



Drei Jahre nach „Seven Keys To The Discomfort Of Being“ melden sich PREDATORY VOID nicht mit dem erwartbaren zweiten Album, sondern mit einer EP zurück, die gerade einmal 13 Minuten umfasst. Trotzdem wirkt „Atoned In Metamorphosis“ nicht wie ein kurzer Lückenfüller. Die vier Stücke zeigen vielmehr eine Band im Wandel, die ihren Sound zumindest in Nuancen deutlich verändert hat. Die ausufernden Sludge- und Death-Metal-Passagen des Debüts treten etwas zurück. Stattdessen rücken Post-Metal, Post-Black-Metal und offenere, melodischere Momente stärker in den Vordergrund. PREDATORY VOID klingen dadurch zugänglicher, aber nur bedingt harmloser. Die Härte entsteht nun weniger durch dauerhaften Druck als durch das dynamische Wechselspiel aus fragilen und ruhigen Elementen und plötzlicher Eskalation.
Was macht „Atoned In Metamorphosis“ anders?
„Make Me Whole“ eröffnet zunächst nur mit Lina R.s eindringlicher Stimme und einer hell klingenden Gitarre. Die Spannung wächst langsam, bis sich das Stück in schwere, verdrehte Riffs und einen kurzen Ausbruch entlädt. Der Übergang zu „New Moon“ führt direkt in rasendes Post-Black-Metal-Terrain, wo stürmische Drums und dissonantes Riffing auf düsteren Klargesang treffen, bevor sich auch die Stimme in heisere Schreie verwandelt. Das stärkste Merkmal der EP bleibt die stimmliche Bandbreite, denn Lina R. bewegt sich zwischen ruhigem, beinahe verletzlichem Gesang, klagenden Passagen und völlig entfesselten Ausbrüchen. Unterstützt wird sie von Neuzugang Kris Auman, deren Stimme nicht bloß im Hintergrund auftaucht, sondern wie ein dunkler Gegenpol wirkt. Gerade dieses Zusammenspiel verleiht den Songs zusätzliche Tiefe. „Peeling Cycle“ beginnt gedämpft und bedrohlich, steigert sich aber innerhalb weniger Minuten zu einem brodelnden Gemisch aus Doom, Death Metal und Sludge. „Contemplation In Time“ setzt anschließend auf treibenden Bass, helle Tremolo-Gitarren und ein starkes Laut-leise-Spiel. Gegen Ende kippt das Stück immer weiter in Dissonanz und Verzweiflung, bis nur noch kontrolliertes Chaos übrig bleibt.
Neuer Stoff für Freunde der Church Of Ra
PREDATORY VOID haben die Aggression des Debüts nicht abgelegt, aber anders ausgerichtet, denn wo früher vor allem chaotische Wut dominierte, stehen nun Trauer, Verachtung und innere Zerrissenheit im Mittelpunkt. „Atoned In Metamorphosis“ mag stilistisch weniger originell als sein Vorgänger wirken, dafür ist das Songwriting nachvollziehbarer und unmittelbarer in seiner Wirkung. Die einzige echte Schwäche liegt in der kurzen Spielzeit der EP, denn nach diesen vier Stücken möchte man nicht erneut drei Jahre auf Nachschub warten. Freunde von OATHBREAKER, AMENRA, CELESTE oder allgemein der Church Of Ra werden es dennoch lieben.

Thomas Mahnke































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