive „Fuck U“ und „Beginning Of The End“ von „Maximum Abduction“.

Was ich schmerzlich vermisse ist ein anständiges Booklet anstatt diesem lieblos zusammengeschusterten Faltblatt, sowie irgendwelche Extras auf der DVD. Ich hätte mir da z. B. für dieses Re-Release ein aktuelles Interview mit Peter gewünscht, in welchem er nochmals den Gig Revue passieren lässt, die damalige Zeit.

Im Ganzen betrachtet ist das Endresultat daher doch ein wenig enttäuschend, da es sich nicht von der ursprünglichen Version unterscheidet, außer dass nun DVD und CD miteinander vereint sind.

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05.07.2009

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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Hypocrisy auf Tour

25.06. - 27.06.20Tons Of Rock 2020 (Festival)Iron Maiden, Faith No More, Deep Purple, Disturbed, Within Temptation, Amon Amarth, Gojira, Dimmu Borgir, Bring Me The Horizon, Wig Wam, Hypocrisy, Sepultura, Baroness, Airbourne, Paradise Lost, Backstreet Girls, Enslaved, 1349, Bokassa, Jinjer, Blues Pills, Alter Bridge, Accept, D-A-D, CC Cowboys, Hammerfall, Ensiferum, The Pretty Reckless, Dark Funeral und Raised Fist

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