
METAL SELECT: Mein Jahresrückblick 2025
Special
Metal Select ist das Format, in dem Künstlerinnen und Künstler ihre persönlichen Top 10 vorstellen: Songs und Alben, die sie geprägt haben. Diesmal ist der Spieß umgedreht: In einer Solo-Folge spreche ich über meinen eigenen Jahresrückblick 2025 und die Releases, die mich durch dieses Musikjahr getragen haben. Mit dabei: Hardcore-Haltung, Metalcore-Wucht, Folk-Metal-Epen, Punk-Attitüde und ein paar bewusste Ausbrüche aus dem Genre, plus ein kurzes Branchen-Blitzlicht zu Clubs, Livebasis und mentaler Gesundheit. Also Metal Select diesmal in der Diana-Selection!
STICK TO YOUR GUNS – Keep Planting Flowers
Hardcore kann weich sein, ohne weich zu werden. STYG klingen 2025 wie eine Band, die alles gesehen hat und sich trotzdem entscheidet, nicht zu verbittern. Songs wie „Keep Planting Flowers“ stehen für diese Haltung: weitermachen, weiter säen, auch wenn die Welt brennt. Im Podcast erzählen Jesse und Josh ausführlich zum Entstehungsprozess der Platte und auch warum sie im Vorfeld an einem Scheideweg standen.
KILLSWITCH ENGAGE – This Consequence
Wuchtig, präzise, aber spürbar dunkler als früher. Nach langer Pause wirkt das wie ein Album, das nicht tröstet, sondern ehrlich konfrontiert. „Aftermath“ bleibt hängen: als Song über Zerstörung und Verantwortung, der einem aber gleichzeitig das Gefühl gibt die Asche des Vergangenen abzuschütteln und selbst wieder strahlen zu können. Interview zur Platte lest ihr hier.
ELUVEITIE – Ànv
ELUVEITIE liefern 2025 erneut das, was sie so stark macht: Folk nicht als Deko, sondern als Identität. Gewalt und Schönheit liegen eng beieinander, der Mix ist groß, aber nie beliebig. „The Prodigal Ones“ ist so ein Track, der die Band auf den Punkt bringt: episch, emotional, trotzdem heavy.
Im Podcast erzählt Chrigel über die Hintergründe zur Platte!
ACCVSED – Dealers of Doom
Newcomer-Energie, die nicht geschniegelt daherkommt, sondern hungrig. Die Platte lebt von Kontrasten: brutale Parts und starke Hooks. Der Song „Senescence“ trifft für mich den Nagel auf den Kopf was das Thema der musikalischen Vielfalt im Metalcore betrifft. Metal Select bringt manchmal auch verborgene Schätze auf den Tisch, vielleicht ist das ja genaus ein kleines Juwel für euch!
THE IRON ROSES – Agitpop (EP)
Politischer Punk mit Herz und einer Haltung, die man auch im Metal sofort versteht. „Burn“ ist eine Hymne, die nicht nur gegen etwas ist, sondern für Menschen udn Schutzräume. Der Song feiert unsere Vielfalt und empowert uns, für uns und unsere Werte stark zu sein. Nat und Becky erzählen im Podcast über die Hintergründe von Agitpop!
SONDASCHULE – Wir bleiben wach
Eine Platte, die von Verlust erzählt, ohne sich dabei zu verlieren. Eine Platte, die uns die Hand gibt, uns in den Arm nimmt und laut sagt: „Keine Angst vor guter Laune“. Trotz Ska-Punk-Energie liegt über allem ein ernsthafter Kern. „Weit, weit weg“ ist Trostmusik, ohne banal zu werden: diese Mischung aus Warmherzigkeit, Freundschaft und „Wir tragen uns da durch“.
Im Podcast erzählt Costa, wie die Platte entstanden ist und warum er im Studio die Hosen runterlassen musste.
LEAP – Entropy
Blick über den Genre-Tellerrand, aber völlig kompatibel mit Metal-Heads: Druck, Intensität, echte Emotionen. Besonders „Energies“ ist ein Song, der psychische Ausnahmezustände nicht ästhetisiert, sondern greifbar macht. Keine Hochglanzproduktion sondern ein Live-Gefühl auf Platte.
Im Podcast erzählt die Band wie akribisch sie an ihrem Debüt gearbeitet haben und warum Touren für sie das Allerschönste ist.
TESTAMENT – Para Bellum
Thrash-Veteranen, die nicht nur ihre Legacy verwalten. TESTAMENT wirken 2025 erstaunlich frisch, auch weil sie mehr zulassen: Atmosphäre, Dynamik und sogar große Emotionen im Klavierarrangement. Im Podcast erzählt Eric nicht nur über die aktuelle Platte, sondern wir philosophieren auch darüber, wie sich Musikproduktionen in den vergangenen 40 Jahren verändert haben.
MARATHONMANN – Poltergeist
MARATHONMANN ist für mich 2025 ein Musterbeispiel für „Dunkelheit in Schönheit verwandeln“. Besonders der Song „Frequenzen“ ist so ein Song, der sich wie eine innere Standortbestimmung anfühlt: leer, suchend, aber nicht hoffnungslos. Wie diese rohe und ehrliche Kunst entstanden ist und durch welche dunklen Täler die Band während der Entstehung der Platte wandeln musste, erzählen Michi und Jo im Podcast!
SOFTLY – Say A Prayer And Wish Me Well (EP)
Nischenfund mit großer Wirkung. SOFTLY treffen diesen 90s-Emo-/Punk-Nerv ohne Retro-Cosplay. „Darla“ ist einer dieser Songs, die mit wenigen Mitteln sehr viel Gefühl erzeugen. Eine sehr junge Band: So viel gibt es dazu noch nicht, denn „Say A Prayer And Wish Me Well“ ist ihre Debüt-EP.
Metal Select On-Top: HERRENMAGAZIN – Du hast hier nichts verloren
Nicht Metal, aber Haltung, Herz, Reife. Ein Comeback ohne Kalkül, dafür mit Wärme und Klarheit. „Wütende Gespenster“ (mit Bezug zu Torsun Burkhardt, EGOTRONIC-Sänger) trifft diese Mischung aus Trauer und Dankbarkeit. Nach so langer Pause zurückzukehren und den Zeitgeist erneut zu treffen, Hut ab, als wär HERRENMAGAZIN nie weggewesen.
Meine Neuentdeckung 2025: TROPHY EYES – Suicide and Sunshine
Diese Platte war mein emotionaler Anker 2025. TROPHY EYES können große Melodien ohne glatt zu werden. Der Song „People Like You“ ist sozialer Schmerz in Songform, er erzählt davon, dass es keine perfekten Familien gibt, und thematisiert unter anderem auch das Aufwachsen in Armut. Diese Platte hat mich durchs Jahr getragen, weil sie zeigt: Verletzlichkeit ist keine Schwäche, sondern Verbindung und in der Trauer liegt auch Schönheit. Sänger John erzählt im Podcast unter anderem von seiner täglichen kreativen Routine.
Schlussgedanke
2025 war nicht das Jahr der glatt polierten Perfektion, denn wer ist schon perfekt? Es war emotional, politisch, menschlich und natürlich hochmusikalisch. Und ganz wichtig: Wenn euch Musik etwas gibt, gebt etwas zurück. Geht auf Konzerte, unterstützt lokale Clubs, kauft Merch, redet über Musik. In der Sendung habe ich euch noch ein kleines Branchenblitzlicht aufbereitet, das natürlich auch verschiedenen Studien aus 2025 beruht!
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Diana Heinbucher


















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