
Soundcheck September 2026# 20
Nach dreizehn Jahren melden sich KONGH mit „Dissolved In Time“ zurück. Für Gründungsmitglied David Johansson war die Idee hinter der Band nach „Sole Creation“ zunächst ausgereizt. Erst neue musikalische Ideen weckten den Wunsch, KONGH fortzuführen. Die Zwischenzeit nutzte Johansson unter anderem für Tontechnik und Produktion, außerdem war er von 2013 bis 2019 als Live-Gitarrist für CULT OF LUNA unterwegs.
Auf „Dissolved In Time“ übernimmt er Gitarren, Bass, Elektronik und Gesang sowie den Mix. Drei Songs kommen auf knapp 40 Minuten und verbinden den bekannten Doom und Sludge mit psychedelischen und elektronischen Elementen.
Kriechend zur Ekstase
„Staining The Ether“ gibt mit fast 19 Minuten die Richtung vor. Aus ruhigen Gitarren und atmosphärischen Flächen wächst schrittweise ein massives Riffgebilde. KONGH bauen ihre Stücke stufenweise auf und steigern Intensität und Spannung bis zum beinahe ekstatischen Maximum.
Nicht jede Passage entwickelt über die enorme Spielzeit die gleiche Sogwirkung und einige Wiederholungen verlieren mit der Zeit an Durchschlagskraft. Was in manchen Passagen zur Geduldsprobe wird, erweist sich an anderer Stelle als genau der richtige Aufbau für die folgenden Höhepunkte.
„Guided To The End“ fällt kompakter aus und kommt entsprechend schneller zum Punkt. Schwere Riffs, spacige Klangflächen und elektronische Parts werden hier wirkungsvoll miteinander verwoben. Der Titelsong kehrt anschließend zur ausgedehnten Dramaturgie zurück und steigert sich ebenfalls langsam zu seinen intensivsten Momenten.
Bekannte Stärken, größerer Sound
Stilistisch bedeutet „Dissolved In Time“ keinen völligen Neustart. Bereits „Sole Creation“ lotete den KONGH-Sound auf vielen Ebenen aus. Der deutlichste Fortschritt liegt im Klangbild: Das Comeback klingt größer, räumlicher und differenzierter, während sich neue Nuancen organisch in die eindringlichen Gitarrenwände einfügen.
Beim Songwriting bleiben KONGH dagegen ihrem bekannten Prinzip treu. Die langen Steigerungen funktionieren nicht über die gesamte Spielzeit gleichermaßen gut. Dennoch ist „Dissolved In Time“ mehr als eine nostalgische Rückkehr. KONGH führen ihren vielschichtigen Sound konsequent fort und belohnen die nötige Geduld mit einigen intensiven bis ekstatischen Momenten. Fans der Band und Sludge-Liebhaber sollten auf jeden Fall reinhören.

Oliver Schreyer



















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