Lacrimosa - Fassade

Review

Galerie mit 30 Bildern: Lacrimosa - Wave Gotik Treffen 2013

Nun ist er also wieder da, der ewig Gruft. Tilo Wolf versetzt auf dem Nachfolger des eher mittelschlechten Elodia Albums auch sogleich den Rezensenten in Trauerstimmung, was nur zu einem gewissen Teil an der Musik liegt. Er greift hier nämlich die Unsitte auf, die sich zur Zeit Pest-artig über die Musikindustrie stülpt: Alle Titel werden der letzten zwei Minuten beraubt, mitten im Stück kommt der Fade-out und man fragt sich, wie naiv man sein muß, daß man glaubt, mit solchen Mitteln die ach-so-teuflische Piraterie bekämpfen zu können. Sei es drum, vielleicht ist es auch besser so, wenn man sich dieses Szene-konforme Geheule nicht auch noch in voller Länge anhören muß. Dabei sind auch hier, wie schon auf Elodia, die guten Ansätze der früheren Tage vorhanden, auch wenn Inferno meines Erachtens nach unerreicht bleibt, von den ersten beiden Frühwerken ganz zu schweigen. Das Orchester und die Rock Elemente fließen sehr behände ineinander, der Chor setzte sich sehr schön von den Streicher ab ohne zu dominieren und insgesamt wirkt die Musik bis zu einem gewissen Grad sehr ausgereift und einfallsreich. Wären da nicht die beiden Protagonisten. Tilo und Anne legen sich wieder ins Zeug, alles zu zerstören, was hätte schön werden können. Längst schon ist sein einstig eher flüsterndes Organ in einen grauenhaften Gesang übergegangen, welcher selbst einigen Schlager-Stars noch gehörig Respekt einflössen könnte und Anne sollte lieber gar nicht erst in die Nähe eines Mikrofons gelassen werden. Dazu lyrische Ausstöße, die wieder einmal das Böse in der Welt anprangern, allen voran Ignoranz und Egoismus, schließlich fühlt man sich selbst immer mißverstanden und kann dabei nicht einmal auch nur annähernd poetische Sprengkraft gewinnen und wächst nicht über billige Metaphern hinaus. Das großtönende Info gibt dann auch schon die Marschrichtung der Tränenreichen an, zeigt man doch durch duselige Begriffserklärungen, der auch der Terminus „Independent“ zum Opfer fiel, daß eher in mainstreamigen Gefilden Fuß gefasst werden soll. Dabei will man allerdings die Alt-Grufts der ersten Stunde nicht verprellen, auch wenn diese sicher schon längst die Flucht bei der alleinigen Erwähnung der Schweizer antreten. Ob die große Masse bereit ist für Lacrimosa bleibt abzuwarten, mit seinem Auftreten wird er sicher nicht den großen Wurf machen können und so bleiben wieder nur die noch etwas unbedarften Schwarzen und solche, die sich gerne so nennen und dabei immer einen Blick auf ihren Plattenschrank werfen, spärlich gefüllt mit den vermeintlichen Stars dieser Szene. Daß diese jedoch weit mehr zu bieten hat, dafür sind wir dankbar und genießen lieber unseren Rotwein zu weniger plakativer Musik. Wer hier nun also nur eine Fassade ist, gilt es noch herauszufinden.

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16.08.2001

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13 Kommentare zu Lacrimosa - Fassade

  1. Troll sagt:

    5 Punkte??? Für diese mehr als peinliche Darbietung? Das kann nicht dein Ernst sein! Lacrimosa fand ich schon immer ziemlich albern, angefangen mit der optischen Präsentation bis hin zu diesem grauenhaften und zudem extrem peinlichem "Gesang" Brrrrr… Wer sowas hört und mag, der ist in meinen Augen entweder ABSOLUT Geistesverwirrt und taub oder sollte sich vielleicht doch mal ein bischen im Radio umhören. Da gibt es eine Vielzahl an Gruppen die ähnlich peinlich und schlecht sind.

