
SOLEMNITY waren bis zur Auflösung 2018 eine normale Band aus vier Musikern. Rund sieben Jahre später entschied sich Sänger Sven Sostak alias Sven The Axe, das Projekt wiederzubeleben. Dieses Mal verzichtet er auf Mitstreiter. Offenbar kam dabei auch bei Cover und Musikvideos viel KI zum Einsatz. Da stellt sich die Frage, wie viel der 17 (!) Songs aus der Konserve stammt. Wir hören unvoreingenommen rein – „never judge a book by its cover“ und so.
SOLEMNITY beten das Power-Metal-Einmaleins runter
Auf „Opus Barbaricum“ spielen SOLEMNITY True und Power Metal nach dem Vorbild von MANOWAR und WIZARD – mit viel Pathos, Doublebass und Schlachtenlärm. Die Texte reichen von Fantasy-Themen wie „The Dragon“ bis zu seltsamem Blödsinn wie „Cheesecake Commando“. Leider hat sich auch etwas Schwurbelkram eingeschlichen. Was der Solomusiker über „Drums Of War (Resistance)“ auf seiner furchtbar hässlichen 90er-Jahre-Website schreibt, wiederholen wir hier lieber nicht.
Der Sound geht in Ordnung, doch das Schlagzeug klingt plastisch. Ob es an einem schlechten Mix oder einem Drumcomputer liegt, wissen wir nicht. Die Gitarren liefern die üblichen Galopp-Riffs, und das Beste an der Instrumentierung ist der Gesang. Sven The Axe klingt stellenweise wie sein Namensvetter Sven D’Anna.
Trotz der Materialfülle bleibt wenig hängen – „Opus Barbaricum“ besteht aus netten Versatzstücken, die man alle schon einmal gehört hat. Dazu kommen KI-Videos, die erwähnte Homepage, Corona-relativierender Blödsinn und weitere fragwürdige Promo-Entscheidungen. Immerhin ist der Mix okay: Alles klingt klar.
„Opus Barbaricum“ braucht man nicht
Warum man SOLEMNITY mit einem solchen Album wiederbelebt, ist eine gute Frage. Die Originalität kann es – abseits von etwas cringem Boomer-Humor – nicht sein. Witzigerweise schrieb „The Axe“ 2018 selbst:
„Zum Glück brauchen wir keine altersschwache Reunion zu erwarten. Wir haben bereits das allererste Keep It True als letzte Band bespielt, und das muss reichen.“
Hätte er sich mal daran gehalten.

Solemnity - Opus Barbaricum
Jannik Kleemann































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