Indoctrinate - Antilogos: Arcane Transmutation In The Temple Of Flesh

Review

Allen Widrigkeiten des Jahres 2020 zum Trotz gab es im Bereich des Black Metal bisher nicht nur eine überraschend hohe Anzahl an Veröffentlichungen von in der Szene bereits etablierter Bands, sondern auch eine ganze Reihe neuer Projekte, die sich der Vertonung angeschwärzter Klangkunst verschrieben haben. Zu diesen aufstrebenden Künstlern dürfen nun auch die drei Musiker hinter INDOCTRINATE gezählt werden, die mit „Antilogos: Arcane Transmutation In The Temple Of Flesh“ ihr Erstlingswerk veröffentlichen.

SADICTIC GOATHAMMER is dead. Long live INDOCTRINATE.

Die treibende Kraft hinter der südamerikanischen Truppe ist dabei Sänger und Bassist H.O.E.V., welcher durch sein Soloprojekt SADISTIC GOATHAMMER im Untergrund erstmals auf sich aufmerksam machen konnte. Eben dieses wurde nun zugunsten der konsequenten Weiterführung des bisherigen musikalischen Schaffens in Form von INDOCTRINATE zu Grabe getragen und mit dem Zugang von Drummer Grunenwald und Gitarrist C.R. wurden die Weichen gestellt, um die Reinkarnation des chilenischen War Metal auf die Menschheit loszulassen.

Stilistisch beruft sich das Trio voll und ganz auf die Anfänge des Black Metal. Bei der Auswahl der wegbereitenden Vorbilder ist jedoch nicht etwa von den üblichen Verdächtigen skandinavischer Herkunft die Rede. Vielmehr wird sich an den brasilianischen Urvätern der ersten Welle orientiert, zum Beispiel an SARCÓFAGO. Bei ihrer Eigeninterpretation des Blackened Death Metal weichen INDOCTRINATE dabei kaum vom genrespezifischen Archetyp ab und lassen somit wenig Raum für experimentelle Ansätze oder Stilmittel, welche die Chilenen von ähnlich gelagerten Bands abheben würden. Der damit einhergehende Mangel an Eigenständigkeit dürfte aber spätestens nach dem stürmischen Opener „N.A.G.I.T.H.A.“ als Nichtigkeit abgetan werden, denn INDOCTRINATE verstehen ihr Handwerk nur allzu gut und wissen den Hörenden mit stetigem Wechsel zwischen Mid- und Uptempo und energischem Riffing zu fesseln.

Der Song „Antediluvian Experiencia (Celebrate In Profane Exaltation)“ erweist sich hierbei als besonders exemplarisch. Der verhältnismäßig langsame Einstieg wird innerhalb kürzester Zeit von tobenden Blastbeats abgelöst, die darauffolgende schleppend finstere Bridge wird zwischenzeitlich von der Doublebass niedergewalzt und zu guter Letzt gibt es wieder wütende Raserei, untermalt mit den verhallten Growls von Frontmann H.O.E.V.. Mit fast fünf Minuten handelt es sich hierbei um das längste Stück des gesamten Albums, welches mit nur einer knappen halben Stunde Spielzeit zwar recht knackig bemessen, aber im selben Atemzug eben dadurch auch sehr kurzweilig geraten ist.

Kurzweilige Raserei mit Luft nach oben

Auch wenn INDOCTRINATE mit ihrem gewollt primitiven Sound durchaus ein gewisser Charme anhaftet, lässt sich leider nicht von der Hand weisen, dass sich insbesondere das klirrende Drumming und die sägenden, vereinzelt eingestreuten Screams nicht gänzlich in das klangliche Gesamtbild einfügen wollen. Insbesondere der Klang der Hi-Hat bedarf einer gewissen Eingewöhnungszeit und könnte für so manchen Zuhörer zur Geduldsprobe werden.

Zudem fehlt es dem Album an ein wenig Abwechslung, die Tempowechsel allein halten zwar durchaus bei Laune, doch ist das Songwriting schlicht nicht packend genug, um mit den alteingesessenen Größen des War Metal mithalten zu können. Der ganz große Wurf ist mit „Antilogos: Arcane Transmutation In The Temple Of Flesh“ zwar noch nicht gelungen, ein solider, ausbaufähiger Einstieg ist das Debütalbum aber allemal.

Review von Robert Langgemach

 

11.10.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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