Cadaveres - Evilution

Review

Ungarn mausert sich doch immer mehr zu einem Land, welches nicht nur für den erfolgreichen Export von fleischhaltigem Eintopf bekannt ist, sondern auch für die Ausfuhr einer zunehmenden Zahl an Metalbands. CADAVERES ist eine dieser Truppen. Entstanden aus den Überresten von CADAVERES DE TORTUGAS und HYBRID, versucht uns das Sextett auf ihrem neusten Silberling “Evilution” mit einer doch sehr vertrauten Mischung, plus Live/Doku-DVD, in ihren Anhang einzureihen.

Nämlich mit der bekannten Mischung aus Hardcore und Thrash, in der immer wieder Folk-Einflüsse zur Schau gestellt werden. Akustik-Geschrammel und beständiger Percussion-Einsatz inklusive. Nicht zuletzt das zeigt Parallelen zu SEPULTURA, SOULFLY und ihren Landsmännern EKTOMORF auf. Dass man damit mittlerweile keinen Innovationspreis gewinnt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Jedoch eines haben CADAVERES ihren Brüdern im Geiste dann doch voraus: Einen variablen Sänger, der zwar die üblichen Shouts rauspresst, aber auch wirklich annehmbar singen kann. Dies, in Kombination mit einigen melodischen Einschüben, macht die immer schön nach vorne groovenden Stücke um einiges abwechslungsreicher und eingängiger. In einem gewissen limitieren Rahmen sogar interessanter, was trotzdem nicht über die Tatsache hinwegtäuscht, dass sich die meisten Riffs wohl eher auf B-Seiten-Sammelsurien der unerreichten Szene-Größen wieder finden würden.

Die beigelegte DVD “The Devil’s Dozen” ist reichlich bestückt. Eine komplette energetische Live-Show vom Stagediving-Festival in Budapest 2008 und alle Videos der Band lassen sich ebenso finden wie die von den Mitgliedern in Interviews – mit englischem Untertitel – geschilderte Bandgeschichte. Der Wissenshunger der meisten Fans sollte damit gestillt sein. Wer die CD schon besitzt, kann sich das Teil auch einzeln bei der Band direkt besorgen. Es ist also für alle gesorgt.

Gerade auf der DVD wird deutlich klar, dass diese Musik vor allem für die Bühne gemacht ist. Auf Platte ist das Ganze eher lau und dröge. Nicht wirklich spannend, aber auch nicht wirklich schlecht, fordert den Hörer nicht zwingend, kommt aber auch nicht nur stumpf daher. Irgendwie mehr so etwas für die feuchtfröhliche Sause kiffender, speckige Dreadlocks tragender Metaljünglinge in Muttis muffigem, zum Partyraum ausgebauten Keller.

18.02.2009

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