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CD-Review

Сотворение Мира

Artikel veröffentlicht am 03.10.2012 | 1129 mal gelesen

Mut und Experimentierfreude sind absolut lobende Eigenschaften, gerade wenn das Bemühen nach einem unverkennbaren, vielleicht gar einzigartigen Stil erkennbar ist. Allein dafür verdienen sich TENOCHTITLAN einen Punkt. Danach wird es aber schon schwieriger, lobende Worte für das vierte Album der Russen zu finden.

Wobei, ganz korrekt ist das nicht, denn stellenweise verarbeitet das Quintett sehr interessante Ideen. Das große Problem bei TENOCHTITLAN ist ohnehin eher, dass da zu viele verschiedene Überlegungen ihren Platz finden und eher selten homogen zusammengesponnen werden. Die Stilbandbreite kann hier schon einen kleinen Überblick schaffen. Doom, Gothik, Folk, Ambient und in gewissen Maße auch Industrial werden zusammengepfercht. Hätten die Herrschaften die ganzen unterschiedlichen Einflüsse wenigstens durchgehend anständig vermischt, hätte das ein sehr faszinierendes Werk gegeben. Allerdings ist eben das das Problem an"Сотворение Мира", es wirkt abgehakt und ohne fließende Übergänge. Eher selten gelingt mal ein flüssiger Übergang zwischen ruhigem Ambient, schönem Folk mit Klargesang hin zu einem dynamischen Doom-Gewitter. Die Industrial-Seite ist einer der Bestandteile, der ziemlich schwer zu verdauen ist, auch hier fehlt es häufig an einer harmonischen Einarbeitung ins Klangbild, wenn es denn sitzt, wirkt es gewaltig, aber das geschieht sehr selten.

Einen wirklichen Song kann ich dann auch nicht hervorheben, da TENOCHTITLAN keinen einzigen auf der Platte haben, der durchgehend harmonisch wirkt, dafür aber immer Schrittweise ein paar gute Momente parat hält. Ein Riesendorn im Auge ist mir noch der Drumcomputer, der keineswegs spannend oder fördernd programmiert wurde und obendrauf teilweise dann auch noch sehr unvorteilhaft dominant in den Vordergrund gemischt ist. Ja, kreativ sind sie, die Russen, interessant auch, mutig sowieso, aber eben auch keine junge Band mehr, denen man mit etwas Übung Großes zutrauen würde. Bleibt abzuwarten ob TENOCHTITLAN irgendwann all ihre Ideen wirklich homogen unter einen Hut bekommen, aber da wir schon bei Album numero vier sind, sehe ich da leider eher schwarz.


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