Funebrarum - The Sleep Of Morbid Dreams

Review

Mit „The Sleep Of Morbid Dreams“ melden sich FUNEBRARUM, Amerikas (wahrscheinlich) schwedischste Death-Metal-Band nach achtjähriger Wartezeit, in denen allerdings eine 7″- und eine Split-CD veröffentlicht wurde, zurück.

FUNEBRARUM selbst nennen ihren Stil „Dark Brutal Death Metal“, was wie die Faust aufs Auge passt. Brutal ist das Zweitwerk der Jungs nämlich definitiv. Doch im Vergleich zu den unzähligen Bands, die dem heutzutage doch sehr angesagten Brutal-Death-Metal huldigen, verstehen diese Jungs auch etwas von Atmosphäre. Endachtziger-, Frühneunziger-Schwedenstoff ist das Stichwort, daher kommt das „Dark“.
Vom Sound her, nähern wir uns auch diesen zeitlichen Regionen. Naja, ganz so extrem, wie eine zigfach kopierte Kassette klingt „The Sleep Of Morbid Dreams“ zwar nicht, roh trifft den tatsächlichen Zustand aber durchaus.
Die grabestiefe Stimme einen Tick leicht übersteuert, der Gesamtsound eher basslastig, man könnte wirklich meinen, ein zwanzig Jahre altes Album zu hören. Damals durfte Death Metal noch okkult und böse sein, eine Stimmung verbreiten, wie es heute zumeist den Black Metallern vorbehalten ist.

Doch FUNEBRARUM tun nicht nur so, sie leben den Retrotrip von vorne bis hinten, was „The Sleep Of Morbid Dreams“ völlig authentisch macht. Wenn es sein muss, dann folgt auf einen brutalen Blastpart eben ein schleppender, melancholischer Zwischenteil. Hauptsache immer total oldschool!
Gerade dieses hohe Maß an Abwechslung macht die Band aus New Jersey so hörenswert. Mal schnell, dann wieder groovig. Brutalität und Melodie, alles was man von einer guten Platte erwartet ist vorhanden. Kurzum, langweilig wird einem beim Genuss von „The Sleep Of Morbid Dreams“ so schnell nicht. Und wenn man glaubt, alles gehört zu haben, kommt eben mal ein Crustpart vorbeigepoltert.

Ja, diese Scheibe schafft es, mir ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zu zaubern. In diesem Fall hat es sich wirklich gelohnt, dass sich die Band ein bisschen mehr Zeit fürs Songwriting gegönnt hat. Wenn dabei so ein erfrischend nostalgisches Stück Musik herausspringt, dürfen FUNEBRARUM wegen mir gerne wieder ein paar Jahre verstreichen lassen, bis sie ihr nächstes Album veröffentlichen.
Ihrem Ziel, die „Masters of true Death Metal“ zu werden, sind sie mit „The Sleep Of Morbid Dreams“ auf jeden Fall ein Stück näher gekommen.

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17.04.2009

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1 Kommentar zu Funebrarum - The Sleep Of Morbid Dreams

  1. destrukt. sagt:

    Nachdem die Band nach 17 Jahren den ersehnten Nachfolger angekündigt hat, seit längerem mal wieder gehört. Bleibt für mich damals wie heure ein moderner Klassiker, der es neben aller Brutalität und Intensität auch schafft heavy zu sein, was im DM alles andere als selbstverständlich ist. Dazu kommt starkes Songwriting und allein der Opener „Perish Beneath“ ist eine vertonte Abrissbirne, die ganze Straßenzüge in Schutt und Asche legt. Die sehr rohe und bisweilen scheppernde Produktion ist vllt der einzige Minuspunkt, denn nach den 40 min klingeln einem gehörig die Ohren (nicht unbedingt auf die gute Weise), und ich frag mich, was ich damals vor 17 Jahren eigentlich genau mit den 20€ Logitech Boxen wahrgenommen haben will.
    Freu mich jedenfalls massiv auf die neue Platte und bin gespannt, was da bei diesem „AllStar“-Lineup am Ende rauskommt.

    9/10