  2. wot4N sagt:

    Für ALben wie ‚Stille‘ oder das absolut geniale und unerreichbare Live ALbum haben Lacrimosa einen Orden verdient….allerdings stimme ich dem Rezensenten zu das Elodia, im Vergleich zu seinem Vorgänger, schwach war und ich mir gut vorstellen kann, dass das neue Album nicht mehr als 5 Punkte verdient. Das liegt allerding nicht daran, dass das Kunstprodukt Lacrimosa gescheitert ist….es hat sich vielmehr abgenuzt. Es ist nicht verwunderlich das eine Band die so unsagbar intensive Musik erschaffen hat dieses Niveau nicht halten kann….das Schielen auf den Mainstream ist lächerlich….Lacrimosa hätten sich nach dem Live Album auflösen sollen….so wären sie als DIE bedeutenste Gothic-Rock-Metal Band in die Geschichte eingegangen. Das was sie jetzt tun ist das unerträgliche Pflichtposieren einer Legende (Zitat Dornenreich). traurig, traurig wot4N

    5/10
  3. nephil sagt:

    So was peinliches. Tilo konnte noch nie singen und sollte es auch gar nicht erst versuchen. Musikalisch gesehen, wie ASmo schon sagte, koennte es teilweise ganz nett sein, aber Tilos dischordantes Gejaule macht wirklich alles kaputt… Igitt

    2/10
  4. Adrian Wagner sagt:

    Hey ihr scheiss moechtegern Grufties !!! Wenn ihr keine AHnung von Lacrimosa habt solltet ihr’s besser lassen so scheiss Kritiken zu schreiben !!! Es heisst zwar "tolleranz" aber ihr seid echt das letzte was unsere Szene zu bieten hat !!! Falls ihr das nicht verstanden habt : Es langt nicht sich nur schwarz anzuziehen !!! Carpe Noctem !!!

    10/10
  5. Mazenauer sagt:

    Nein, heisst es nicht. Es heisst toleranz.

    5/10
  6. Dark Elodier sagt:

    vergesst mittermeier und konsorten! hier hat man die beste comedyshow mitgeschnitten, die für so unglaublich viele lacher sorgt, dass es in der magengrube schmerzt. deshalb: 8 punkte! ach, köstlich, was will man mehr!

    8/10
  7. Georg sagt:

    meiner Ansicht nach ist "Fassade" ein deutlich schwächeres Album als die beiden Vorgänger, die wirklich Meisterwerke sind. die klassischen Anteile sind zwar wie gewohnt meisterhaft komponiert und in Szene gesetzt, doch hält die CD auf Dauer nicht die Spannung aufrecht, da sich einige Längen eingeschlichen haben. Mit "Der Morgen danach" ist sogar ein Totalausfall ( in bestem Wolle Petry Stil) zuverzeichnen.

    6/10
  8. Alhazred sagt:

    Das klingt wie Schlager *lol*, also ich finds toll zum sinnlosen Besaufen oder so *gg*.

    7/10
  9. Holger Kellerbauer sagt:

    Man kann Tilo Wolff zwar vorwerfen , daß seine Texte etwas sehr gesellschaftskritisch sind , vielleicht ist das Album auch ein wenig sehr schwermütig ; dennoch ist es von der Konzeption optimal und abwechslungsreich gestaltet . Wer Lacrimosa bisher mochte , wird sie jetzt lieben , wer sie nicht mochte , bei dem wird es auch nicht helfen . Aber der Scherzkeks , der hier 0 Punkte verteilte , muß ein Brett vor dem Kopf haben ! – Die Komposition ist unüberhörbar gut …

    8/10
  10. SchwarzesEis sagt:

    abgesehen von musikalischen oder stimmlichen dingen. die texte sind grauenhaft, diese kann man nicht einmal mehr als düster beschreiben, einfach nur banal und schlecht.

    5/10
  11. Anonymous sagt:

    Vielleicht bin ich nicht so hochintelligent wie ihr, aber ich bewundere jemanden, der solche Texte schreiben kann, wie Tilo es tut. Er bringt die Sache gleich auf den Punkt, sagt, was ihn ankotzt (genau wie ihr…). Vom musikalischen her ist "Fassade" vielleicht nicht das beste werk der beiden und sicher nicht das beste album der welt, aber ehrlich, es ist mir tausend mal lieber als irgendsoein Friede-Freue-Eierkuchen TralaliTralala, womit uns das Radio terrorisiert, und es ist mir lieber, wenn anne ihren singsang ins mikro trällert als Tittney Schbiers und ihre Silikon-Klone. Und ich höre mir trotz allem lieber mal "Fassade" an, als dass ich mich von irgendeiner Deathmetal Band volldröhnen lasse mit Gebrüll über Hass, Rache, Blut und das übliche!

    8/10
  12. doktor von pain sagt:

    Nee, ich lasse mich lieber von irgendeiner Death-Metal-Band volldröhnen mit Gebrüll über Hass, Rache, Blut und das übliche. Besser als dieses sülzige Geschwurbel hier…

    1/10
  13. paulamarija sagt:

    Geniales Album, verdient 10 Punkte!
    Wer etwas anderes behauptet, sitzt auf den Ohren!

    10/10