Mnemic - Mnemesis

Review

MNEMIC waren mal eine Zeit lang ein wirklich vielversprechender Newcomer, eine der Bands aus der modernen Metal-Welle aus Skandinavien, die mit Eigenständigkeit und einem urtypischen Sound eine Reihe erstklassiger Album produzierten. Von Traditionalisten weitestgehend ignoriert, war ihr Industrial-beeinflusster Melodic Death (oder wie auch immer die genaue Bezeichnung ist für diese seit jeher etwas schwammigen Crossover) Teil des Sounds des ersten 2000er Jahrzehnts. Die Dänen werden zusammen mit SOILWORK, MERCENARY und Co. auch in zwanzig Jahren noch als Vorzeigeband dieser Zeitspanne gelten, weil sie die Metal-Szene für eine verhältnismäßige kurze, aber prägnante Zeitspanne geprägt haben, die mehr Substanz hatte, als sich viele Ignoranten eingestehen wollen.

Anno 2012 klingen MNEMIC leider ein wenig anbgenutzt und unspektakulär, was allerdings am ehesten eine Frage des Songwritings ist. Mehr als zuletzt versuchen sie zwar, sich ihrer eigenen Stärken zu besinnen und haben die Progressivität und Härte der letzten Alben zu Gunsten von eingängigen und atmosphärischen Elementen ein wenig zurückgefahren, „Mnemesis“ besticht aber eher durch einzelne Highlights als durch ein durchweg beeindruckendes Gesamtbild. Die Produktion fährt zielgerichtet im Fahrwasser aktueller IN FLAMES, patscht aber nicht ganz so steril und blutleer vor sich hin. Vor Allem das Schlagzeug klingt dabei wie fast immer bei derlei Produktionen noch am gewöhnungsbedürftigsten, mit viel Hall auf der Snare und mit viel Computerhilfe zurechtgestutzt. Die Gitarren haben allerdings genügend Biss, und auch die Keyboard- und Sample-Parts, immer nur in Maßen und überlegt eingesetzt übrigens, dienen unterstützend, nicht dominierend. Sehr schön. Ansonsten bleibt das Wechselspiel aus aggressiven, Death Metal-lastigen Strophen und melodischen Refrains das vorherrschende Markenzeichen. MNEMIC sind besonders in dieser Hinsicht immer sie selbst gewesen und ihre vom 80er-Jahre-Signature-Pop-Sound beeinflussten Melodien lassen sich keiner anderen Band zuordnen. Wirklich herausragende Ohrwürmer oder prägnante Kompositionen gibt es allerdings nur sehr vereinzelt. Der Opener „Transcend“ ist ein richtig guter Song, auch das überraschend ruhige „There’s No Tomorrow“ mit emotional intoniertem Gitarrensolo (!) geht als Albumhighlight durch. Ansonsten gibt es auf „Mnemesis“ nichts, das Genrefans als richtig schlecht empfinden dürften, letzten Endes bleibt der Großteil des Songmaterials aber gehobenes Mittelmaß, das man sich ohne Schmerzen anhören kann, das aber auch wenig Spuren hinterlässt.

So ziehen MNEMIC im Vergleich mit anderen Bands aus dem etwas übersichtlicher gewordenen Pool ähnlich gelagerter Bands zwar den Kürzeren, sind aber immer noch gut genug, um nicht als reines Überbelibsel der neuen Aufbruchsstimmung zur Jahrtausendwende zu gelten. Am Ende sind die Details, die zwischen der guten 7- und der überaus guten 8-Punkte-Grenze liegen, ja immer auch ein klein wenig eine Geschmacksfrage.

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10.06.2012

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