Weltenbrand - Der Untergang Von Trisona

Review

Mit so einem Werk verhält es sich in etwa als wolle man die romantischsten Gemälde C.D. Friedrichs zu beschreiben versuchen – v.a. diese mystische Stimmung kennt kein Wort… Nachdem ihr Rabenland für den heutigen Musik- bzw. Produktionsstandard doch recht dürftig ist, bot Das Nachtvolk immerhin schon so manch großartigen Ansatz und dennoch hätt ich nie gedacht, daß sie mal derartiges hervorbringen und so aus dem Schatten von Die Verbannten Kinder Evas treten könnten. Ja, dieser Oliver ist jemand geworden, der entgegen dem Groß schwarzer Musiker nicht nur angestrengt Klassisches komponiert. Er wird die zwei Jahre intensiv genutzt und wohlinspiriert an seinem Material herumgetüftelt haben, woher dann auch diese sagenhafte Spielzeit von 70 Minuten rührt. Es bannt da nicht nur dieses Gespür für unverbrauchte romantische Melodien, nein, hier kennt jemand die Stilmittel – ist ausgebildet – weiß um Dramatik und wie eine Stimmung bzw. Spannung aufzubauen und dann hochbombastisch zu endladen ist. Pauken und Becken werden sehr gezielt, ja, orchesterhaft eingesetzt, wo eine hohe Intuition für Rhythmik vernehmbar wird. Hier geschieht immer etwas – keine vier Takte vergehen ohne Abwechslung: neben Mönchschören a la Vangelis und Gothic Vox kommen u.a. Piccolo-Flöte, Hörner, Klarinette, (glitzernde) Glockenklänge oder gar ein Dudelsack zum Zuge und der Musiker weiß wie diese (am Keyboard) gespielt werden um Folklore und düstrem Altertum gerecht zu werden. Vollkommen weben es dann die beiden Geigerinnen und das Pianospiel mit den selten so virtuos gehörten Läufen. Ebenso nicht von dieser Erde ist die vokale Leistung, denn – ohne denselben Nachzuahmen – erinnert Ritchies Stimme an die Alexander Veljanovs, also eine schmeichelnd Ruhige, Warme und Tiefe. Ein eher zwiespältiges Verhältnis hab ich jedoch zu dem sogenannten Gesang dieser Simone: auf den Vorwerken kam sie wirklich kaum über ein dilettantisch-bemühtes Tonhauchen heraus, hier hat sich zwar etwas getan, aber 50% des Stimmenanteils sind doch ein wenig zuviel bemessen für solch ein arg geringes Stimmvolumen und lustlose Intonation – nie und nimmer zu vergleichen mit einer Elisabeth von Dargaard. Gut, stellt man sich nun vor da eine Fee so kindhaft singen zu hören…, hm, und eigentlich paßt es schon irgendwie, da die Musik so im Vordergrund bleibt. Ja, und da wäre noch das atmosphärische Artwork, das ich wirklich als Kunst bezeichnen will. Und da die Texte aus dem Sagenbuch Liechtensteins dann auch durchaus lesenswert sind, darf das Ländchen überaus stolz auf Weltenbrand sein. Insgesamt ein anspruchsvolles Gothic-Album zum Sich-Treibenlassen und eines, das es absolut nicht nötig hat so penetrant und kommerzgierig mit den Guestvocals Alexander Krulls (Atrocity) und Liv Kristines angeworben zu werden, denn dieses eine Stück (1/14 von der Gesamtspielzeit) ist soo toll nun wirklich nicht.

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21.12.1999

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