Scars On Murmansk - Into Dead Lights

Review

Die französischen SCARS ON MURMANSK melden sich nach der EP “Traveling Through Dark Places“ mit ihrem ersten Full-Length-Album “Into Dead Lights“ zurück, welches über Great Dane Records veröffentlicht wird. Bereits die 2011 erschienene EP konnte die Band von einer extrem aggressiven, brachialen und durchaus interessanten Seite zeigen. Was darf also der geneigte Hörer anno 2012 von den Franzosen erwarten?

Um es kurz zu machen, es hat sich nur wenig im Hause SCARS ON MURMANSK geändert. Nach wie vor regiert der Death Metal der rohen und groben Sorte und man erkennt nach wie vor eine gewisse Ähnlichkeit zu Landsleuten wie BENIGHTED. Fieses Geknüppel, das mit einer mächtigen Portion groovender Riffs garniert wird, sorgt für eine Soundwand, die selbst dem Nachbarn noch so manche schlaflose Nacht bereiten wird. Die tief ins Fleisch schneidenden Gitarrenattacken von Cindy Goloubkoff und Romain Larregain werfen den Hörer mit unsagbarer Wucht erstmal zu Boden, während die kellertiefen Growls von Pierre Bouthemy wie ein Vorschlaghammer auf ihn einpreschen.

Aber genau hier kommt auch das große Defizit von SCARS ON MURMANSK zum Vorschein. Auch wenn die EP damals auf ihre kurze Spielzeit gesehen Lust auf mehr machte, so wirkt diese Band über eine ganze Albumlänge etwas ermüdend und langatmig. Alle zehn Kompositionen knüppeln ohne Kompromisse vor sich hin und selbst das Tempo wird nur marginal variiert, was sehr schnell für Eintönigkeit sorgt. Ebenso sorgt auch der Gesang aufgrund von fehlender Dynamik nicht für die eigentlich nötige Abwechslung, wodurch “Into Dead Lights“ letztendlich nach den ersten Songs unweigerlich an Spannung verliert.

Etwas mehr Variation im Songwriting hätte diesem Album durchaus gut getan. Spielerisch wissen SCARS ON MURMANSK definitiv zu überzeugen, nur an der Abwechslung mangelt es den Musikern noch. Somit wird zwar jeder Fan härterer Klänge gut bedient, aber man wird diese Platte ebenso schnell wieder ins Regal stellen und nur selten wieder auflegen. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

28.11.2012

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