Welcome Karen - Was Es Heißt Unterzugehen

Review

Songs über sechs Minuten Spielzeit, deutsche Texte und das im Metalcore- bzw. Deathcore-Bereich? Mann, das klingt ja endlich mal interessant, denn so oft bekommt man sowas nicht zu hören.

Tja, leider entpuppt sich WELCOME KAREN’s erstes Lebenszeichen nicht als großartig spannend. Die deutschen Texte muten teilweise zwar durchdacht an, wissen aber nicht immer zu überzeugen, denn die deutsche Sprache setzt nun mal Grenzen und so richtig kann ich mich mit Wendungen wie „Umgeben von feuchtem Gestein, in einer Kiste aus Holz“ nicht anfreunden. Gut, die Lyrics sind eine Sache, die man auch noch getrost etwas beiseite schieben kann.

Doch nicht die Musik, auf die kommt es ja schlussendlich an. Auch hier, oder gerade hier, hapert es doch noch gewaltig. Bei drei Songs ist es eigentlich schwer, von Langatmigkeit zu sprechen, doch WELCOME KAREN bringen dieses unglückliche Kunststück fertig und dehnen ihre Songs ein gutes Stück zu weit aus. Kürzer hätten die teils wuchtigen Stücke einfach mehr Potenzial gehabt, so stresst der nächste Breakdown einfach, die nächste Doublebass-Salve wirkt dann auch eher wie zäher Kaugummi und das tausendste Mal „in einer Kiste aus Holz“ zu hören, nervt einfach. Mitunter zeigt man aber auch durchaus die Fähigkeit für gute Ideen, das will ich nicht abstreiten. Immerhin baut man immer wieder Kleinigkeiten ein, die den Hörer bei der Stange halten können, seien es Tempowechsel, Breaks oder ein bisschen Gefrickel auf der Gitarre, es sind nur Kleinigkeiten, aber diese lockern das Material immerhin auf.

Woran es aber eindeutig scheitert, ist der Gesamteindruck – dieser ist nicht mal durchschnittlich. Vor allem die schwachen, klaren Vocals müssen mit mehr Kraft versehen, die Songs einfach kürzer und mit ein bisschen mehr Wucht ausgestattet werden und an manchen Stellen sollte man sich dann doch noch mal die Lyrics anschauen, ein deutscher Hörer stolpert dann doch über ein paar Formulierungen. Schade, die Ideen sind nicht verkehrt, nur wirkt alles noch etwas unreif und vorschnell.

28.07.2008

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