Unhallowed (AT) - Blackened Skies (EP)

Review

Ich will nicht sagen, dass UNHALLOWED es deshalb schwer bei mir hätten, weil ich so ein gutes Gedächtnis habe. Trotzdem ist es ein bisschen schade, dass hinter UNHALLOWED nicht die 1998 aufgelöste deutsche Black Metal-Band steckt, von der ich gerne etwas Neues gehört hätte, sondern eine relativ frisch gegründete österreichische Truppe. Was die vier Musiker auf ihrer Debüt-EP auf die Beine gestellt haben, ist auch ohne den direkten Vergleich zu ihren Namensvettern so einfallslos, wie es der Titel „Blackened Skies“ suggeriert.

Die fünf relativ gleichförmigen Stücke wurzeln nach Ansicht der Band im melodischen Black/Death Metal mit skandinavischer Prägung. Das halte ich für einen Irrglauben. Oder UNHALLOWED und ich haben grob unterschiedliche Ansichten darüber, was man sich darunter vorstellen kann. Ich denke dabei an VINTERLAND, DAWN oder DISSECTION, deren Song „Unhallowed“ ja offenbar auch nachhaltigen Einfluss auf die Österreicher hatte. Die wären – das legt zumindest auch das fast geklaute Emblem nahe, das die Band auf Myspace nutzt – vermutlich auch gerne VINTERLAND, stellen aber in den 22 Minuten ihrer EP nicht einen einzigen Song, nicht einmal ein einziges Riff auf die Beine, das qualititativ auch nur in die Nähe ihrer Vorbilder kommt. Wenn überhaupt, dann erinnert dieser Fünf-Tracker an eine angekokelte AMON AMARTH-Version. An eigener Identität mangelt es jedenfalls extrem. „Blackened Skies“ ist stattdessen ein Sammelsurium aus beliebig wirkenden Riffs vor allem aus dem melodischen Death Metal, sehr sanftem Black Metal und etwas Thrash. Das bringen UNHALLOWED bis auf einige Timingprobleme und verdammt schiefe Sologitarren ganz souverän über die Bühne und verpacken das auch in einen relativ amtlichen Sound. Das war’s dann leider auch mit den Pluspunkten. An Kritikpunkten gäbe es einige zu nennen, die ich ja auch schon angerissen habe. Das Songwriting ist der größte. Ein weiterer ist der ziemlich gequält wirkende Gesang, der an keiner Stelle so richtig Atmosphäre aufkommen lässt.

Selbst der Bonus, dass diese fünf Tracks die ersten Songs einer relativ jungen Band sind, rettet „Blackened Skies“ nicht vor dem Absturz ins unterste Mittelmaß. Mit handwerklich anständig gespielten, aber unaufregenden Songs gerade diesen Stils gewinnt man eben 2011 keinen Blumentopf mehr. Das war übrigens schon 1998, als die deutsche UNHALLOWED-Version das Zeitliche segnete, nicht anders…

18.03.2011

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