Sepultura - Machine Messiah

Review

Galerie mit 27 Bildern: Sepultura - Rock am Härtsfeldsee 2017

Zwischen den Tagen 2016. Zwischenfest. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Zeit, in der ich mit einem schiefgelegten Kopf und traurigen Blick von meinen Mitmenschen angeschaut werde, weil ich zu den armen Würstchen gehöre, die arbeiten müssen. Normalerweise ist das nämlich die Zeit, wo alles irgendwie in sich zu ruhen scheint. Bei mir ist es alles andere als ruhig. “Machine Messiah“ ist nämlich bei mir. SEPULTURA sind nämlich bei mir. Ab 13.01.2017 auch bei euch. Aber momentan gerade bei mir im Büro.

HARTNÄCKIGE ALLGEGENWÄRTIGKEIT

SEPULTURA sind eine der Bands im Thrash Metal, die ich als allgegenwärtig beschreiben könnte. Ihre Alben waren über die Jahre immer solides Handwerk, präsent und immer da. Fast schon wie eine Art Soundtrack. Wir erlebten Höhen und Tiefen, z.B. mit dem Ausstieg von Cavalera und dem Einstieg von Green, und jeder hoffte, dass es nicht der Ende der Band sein würde. Was es auch niemals war, sondern dem Ganzen neuen Auftrieb verlieh. Klar, zücken viele immer noch sehr traurig die Tempo-Taschentücher, wenn es um Cavaleras Weggang geht, aber Neues ist grundsätzlich erstmal nie sofort schlecht, und so haben sich SEPULTURA die Chance gegeben weiterzuwachsen und sich zu wandeln. Denn, eines muß man dann doch zugeben: was irgendwann im Jahre 1984 in Brasilien entstand, hält sich seit Beginn an weiterhin hartnäckig in der oberen Liga fest und kommt 2017 mit frisch gezimmertem Songmaterial um die Ecke.

TROLLIGE SHOUTS UND BEKANNTE ETHNO-ELEMENTE

“Machine Messiah“ zeigt sich im Gesamten moderner als in den Playern davor. Während bei “The Mediator Between Head And Hands Must Be The Heart (2013) ein roher, brachialer Weg eingeschlagen wurde, hat sich “Machine Messiah“ den Dreck der letzten Jahre von der aufgerissenen Jeans geklopft. Alles nochmal aufgeschüttelt, durchgeschüttelt, um es klar zu definieren. Greens Vocals sind sauberer, weniger schnauzig, und räumt sich auch mal die Freiheit ein, ruhiger und softer zu klingen. Deepe Growls und trollige Shouts, bekannte Ethno-Elemente, ausufernde Melodicparts sowie aufjaulende Gitarrensoli.

GEZUCKERTER DRUCK OHNE ROUTINE

SEPULTURA verstehen, was sie tun. Ist nur fraglich, ob der Sound, die Songs verstehen zu überzeugen. “Phantom Cell” packt gerade deshalb, weil Kisser seinen Sechssaiter zwischen Oldschool Death und Thrash Metal jongliert, weil Green tief und durchdringend growlt, weil sie rhythmisch alles geben und das Ganze am Ende noch mit Violinensound im Background gezuckert wird. Mit “I Am The Enemy” wird das Krönchen aufgesetzt. Druck vom Feinsten. SEPULTURA stempeln sich hiermit offiziell als zurückgekehrt ein.

Der Titeltrack des Albums, “Machine Messiah“, ist schwermütige Kost und fesselt mich durch seine epische Melodie. SEPULTURA schaffen es über eine Länge von zehn Songs, die Balance zwischen beinhartem Thrash Metal und neuen Elementen zu halten. In dem Moment, wo sich mein Ohr auf Routine-Modus stellen möchte, bricht das Ganze innerhalb von Sekunden neu auf und wirbelt mich mit Orchesterklängen, Rhythmuswechsel an den Drums oder einem unkalkulierbaren Gitarrensolo wieder herum.

FRISCHLUFT AUS SCHWEDEN

Mit seine Hände im Spiel hatte diesmal Produzent Jens Bogren. Die Band begab sich in Schwedens Pampa und nistete sich bei Bogren in den Fascination Street Studios (AMON AMARTH, KREATOR, OPETH, PARADISE LOST) ein. Bogren wurde laut Green relativ schnell vom Produzenten zum Teil der Band, und so fühlte sich der Entstehungsprozess von “Machine Messiah“ natürlich und selbstverständlich an. Die frische Luft Schwedens scheint echt gut getan zu haben. Hier und da wurde Bekanntes aufgebrochen, tief gegraben, um eine würdigen Nachfolger entstehen zu lassen.

ZWISCHEN KEKSEN UND MASCHINELLEN MESSIAHS

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr mit “Machine Messiah“ zu verbringen war – verdammt nochmal – nicht übel. Ich betrachte es mal stillschweigend als sehr verspätetes Weihnachtsgeschenk. SEPULTURA werden mich, so wie es ausschaut, wohl noch weitere Jahre begleiten. Finde ich gut.

Und wenn ihr aus eurem Keks-und Gans-Koma wieder erwacht seid und euch über den schokoverschmierten Bauch wieder in die Senkrechte gerollt habt, findet ihr die Platte vielleicht ebenso gut. SEPULTURA sind wieder zurück. Darauf noch schnell einen Griff in die Keksdose.

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11.01.2017

Sabbel nich, datt geit !!!

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