1Aber hallo! Kaum ein Subgenre hat einen so hohen Wiedererkennungswert wie der hiesige Power Metal. In diesem Fall sprechen wir von der Variante aus dem Schwarzwald. Die junge Band KINGSMASH kommt mit ihrem Debütalbum „The Heart Remains At Home“ sehr nahe an die seinerzeit unschlagbaren HEAVENS GATE heran. Wenigstens wenn es um die Melodieführung und die dicken Refrains geht.
„The Heart Remains At Home“ hält nicht, was die Verpackung verspricht
Der erste Blick aufs Cover ähnelt allerdings dem häufig zitierten Autounfall. Man kann nicht wegschauen, auch wenn es wirklich nicht schön ist. Ein KI-Totenkopf mit Königskrone und Sonnenbrille drapiert sich selbst vor ein paar düsteren Nadelbäumen. Die Musik auf „The Heart Remains At Home“ klingt dafür umso frischer und gleichzeitig altmodisch. Klassischer Teutonen-Metal mit einer glanzvollen Produktion.
Sänger und Songwriter Michael Herr steht natürlich im Vordergrund und wir sind beruhigt, dass Power Metal auch ohne die ganz hohen Screams funktioniert. Und so bestücken KINGSMASH die zehn Songs mit einem ordentlichen RUNNING-WILD-Anstrich und bleiben dem Bleifuss konsequent fern. Eine gewisse Heavyness bleibt also („Sparrow“).
KINGSMASH machen breitbeinigen Sound
Kommen wir noch einmal auf die Beschreibung „junge Band“ zurück. Hinter KINGSMASH stecken vier gestandene Musiker, die mit jahrzehntelanger Erfahrung aufwarten und das hört man im Ergebnis einfach. Insofern können wir nicht ernsthaft von Newcomern sprechen. „The Wild Girl“ beispielsweise könnte auf einem Album wie „Blazon Stone“ genauso sein, wie heute auf „The Heart Remains At Home“ und stellt den Höhepunkt der Platte dar.
Generell jagt hier eine Melodie die nächste, im finalen „Dragonslayer“ geben KINGSMASH noch einmal eine extra Portion Feenstaub auf die Zuckerwatte. Das klingt zynisch? Vielleicht, aber genau dafür lieben wir ja fantasievollen Power Metal. „The Heart Remains At Home“ hat eigentlich keinen wirklichen Tiefpunkt und die Spielfreude der vier Musiker dringt richtiggehend aus den Boxen. Wer auf eine verlängerte halbe Stunde Spaß aus ist und all die RUNNING-WILD- und RAGE-Poster einfach nicht von der Wand nehmen will, wird an KINGSMASH nicht vorbeikommen.

Oliver Di Iorio



























Das grauenhafte Cover würde mich schon davon abhalten, mich näher mit der Musik zu beschäftigen. Mann, ist das hässlich!