Hulder
Europe Summer Tour 2026

Konzertbericht

Billing: Hulder und Godskill
Konzert vom 11.06.2026 | Kesselhaus, Wiesbaden

Relativ spät wird klar, dass sich die US-Amerikaner von HULDER mit den Heilbronnern GODSKILL noch einen mehr oder weniger lokalen Support geangelt haben. Das Quintett startete ursprünglich mit Deathcore, ist aber inzwischen im Black Metal beheimatet. Dass und der theatralische Bühnenstart, bei dem Frontmann Kalt seinen Mitstreitern jeweils ein blutrotes Petruskreuz auf die Stirn malt liefern eigentlich allen Grund zur Skepsis, den die Baden-Württemberger allerdings zu verwischen vermögen. Ganz im Stile der Nürnberger von TOTAL HATE, können schwarzmetallische Requisiten kaum genug sein.

Ketten, Weihrauch und Grubenlampen

Es werden Ketten gezogen, Weihrauchgefäße geschwenkt und Grubenlampen umnachtet vor Augen getragen, doch musikalisch können GODSKILL durchaus überzeugen, wenn auch nicht gerade mit großer Innovation. Feuert die Truppe rasiermesserscharfe Black-Metal-Speere, ist die o.g. fränkische Referenz nicht weit, dazu ergänzen Death-Metal-Einflüsse das Gesamtbild und schaffen Raum für ein paar handfeste Headbanger. Während die Instrumentalfraktion eher introvertiert agiert, geht Kalt in seiner Rolle voll auf. Auf der Bühne ist der steigende Leidensdruck spürbar, danach gibt sich der Frontmann sympathisch hinter dem Merchandise-Stand. So muss das.

Die Hauptband aus Olympia, Washington, lässt sich dann zum Unmut einiger Anwesender enorm viel Zeit und baut für eine Gesamtspielzeit von etwa 50 Minuten fast 40 Minuten um. Unter anderem ziert von Geäst umschlungener Mikrophonständer die Bühne, der ein wenig an die US-Nachbarn von WOLVES IN THE THRONE ROOM erinnert. Musikalisch gehen HULDER aber weniger urwüchsig entrückt vor und haben sich auch von ihren Wurzeln im Stile der ersten SATYRICON– und EMPEROR-Alben ein wenig entfernt. Das ist aber kein Kritikpunkt, denn mit „Verses In Oath“ hat die Band ihren eigenen Weg gefunden und visualisiert diesen hier brachial auf der Bühne.

Hulder und Necreon induzieren Trance

Bis auf „Sylvan Awakening“ stammen alle am heutigen Abend dargebotenen Stücke entweder vom aktuellen oder dem kommenden Album „Verbolgen“, das den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen scheint. Im Laufe der Spielzeit, nachdem immer mal wieder an den Gitarren- und Stimmreglern gedreht wurde, schreddern sich insbesondere Frontfrau Hulder sowie ihr Bassist und Ehemann Necreon förmlich in Trance. Das kommt auch vor der Bühne an und Songs wie „Veil Of Penitence“ oder „Vessel Of Suffering“ werden zu absoluten Wirkungstreffern. Der Abschluss mit einem Intro und dem neuen Track „…And We Shall Sing“, selbstredend mit schummrigen Klargesängen der Hauptprotagonistin, machen Lust auf das frische Studiomaterial.

Setlist:

01. A Beacon From Darkened Skies
02. View From Nemeton
03. Sylvan Awakening
04. Hearken The End
05. Verses In Oath
06. Cast Into The Well Of Rememberance
07. Veil Of Penitence
08. Vessel Of Suffering
09. Drie Raven
10. …And We Shall Sing

15.06.2026

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