Karelia - Restless

Review

Für alle, die schon lange eine nordeuropäische Verschwörung in der Metal-Szene vermuten, dürfte die Geschichte von KARELIA ein gefundenes Fressen sein. Ursprünglich hatten es die Franzosen nämlich alles andere als leicht, einen Plattenvertrag zu bekommen. Mit der Bennenung nach der finnisch-russischen Grenzregion lockte man die Label-Vertreter schließlich auf eine falsche Fährte die eigene Herkunft betreffend und konnte alsbald einen Vertrag mit Drakkar unterzeichnen.
Doch wollen wir nun diese Geschichte besser unkommentiert stehen lassen und uns auf das konzentrieren, was für erwähnte Labelvertreter seinerzeit wohl eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben dürfte, nämlich die Musik. Da hat sich im Hause KARELIA nämlich unlängst einiges getan. War die Band auf ihrem Debütalbum „Usual Tragedy“ noch als traditionelle Power-Metal-Combo gestartet, pflegt man mittlerweile einen Industrial-lastigen Electro-Goth, in dem nur noch vereinzelt der Stil der Anfangstage zu erkennen ist.

Der neu gefundene Stil steht KARELIA gut zu Gesicht. Stampfende Industrial-Beats und hart riffende Gitarren, das Ganze aufgepeppt mit zahlreichen Electro-Effekten. Man hat es geschafft, ein neuartiges, aber dennoch stimmiges Gesamtbild zu generieren, in dem nur noch das feine Gespür für eingängige Melodien an den Power Metal der Anfangstage erinnert. Vor allem der Leadgesang hält die Kompositionen beisammen und liefert einen Ohrwurm nach dem anderen.
Folgerichtig stellt Sänger Mat Kleiber auch den wichtigsten Aktivposten im Bandgefüge dar. Seine äußerst variabel eingesetzte Stimme erinnert in den klaren Passagen an KAMELOTs Roy Khan, lässt aber jederzeit ihre eigene charakteristische Färbung erkennen. Das Songspektrum reicht von sehr Metal-lastigen Stücken wie dem Opener und Titeltrack „Restless“ bis hin zu düsteren Gothic-Disco-Stampfern.

Mit einem Track wie „Mirror, Mirror“ könnten KARELIA mühelos die Tanzflächen sämtlicher Metal-Discos des Landes zum Beben bringen. Auch „Lift Me Up“, das zum Schluss hin ganz unverhohlen und dennoch originell MOBYs „Why Does My Heart Feel So Bad?“ zitiert, hinterlässt einen hervorragneden Eindruck. Andere Titel wie „Trial“ erreichen diesen Qualitätsstandard leider nicht ganz, der gute Gesamteindruck bleibt jedoch erhalten.
In die Kategorie „unnötig“ fällt lediglich „Losing My Religion“, von dem es bereits ein brilliantes Original (R.E.M.) und viel zu viele mehr oder weniger gelungene Cover-Version gibt. Die KARELIA-Fassung versinkt im Mittelmaß und kann dem Stück keine neuen Impulse verleihen. Ansonsten geht „Restless“ aber absolut in Ordnung und dürfte bestimmt bald zahlreiche Anhänger finden.

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18.04.2008

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