Tao Menizoo - Journey Through A Devastated Mind

Review

Das hier ist halbgar!

Was heißt jetzt halbgar? Ist halbgar gar schlimm?

Halbgares Gemüse schmeckt jedenfalls oft nicht so lecker und /oder wirkt sich belastend aus. Halbgares Steak dagegen wird von vielen als einzig wahrer Fleischgenuss goutiert.

Halbgare Platten sind aber wohl immer ein zweifelhafter Genuss.

Dabei lässt die Band laut Waschzettel unter anderen auch Cold Wave in ihren Sound einfließen. Ok, den Spaß in dem Zusammenhang mit Halbgefrorenem machen wir jetzt mal einfach nicht…

Nun, die Franzosen packen wie auf den Vorgängern “Tao Menizoo“ und “So Blind“ wieder eine ganze Menge in ihre Mucke. Zu keinem Zeitpunkt kann man den Vorwurf erheben, hier würde nicht kräftig über den Tellerrand geglotzt. Dabei sind immer noch MINISTRY und DEVIN TOWNSEND als starke Einflüsse auszumachen.

Die SOULFLY/SEPULTURA-Anleihen hat man zugunsten atmosphärischer Parts jedoch nahezu ganz aufgegeben. So tönt vor allem das Industrial-geschwängerte “What If…“ mit Jourgensen-Gedächtnis-Outfit aus den Boxen, lässt aber die zwingende Erhabenheit der “Psalm 69“-Ära vermissen. Dennoch ein Highlight der Platte, die wie der direkte Vorgänger aber an zu vielen Lahmarsch-Abschitten krankt, wo der Drive zuweilen komplett verloren geht und am monotonen, recht ausdrucklosen Press-Gesang auch nicht gesunden kann.

Das folgende “Your Weakness“ wartet mit einer bittersüßem Melodei auf, die den Song in die Lage versetzt, Langzeitwirkung zu entfalten. Doch im weiteren Verlauf gähnt die Langeweile ganz gewaltig. Die Nachhaltigkeit geht auf Grund fader Riffs und eines zu repetitiven wie gleichsam zu unentschlossen wirkenden Songaufbaus verloren; die sauber produzierten Songs tröpfeln so dahin, dass man versteht, warum die Dame auf dem Cover den Revolver bereithält.

Zwar blitzt immer wieder mal die ein oder andere nette Idee auf oder gar ein Ansatz, der die Mucke fast eine hypnotische Wirkung verleiht, aber in der Gänze bleibt die Reise bedauerlicherweise viel zu tranig. Die triefende Lamoryanz, welche die Mucke versprüht, passt formal zwar zum Textkonzept des Albums, welches sich mit den dunkelsten Gedanken und Ängsten eines gestörten Geistes beschäftigt, doch schränkt sie das Hörvergnügen spätestens in der zweiten Hälfte des Outputs stark ein. Der Drang, die Skip-Taste zu betätigen, nimmt jedenfalls proportional zur fortgeschrittenen Spieldauer zu.

Ja, “Journey Through A Devastated Mind“ ist sowohl für Fenchel-Fetischisten als auch für Braten-Begeisterte auf Grund des in dem Falle ungeeigneten Gargrades weniger empfehlenswert.

Aber man hat dafür mal wieder Zeit, sein Gewicht mit Almased zu stabilisieren.

18.11.2012

Der metal.de Serviervorschlag

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