Irrlycht/Megaera - Der Letzte Seiner Art/Heimkehr In Den Tod

Review

Jeweils einen Song steuern die beiden deutschen Bands IRRLYCHT und MEGAERA (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Thrash-Truppe aus der Schweiz!) zu ihrer schon im Mai erschienenen Split-7″ bei.

Der schlechtere der beiden stammt von IRRLYCHT und heißt „Der letzte seiner Art“. Zur Information: es geht um einen Wolf. Genau genommen: einen „Urwolf“, was immer das sein soll. Ich vermute, dass es sich um die etwas unbeholfene Vertonung einer Odenwaldsage um den „Wolf von Rothenburg“ handelt. Unbeholfen deshalb, weil die Umsetzung des deutschen Textes etwas kitschig wirkt und die Musik zudem keine sagen-hafte Stimmung aufkommen lässt. Der siebenminütige Track ist im Prinzip eine kleine Zeitreise in die Mitte der 90er Jahre und erinnert mich deutlich an die ersten Werke der DUNKELGRAFEN, vor allem an das gar nicht üble Demo von 1996. Das hat einen gewissen Charme, mehr aber auch nicht. Leicht nordischen Black Metal auf Demoniveau, in mittlerem Tempo, mit flirrigen Gitarren, Standardriffs und Kreischgesang haben einfach schon zu viele Bands gespielt, als dass mich das großartig vom Hocker hauen könnte.

Das schaffen auch MEGAERA nicht, die sich für „Heimkehr in den Tod“, ihren Split-Teil, die Drumcomputer-Kenntnisse von LIMBONIC ARTs Morfeus gesichert haben. Das wäre nicht nötig gewesen, denn besondere Anforderungen an einen Drummer oder Programmierer stellt die Komposition nicht. Dazu ist der Sound so absichtlich verwaschen und vermittelt so viel Proberaumflair, dass das Konservengescheppere nicht einmal auffällt. Das ist als Kompliment zu verstehen, von dem für meinen Geschmack zu sehr im Vordergrund agierenden Bass abgesehen.
MEGAERA haben auf dieser Platte einen Fünfminüter verewigt, der in der gefühlten Zeit noch ein paar Jahre mehr zurückgeht als der IRRLYCHT-Beitrag und in der Atmosphäre deutlich den ersten DARKTHRONE-Alben huldigt. Der Ansatz ist allerdings melodischer und noch norwegischer, was vor allem in den sehr charmanten Gitarren zum Ausdruck kommt. Neben einer Akustikgitarre haben auch Samples von Lagerfeuer, Wölfen, Raben und einer Oper (?) ihren Auftritt, was den Song kurzweiliger werden lässt. Sicherlich ist auch „Heimkehr in den Tod“ kein Meisterwerk des Black Metal, aber eine in sich stimmige, düstere Komposition, die ihre Anhänger finden könnte und nach drei, vier Durchläufen noch nicht langweilig geworden ist.

11.09.2009

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