Khoma - The Second Wave

Review

Erstaunlich, dass man von solch (vermeintlich) unkommerziellen Klangbauten nennenswerte Stückzahlen absetzen kann. Immerhin war das Interesse am Debüt „Tsunami“ aber so groß, dass sich jetzt Roadrunner Records um das Projekt kümmern, welches sich inzwischen schon gar nicht mehr so recht als Projekt begreift – den Verkaufszahlen sei’s gedankt. Okay, Emo in sämtlichen Abarten ist momentan schwer angesagt, KHOMAs kompromisslose Kompositionen haben mit Kunst und Neo-Prog allerdings deutlich mehr zu tun, als mit Kajal und 3-Minuten-Fast-Food. „The Second Wave“ fesselt, ist jedoch nicht unbedingt auf unmittelbare Befriedigung hin ausgelegt. Freunde außergewöhnlicher Hörerlebnisse könnten hier auf ihre Kosten kommen, Otto Normalverbraucher dürften dagegen in der Mehrzahl herzlich gähnen.
Eine konstant sanfte Spannung durchzieht das Werk und macht es zur Kopfhörermusik für die Nacht, die einen von heftigeren Trips runterkommen lässt – kontrollierte Melancholie, von der eine ungefähre Ahnung bekommt, wer sich eine minimalistischere Version von OCEANSIZE vorstellt, in der lediglich durch vereinzelte Cello- und Pianoeinsätze Farbtupfer gesetzt werden. Überwiegend gemächliche Stücke beziehen ihre Wirkung zu großen Teilen aus der Wiederholung. Relativ moderner, dunkel schimmernder Post- und Noise-Rock, der durch gelegentliches Auffahren von Gitarrenwänden unterfüttert wird, erhält seinen Antrieb vor allem durch gleichmäßig-hypnotisches Drumming sowie die weich-klagende Stimme von Jan Jämte. Überraschende Soli oder spektakuläre Breaks sind nicht zu erwarten, vielmehr befindet sich alles in einem gleichmäßig dahinschwebenden Fluss, der einzelne Songs oftmals wesentlich länger erscheinen lässt, als es die Zeitausgabe des Abspielgerätes anzeigt. Ob diese Überlängen im Kopf nun Langeweile oder Faszination hervorrufen, muss letztlich jeder selbst erfahren, doch die potentielle Zielgruppe dürfte eh schon recht klar sein, wenn sich Teile von CULT OF LUNA mit Magnus Lindberg und Pelle Henricsson hinter den Tonteknik-Wänden verschanzen. Der Promo-Zettel liegt nicht ganz falsch, wenn er KHOMA attestiert „Aggression, Wut, Ärger, Schmerz, Liebe, Freude und Sehnsucht zu einer homogenen Masse verschmelzen zu lassen“. Hier und da vielleicht eine Idee zu homogen.

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27.06.2006

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1 Kommentar zu Khoma - The Second Wave

  1. Matthias sagt:

    Ein schönes, gradliniges Album mit verträumten Melodien und viel Emotionen. Zurechtgeschnitten auf Eingängigkeit ging die Idee des CULT-OF-LUNA-Ablegers auf. Songs, die ins Ohr gehen aber trotzdem enorm Feeling besitzen. An "The Second Wave" kann sich so manche Alternative-Combo ein Beispiel nehmen. So werden gute Songs geschrieben, die sogar Hit-Potential (für die Alternative-Charts) besitzen.

    8/10