Minenfeld - Instruments Of Industrialized Warfare

Review

BOLT-THROWER-Worshipping ist im aktuellen Death Metal ein heißer Trend. Kein Wunder, denn die Coventry-Legende hat einige Jahrhundertriffs im Archiv, deren Inspirationswert völlig außer Frage steht. Nun kann die Heiligenverehrung entweder in einer geist- und stillosen Kopie enden, für die wir uns hier die Beispiele sparen, oder es es dient zur Inspiration, den prägenden Sound in eine eigene Welt zu überführen. Genau hier setzen MINENFELD aus Osnabrück an.

MINENFELD: Riffs aus dem Schützengraben

Da die zahlreichen historischen Aufnahmen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, die immer wieder eingestreut werden, von Unbedarften möglicherweise sogar Assoziationen zu einer Gimmickband, die sich ein bisschen auf KANINCHENFEDER reimt, zulassen, sparen wir uns weitere Vergleiche und konzentrieren uns auf die eigenen Stärken von MINENFELD – wenngleich ein Part in “.303 Brit” mehr als deutlich an “Powder Burns” einer bekannten Band aus England erinnert. Doch sorgen genau diese alten Propagandaaufnahmen und Soldatenlieder für die durchweg beklemmende Stimmung, die das großartige Artwork bereits nahelegt.

Bei MINENFELD ist die Schlachtenthematik nämlich nicht nur ein Marketingtrick, sondern die einzig legitime inhaltliche Grundlage. Denn der Vierer panzert mit den Waffen von Distortion und Reverb jeden noch verbliebenen grünen Halm auf dem Schlachtfeld mit ungeahnter Zerstörungskraft nieder. “Instruments Of Industrialized Warfare” ist räudig, asselig und im Gegensatz zu so vielen zeitgenössischen Death-Metal-Produktionen unglaublich heavy.

Wo Gimmicks aufhören und echte Zerstörungskraft beginnt …

Dazu passt es, dass die Niedersachsen ihrem Schießpulver sowohl Spurenelemente von Crust als auch einer minimalen, doch letztlich letalen Dosis War Metal hinzufügen, sodass die Platte trotz des vorherrschend schleppenden Grooves sehr dynamisch klingt. Logisch, denn Trommelfeuer wirkt noch viel bösartiger, wenn man zwischendurch glaubt, es hätte aufgehört. So gefallen sich MINENFELD in einem radikalen und authentischen Nihilismus, der wirklich keine Hoffnung auf Frieden mehr zulässt und Songs wie “Hussaria” oder “Raiding In Silence” mit alles umhüllender Endzeitstimmung ausstattet.

Dazu kommt ein voluminöser, saftiger und brutaler Sound aus der Schmiede von Gitarrist Tobias, der auch bei PREHISTORIC WAR CULT die Saiten malträtiert, der nur das abschließende HELLHAMMER-Cover “The Third Of The Storms” eine Spur zu gepflegt klingen lässt. Nach WINSELMUTTER, DOLCHSTOẞ, KRIEGSZITTERN und vielen mehr hat das kultige Underground-Label Fucking Kill Records seinem Katalog ein weiteres Highlight hinzugefügt. Wer seinen Death Metal hässlich und roh mag, sollte unverzüglich seinen Bestellschein bei der Feldpost abgeben …

08.11.2026

Redakteur

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