Wisborg - Phantomschmerz

Review

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Mit „Phantomschmerz“ veröffentlichen die umtriebigen Goth-Rocker WISBORG ihr fünftes Studioalbum in rund acht Jahren. Trotz des für unsere Bubble schwierigen Genres hat die Band bisher bei uns gepunktet, zuletzt besonders bei ihrem self-titled Album. Große Neuerungen gibt es auf „Phantomschmerz“ nicht. Ihren Stil haben WISBORG früh gefunden und seitdem konsolidiert, und bei Chris Harms (LORD OF THE LOST) lag die Produktion in bekannten und routinierten Händen. Es handelt sich jedoch um das letzte Album, auf dem Gründungsmitglied und Co-Schreiber Nikolas Eckstein zu hören ist, denn er hat die Band Ende 2025 im Guten verlassen. Thematisch befasst sich das Album neben introspektiven Themen vermehrt mit dem Weltgeschehen und der zerstörerischen Rolle des Menschen.

WISBORG punkten durch Eingängigkeit

Los geht „Phantomschmerz“ allerdings nicht mit Herz- oder Weltschmerz, sondern mit einer Runde Vampir-Fetischismus. „Kreatur der Nacht“ ist tanzbar und eingängig, macht textlich aber keinen guten ersten Eindruck. Der Spaßfaktor ist dagegen vorhanden und die folgenden Stücke entschädigen auch lyrisch. So geht es schon bei „Totentanz“ mit Gastvocals von Scarlet Dorn bergauf. Den Fokus legen WISBORG auf einprägsame Melodien, besonders bei den Refrains. Neben tanzbaren Hooks bieten einige Tracks zudem nachdenkliche und balladeske Momente. So beispielsweise das passend betitelte „Melancholia“. Härter und (fast) mit Metal-Einschlag wird es bei „Moloch“, das sich als stärkste Nummer auf dem Album herausstellt. Unabhängig von der Ausprägung der einzelnen Stücke schweben über allem die markante Stimme von Sänger Konstantin Michaely und ein Dunst von Schwarzromantik.

„Phantomschmerz“ als bittersüße Gute-Laune-Musik

Gerade weil der Goth-Rock nicht unbedingt die Königsdisziplin der musikalischen Finesse ist, muss man WISBORG ihre Handwerkskunst zugutehalten. Das, was sie machen, machen sie wirklich gut. Das gilt für das Songwriting sowie für die handwerkliche Umsetzung. Vor allem live oder im Club dürften ihre Kompositionen funktionieren. Auch als bittersüße Gute-Laune-Musik für nebenher ist „Phantomschmerz“ zu empfehlen. Ein gewisser Gleichklang und simple Songstrukturen sind genregegeben, führen beim aktiven Hören aber zu Abnutzungserscheinungen. Diese werden durch die Bonustracks am Ende wieder aufgebrochen. Das PLACEBO-Cover „The Bitter End“ ist gelungen, reicht aber wie so oft nicht an das Original heran. Die Zielgruppe dürfte es abholen, genau wie der Live-Track mit Chris Harms als Gastsänger.

30.01.2026

headbanging herbivore with a camera

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