Sokrovenno - De Rerum Natura

Review

Die Italiener von SOKROVENNO haben eine Schwäche für Altmeister Lukrez, mit dem ich mich zu Zeiten des großen Latinums auch mal beschäftigen durfte (nette Eigenwerbung, nicht?). Die Band erschafft feinen Black Metal der melodischen Sorte, ohne in überbordenden Kitsch auszuarten, wie es unsere italienischen Freunde ja oft tun, denken wir u.a. an GRAVEWORM.

„Ineunte Hieme“ ist ein richtig guter Opener geworden; an dieser Art der Musik orientieren sich auch alle folgenden Songs. Einerseits ist das Niveau wirklich als gut zu bezeichnen, andererseits vermisse ich schon eine eigene Identität. Denn immer verbleiben SOKROVENNO in der Mitte, scheren nicht aus, weder in Richtung schnittiger Sensenmann noch in die Gefilde archaischer Tonkunst.

Black Metal der Sorte DIMMU BORGIR light gab es schon so viel, dass sich neue Bands ein wenig absetzen müssen. SKROVENNO schaffen das durch feine Soli („Flammantia Moenia Mundi“, ich liebe Latein!) und gut platzierte Breaks. Immer wieder zeigt die Band, dass sie Potenzial hat. Würden sie doch endlich einmal nordisch sicheln oder melancholisch vor sich hin träumen…

Was würde Produzent Stendahl-Nordström tun? Nun, er würde SOKROVENNO erst einmal etwas zwingenderes Songmaterial verpassen, einen schrägen kurzen Pre-Chorus, dann harte aber melodische Frankenstein Akkorde in Hauptrefrain, nicht wiederholt selbverständlich, sodann elegische, epische SUMMONING-Momente in so mancher Strophe sowie variablere Schlagzeugfiguren.

Erinnert sich jemand an EMBRACED? Nein? Das waren Schweden, welche ähnlich traurige, sehr verspielte Songs (allerdings weit opulenter produziert) kreierten, einst im Mai 1998. Nun, in diese Richtung könnten SOKROVENNO gehen. Dazu den Drive der ersten MISTELTEIN, etwas Rock und führend den Bass, welcher übrigens schon jetzt überzeugt, da er alle Leads klammert und nicht aus den vierfingrigen Klauen lässt, ein ausdrückliches Lob dafür!

Die Italiener sind gut, meine Verbesserungsvorschläge bitte nicht falsch verstehen. Sie basteln komplexe Songs, verharren aber zu sehr in der Mitte des Stromes; dabei ist es dort, wo die Stromschnellen Wellen kräuseln und uralte Steine glatt spülen, viel interessanter, denn dort beginnt das Reich der drei Schwanfrauen, welche um den Hort wissen, der beinahe unmerklich seine goldenen Strahlen durch dunkle Schnellen an die Oberfläche, ins Licht des Tages, sendet. SOKROVENNO könnten in weit höhere Sphären gelangen, denn da raschelt etwas, schlägt mit schwarzen Flügeln, wispert in der Dunkelheit… noch gebändigt, unbeholfen, auf der Lauer. Der Weckruf… wann ertönt er?

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23.08.2010

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