
Mit ORACLE OF WORMS haben FDA Records die nächste Buzzsaw-Kapelle aus der Gruft gezogen. Die Band kommt zwar aus Gießen und nicht aus Worms, hat aber mehr zu bieten als die drittklassigen Kalauer dieses Rezensenten. „Cult Of Suffering“ ist ein vor Tod, Verderben und Fäulnis triefendes Erstlingswerk.
ORACLE OF WORMS debütieren mit Tod und Verderben
„Cult Of Suffering“ lässt uns genau eine Minute und vier Sekunden zum Durchatmen, denn so lange dauert das Intro. Danach folgen neun rotzige HM2-Todesblei-Tracks, die – passend zum heutigen Erscheinen des „Gothic“-Remakes – mit voller Wucht aufs Maul geben.
Sänger und Bassist Chris röhrt und röchelt sich durch die Nummern, als wäre er frisch einer Gruft entstiegen und hätte als erste Amtshandlung ein Päckchen Roth-Händle geraucht. Die Saitenfraktion hat das HM2-Pedal korrekt angeschlossen und sägt sich mit reichlich Spielfreude durch die Songs. Drummer Freddy beweist zudem, dass häufige Blastbeats für ihn kein Problem darstellen.
Etwas mehr Abwechslung hätte „Cult Of Suffering“ gutgetan. Von gelegentlichen ruhigen Einleitungen abgesehen, lautet das Motto meist Vollgas. Ein bis zwei Midtempo-Parts schleichen sich zwar dazwischen, dennoch verliert man bisweilen den Überblick, bei welchem Song man sich gerade befindet. Live dürfte das kaum ins Gewicht fallen – dort werden ORACLE OF WORMS massiv abreißen.
„Cult Of Suffering“ lässt Death-Metal-Fans nicht leiden
Wer eine Schwäche für gut produzierten und gespielten Death Metal schwedischer Prägung, mit einer Extraportion Verderbnis und einem Hauch Black Metal hat, kann sich das Debütalbum von ORACLE OF WORMS getrost zu Gemüte führen. Für einen Erstling zeigen die Gießener zahlreiche Qualitäten, die sie auf künftigen Alben weiter verfeinern können.

Oracle of Worms - Cult of Suffering
Jannik Kleemann































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