Static Abyss - The Dying Hunt

Review

Mit „The Dying Hunt“ legen STATIC ABYSS ihr drittes Album vor. Chris Reifert und Greg Wilkinson bleiben dabei ihrem Death-Metal-Fundament treu, erweitern den Sound aber erneut um Doom- und Crust-Elemente. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das Songwriting diesmal geschlossener und die stilistische Bandbreite größer.

Mehr Druck und Dynamik

Bereits der Opener „Skull Blasted“ macht deutlich, wohin die Reise geht: Der Song prescht mit ordentlich Wucht nach vorne und verbindet rasenden Death Metal mit einer Crust-Kante. Auch „Lobotomized At Last“ gehört zu den schnelleren Stücken und lebt von hektischen Riffsalven und viel Vorwärtsdrang. Chad Gailey, der hier das Schlagzeug übernommen hat, verleiht dem Material spürbar mehr Druck und Bewegung. Die schnellen Passagen haben Biss, ohne in austauschbares Geknüppel abzurutschen.

Den Gegenpol bildet das nahezu doomige „Bleeding In The Fog“, das sich deutlich langsamer durch den Song bewegt. Gerade dieser Kontrast funktioniert gut, weil STATIC ABYSS nicht einfach nur das Tempo wechseln, sondern unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Auch innerhalb einzelner Songs treffen aggressive Death-Metal-Passagen auf zähe Doom-Parts, wobei die Übergänge diesmal wesentlich organischer wirken.

Zwischen AUTOPSY und Eigenständigkeit

Die Verbindung zu AUTOPSY bleibt natürlich unüberhörbar. Chris Reiferts charakteristischer Gesang und Greg Wilkinsons Gitarrenarbeit tragen diese Herkunft deutlich in sich. Trotzdem entwickelt „The Dying Hunt“ mehr Eigenleben. Dissonante Gitarren, morbide Melodien und kleine rhythmische Verschiebungen geben den Songs Kontur. Besonders stark ist die Band, wenn sie ihre verschiedenen Einflüsse selbstverständlich miteinander verbindet, anstatt Eigenständigkeit erzwingen zu wollen.

Auch kompositorisch hat die Band diesmal mehr Substanz. Die Songs sind kompakt gestaltet, wirken aber nicht beliebig und haben häufiger markante Momente, die im Gedächtnis bleiben. „Once A Corpse (Always A Corpse)“ verbindet beispielsweise die aggressive und die schleppende Seite der Band, während „Nowhere Forever“ mit seinen Wechseln zwischen zähen Passagen und heftigen Ausbrüchen für zusätzliche Dynamik sorgt. Dafür müssen STATIC ABYSS das Death-Doom-Rad nicht neu erfinden – sie setzen die vorhandenen Mittel einfach überzeugender ein.

Kein Quantensprung – aber ein großer Schritt

Mit knapp 40 Minuten ist „The Dying Hunt“ zudem angenehm auf den Punkt gebracht. STATIC ABYSS verzichten auf unnötige Längen und verfolgen ihren Stil konsequent, ohne sich darin festzufahren. Revolutionär ist das nicht, dafür ist die musikalische Grundlage zu tief im klassischen Death Metal und Doom verwurzelt. Die Songs sind jedoch stärker, das Zusammenspiel wirkt homogener und STATIC ABYSS klingen wesentlich weniger wie ein Spin-off von AUTOPSY.

22.09.2026

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