Minushuman - Bloodthrone

Review

Wer das Warten auf neuen Stoff von GOJIRA oder HACRIDE satt hat, der sollte sich MINUSHUMAN auf den Zettel schreiben. Die Franzosen veröffentlichen dieser Tage ihr insgesamt zweites Album “Bloodthrone“ auf “Season Of Mist“ und schaffen es, wie ihre oben genannten Landsleute, mit einer leicht progressiv anmutenden Mischung aus Death und Thrash sofort zu überzeugen.

Dabei gehen die Musiker nicht sonderlich behutsam mit ihren Hörern um und es dauert ein wenig, bis sich “Bloodthrone“ festsetzt und seine gesamte Wirkung voll entfalten kann. Aber sobald dies der Fall ist, gibt es kein Halten mehr. MINUSHUMAN schaffen es mit spielerischer Leichtigkeit, Atmosphäre und gewaltige Riffwände miteinander zu verbinden und daraus einen gigantischen Brocken zu erschaffen. So findet man unter anderem ein paar wenige Anleihen an den Post-Rock, was die Musik der Franzosen äußerst interessant gestaltet. Aber auch die Schweizer SAMAEL haben an ein paar Stellen ihre Duftmarke hinterlassen. Egal, in welche Richtung das Ruder gerissen wird, “Bloodthrone“ wirkt zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt oder unpassend. Dies zeugt sowohl für ein gutes Händchen im Songwriting, als auch für eine ausgeprägte spielerische Finesse. Während der Opener “The Architect“ recht rhythmisch nach vorne drückt und “The Size Of An Ocean“ kleine epische Anleihen besitzt, streckt das Aushängeschild “Forgotten Fields“ alles nieder und hinterlässt nur verbrannte Erde. Gerade zur zweiten Hälfte steigern sich die Musiker nochmals ungemein und liefern eine Granate nach der anderen ab. “Godspeed“, “Another All“ und der Titelsong zwingen direkt zum Mitnicken und setzen sich unaufhaltsam immer tiefer im Gehirn fest. Das atmosphärische Instrumental “Kill Me“ bildet dann den gelungenen Abschluss dieser musikalischen Reise und unterstreicht nochmal gekonnt die Fähigkeiten der Band. Besser kann man ein solches Werk fast nicht beenden.

MINUSHUMAN überzeugen mit ihrem Zweitling auf ganzer Linie und hinterlassen auch nach Wochen noch einen nachhaltigen Eindruck. Und nachdem die Szenegrößen im Moment eh mit Abwesenheit glänzen, bleibt auch genug Zeit, um sich auf diese Reise einzulassen.

04.08.2011

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