The Dillinger Escape Plan - Plagiarism

Review

Galerie mit 20 Bildern: The Dillinger Escape Plan live in Leipzig 2017

Nur über iTunes ist „Plagiarism“, die aktuellste Veröffentlichung aus dem Hause THE DILLINGER ESCAPE PLAN, erhältlich. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht sei mal dahin gestellt. Zum einen wünscht sich der normale Musikliebhaber in der Regel ein richtiges Produkt in den Händen zu halten, zum anderen ist diese reine Internet-Veröffentlichung sicherlich ein schielender Blick in die Zukunft. Schieben wir diesen schwierigen Punkt also beiseite und schauen, bzw. hören, was die Chaotentruppe uns unterjubeln will.

Ganze sechs Tracks gibt es zu hören, wovon vier reine Cover-Versionen sind. Los geht es mit dem sehr alternativ angehauchten „Retrofied“ als Edit-Fassung, welches man in normaler Länge bereits vom letzten Album „Miss Machine“ kennt. Nicht sonderlich spektakulär und ebenfalls ein wenig unüblich ist das Stück, wenn man es mit dem Back-Katalog dieser Band vergleicht. Danach geht es dann los mit dem ersten Cover, nämlich „Wish“ von den NINE INCH NAILS. Überraschenderweise geben sich THE DILLINGER ESCAPE PLAN keine große Mühe den Song aufzufrischen oder nach ihren Maßstäben umzubasteln. Bis auf wenige Feinheiten wird alles 1:1 nachgespielt und ehrlich gesagt kann man dann auch gleich auf das Original zurückgreifen. Um ihrer Offenheit Tribut zu zollen haben sich die Herren dann an „Angel“ von MASSIVE ATTACK herangewagt. Zwar ist das Stück durchaus nett anzuhören, verblasst jedoch angesichts der ungenutzten Möglichkeiten, die dem Lied sicherlich neues Leben eingehaucht hätten. Kaum hat man das überstanden müssen SOUNDGARDEN herhalten. Ihr Klassiker „Jesus Christ Pose“ wird zwar wirklich gut rübergebracht, jedoch ebenfalls ohne einen eigenen Stempel oder Neuerungen. Das Ende der Cover-Reihe belegt dann „Like I Love You“ von JUSTIN TIMBERLAKE. Mal abgesehen von der etwas zwiespältigen Songwahl klingt das Ganze dann auch noch so, wie ich es zuvor vermutet habe: Ein ziemlicher Griff ins Klo. Den Abschluss der EP bildet dann eine Live-Version des DILLINGER-Tracks „The Perfect Design“, der vermutlich lediglich dazu auf dieser Veröffentlichung ist, um zu beweisen, was die Jungs alles drauf haben.

Auch wenn sie auf dem Live-Stück wahnsinnig präzise ihre Chaotenmusik runterschreddern und eindrucksvoll beweisen, dass spielerische Finesse keine Grenzen kennt, bleibt insgesamt gesehen eine ziemlich überflüssige EP. Hört lieber die Originale.

06.11.2006

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