Pig Destroyer - Book Burner

Review

Die Schweinezerstörer sind nach ganzen fünf Jahren Wartezeit auf das nächste Langeisen wieder zurück. Und wie. Nachdem die letzte EP “Natasha“ bekanntlich jeden Interessenten schon alleine ob des Stils wegen aus den Socken geschossen hat, so kehrt “Book Burner“ wieder in alte, gewohnte Gefilde zurück. Und nicht nur auf dem Level, als seien die Amerikaner nie fort gewesen, sondern viel mehr auf einem Niveau, auf dem PIG DESTROYER in meinen Ohren noch nie agiert haben. “Phantom Limb“ war für mich ein starker Output, doch konnte er nicht an das oberste Grind-Qualitätsniveau anschließen. Die nachfolgende EP hat mich enorm geflasht, war aber eben ein Nebenturm, den man nur krampfhaft zur Diskographie von PIG DESTROYER hinzuzählen kann.

“Book Burner“ packt schließlich endlich wieder die Axt aus und es ist deutlich bemerkbar, dass die Klinge schon lange nicht mehr so richtig zuhauen durfte. Auch textlich arbeiten PIG DESTROYER erneut auf eine kritisch, reflektierende Art und Weise, die man angesichts des befremdlichen Bandnamens kaum erwarten dürfte. Hinsichtlich des Promomaterials weiß ich nun nicht genau, ob die Story von Rohshouter J.R. Hayes namens “The Atheist“ dem Booklet beigefügt ist, aber sie gibt einen tiefen Einblick, durch welchen Hintergrund die Lyrics zur neuen Platte geschrieben wurden. In groben Zügen handelt der Frontmann sein Verhältnis zur Religion und die allgemeine gesellschaftliche Tendenz zur Indoktrination derer ab, was im Grunde auch die Quintessenz des inhaltlichen Albumteils bildet.

Was allerdings aktuell für mich noch viel bemerkenswerter erscheint, ist die Tatsache, dass PIG DESTROYER perfekt in eine Nische getroffen haben, die ungehobelte Grindcore-Attitüde und brutale, todesmetallisch abgeleitete Frontalattacken miteinander kombiniert. Fast jeder Saitenanschlag riecht irgendwie nach knallendem Death Metal, schmeckt nach wütendem, touretteartigem Grind und fühlt sich nach einer Symbiose an, die richtiggehend greifbar wird. Das liegt unter Umständen vielleicht auch daran, dass die Truppe aus Washington D.C. ungewöhnlich viele Manöver einbaut, die das Ganze gleichsam wirksamer als auch leichter verdaulich machen. Insbesondere durch eine ganze Menge Moshparts, bis hin zu fast tanzbarer Live-Atmosphäre veredeln die Schweinepriester ihre Platte wunderbar. Im Übrigen sitzt außerdem seit letztem Jahr mit Adam Jarvis (MISERY INDEX) noch eine richtige Bombe hinter den Fellen. Auch das ist kaum zu überhören.

Es existieren kurze Hassausbrüche, genauso wie länger währende, zum Teil gar äußerst tiefgründig ausgearbeitet wirkende, variable Songs. Tatsache: Für mich ist “Book Burner“ die stärkste Grindcore-Scheibe seit Ewigkeiten und gibt mir tatsächlich wieder das Gefühl, dass auch in diesem Genre noch etwas Wesentliches passieren kann.

20.10.2012

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2 Kommentare zu Pig Destroyer - Book Burner

  1. Matthias sagt:

    Ich finde das Album selbst eher so Lala, nix besonderes und auch nix gut gemachtes oder so. Normal weg. Aber was ich richtig geil finde, ist die Bonus EP “Blind, Deaf, And Bleeding” mit den Cover-Versionen. Da kommt richtig geile Old School Power rüber. Irgendwie schwach für eine Band, wenn Covers besser zünden als das Album selbst oder?!

    6/10

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