Tao Menizoo - Tao Menizoo

Review

„MAMI ! MIT WAS SOLL ICH DENN JETZT SPIELEN ?“ „Nimm doch deine neue Max Cavalera Action Puppe mit Super Mosh Funktion !“ „NEE – HAB ICH SCHON MIT GESPIELT !“ „Dann eben deine Devin Townsend Minifigs mit Sprachchip !“ „HAB ICH AUCH SCHON MIT GESPIELT !“ „Dann versuchs mal mit deinem neuen Ministry-Quartett !“ „OK ! DANKE , MAMI , TOLLE IDEE !“

Ungefähr SO wird diese CD entstanden sein – die Franzosen hatten viel zu viele Spielsachen im Proberaum rumliegen. Und da sie sich nicht für ein einziges Spielzeug entscheiden konnten, haben sie dann gleich alle verfügbaren genommen. Tao Menizoo kloppen das Ohr mit einer zunächst sehr sperrigen Mischung aus Sepultura-Gemoshe , Industrial-versetzten Hevy Devy Wahnsinn und basslastigem Nu-Metal weich, dem hin und wieder ein paar nette Thrashsalven beigemischt werden, um die heiße Brühe vollends abzuschmecken.

Was sich zu Anfang noch etwas unvereinbar anhört, macht schon mit Track 2 Sinn, in dem man noch am ehesten mit den Maniacs von SYL vergleichbar ist, auch was die melodiösen Vocals in der Nummer angeht. Ansonsten wird eine Sangesleistung dargeboten, die fast durchweg den ollen Sepu-Maxe zitiert, wie er mal wieder völlig die Sau rauslässt. Vor allem die simplen, aber über weite Strecken recht eingängigen Stakkatoriffs kreieren auf Songs wie „Dementia“ und „Thorns“ eine nahezu mantrisch-hypnotische Atmosphäre, die durch die perfekt eingesetzten Synths und Chöre eine gewaltige Tiefe verliehen bekommen. Dabei erinnert gerade „Thorns“ entfernt an eine wärmere/organischere Variante der genialen Italiener Sadist zu „Crust“ Zeiten. Bei diesem Song beweist die Band ihre große Stärke, all ihre zum Teil sehr unterschiedlichen Einflüsse als homogen klingendes Geschoss abzufeuern. Leider verlässt man sich dann aber später einen Tick zu sehr auf das typische Sepu-Tribal-Geriffe, das sich zunehmend wiederholt und meist zu platt klingt.

Zwar kann der Fünfer hin und wieder durch starke Riffs und intelligent eingeflochtene Samples auch auf die mächtigen Industrial-Metal Götter Ministry verweisen (etwa zum Schluss mit „The Ending“), aber leider ist die zweite Hälfte der Scheibe insgesamt nicht ganz so überzeugend, wie die erste. Dazu wirkt das Material seltsamerweise nicht mehr ganz so inspiriert wie zu Anfang, auch wenn die sich Tracks durchaus voneinander unterscheiden. Besonders die Nu-Metal geprägten und enorm basslastigen Songs „Innerängst“ und „Victims“ weisen Längen auf – hier wirkt die Monotonie eher enervierend. Trotz der oben angeführten Kritikpunkte sollte man ein Album wie dieses nicht an sich vorbei ziehen lassen. Denn Tao Menizzo trauen sich, abseits der ausgetretenen Metalwege zu pilgern; werten sie ihre unbestreitbaren Einflüsse doch mit eigenen Ideen und ner Menge fesselnder Atmosphäre auf. Darüber hinaus kann sich das Zusatzmaterial für den PC und die gelungene Aufmachung der Platte echt sehen lassen.

Sie selbst bezeichnen ihre Mucke zudem als Polymorphic Metal … ich halte zwar nicht viel von überzogenem Schubladieren – aber der Begriff ist durchaus treffend gewählt. Wenn es den Franzmännern auf dem nächsten Longplayer gelingt, die Längen aus ihrem Songwriting zu verbannen und noch mehr Granaten wie „Paranoid Crisis“ oder eben „Thorns“ zu komponieren, werden sie sich nen echten Namen machen können.

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07.06.2004

Der metal.de Serviervorschlag

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