Agalloch
Agalloch

Interview

AGALLOCH war schon immer eine Band, die eher ihre Musik als die Macher dahinter sprechen ließ. Die wenigen Interviews, die vor allem John Haughm als Kopf und Sprachrohr der Ausnahme-Künstler gewährt, sind häufig von wenig Auskunftsfreude gezeichnet, man bleibt lieber nebulös. Eine Woche nach Release von „Marrow Of The Spirit“ stellte sich Haughm den Fragen von metal.de per Mail und ließ abermals erkennen: mit einem neuen Album erachten AGALLOCH ihre Arbeit weitestgehend als erledigt. Bis zum Ende des nächsten Veröffentlichungsturnus…

AgallochEin kürzlich erschienenes Interview zitiert Dich mit den Worten, nichts an “Marrow Of The Spirit“ sei an Menschen gebunden, da der Mensch auf diesem Album nicht existiert. Auf der Seite des Back-Covers ist zu lesen, „there are no gods here“. Was genau geschieht auf „Marrow Of The Spirit“?

Das Album ist eine Reise, die am Ufer eines Flusses in den Wäldern beginnt, am Ozean endet und innerhalb der Spanne eines Tages, der folgenden Nacht und des darauf anbrechenden Morgens erzählt wird. Jeder Song beschreibt eine Station der Reise. Sie ist sehr auf den pazifischen Nordwesten Amerikas zentriert, da hier eine solche Reise ohne Probleme möglich ist. Wir versuchten, die Stimmung, die visuelle Ästhetik und Essenz unserer Heimatregion in der Musik, im Artwork und der Produktion des Albums einzufangen.

Viele Fans fragten und fragen immer noch nach einer Vinyl-Version von „Marrow Of The Spirit“. Falls es eine geben wird, weshalb habt Ihr Euch entschieden, zunächst nur das CD-Format anstatt beide Formate gleichzeitig zu veröffentlichen?

Sowohl über unser US-Label Profound Lore als auch unseren europäischen Vertrieb Viva Hate Records sind Vinyl-Versionen geplant. Ich bin der Meinung, dass verschiedene Formate immer auf einmal veröffentlicht werden sollten. Das zeitversetzte Vorgehen war aber eine Idee der Labels. Vielleicht stecken finanzielle Überlegungen ihrerseits dahinter, die wohl aus unserem Anspruch ableiten, sowohl CD- als auch Vinyl-Version gleichmäßig hochwertig zu gestalten.

Bei Euren Releases habt Ihr schon immer auf ein besonders haptisches Erlebnis gesetzt. Kannst Du Details zu der Gestaltung von „Marrow Of The Spirit“ preisgeben?

Die europäische Special-Edition der CD ist ein schwarzes Jewel-Case, für den nordamerikanischen Markt wird es eine Box-Version geben, die nur auf unseren Konzerten erhältlich sein wird. Hinsichtlich der Vinyl-Ausgabe gibt es auch schon Pläne aber sowohl die US- als auch die EU-Pressungen werden sich voneinander nicht unterscheiden.

Den Release von “Marrow Of The Spirit” begleitend werdet Ihr auf eine kleine Westküsten-Tour im Dezember aufbrechen. Wie sehen Eure Tourpläne für Europa aus?

Momentan fokussieren wir uns nur auf das US-Territorium. Aber ich bin mir sicher, dass wir auch Europa in der nahen Zukunft wieder bereisen werden.

Die Nachricht eines neuen, anstehenden AGALLOCH-Albums wurde erst etwa zwei Monate vor Release bekannt gemacht, was, für sonstige Promotion-Standards, ziemlich knapp kalkuliert ist. Weshalb habt Ihr Euch so lange zurückgehalten?

Mit der späten Bekanntgabe wollten wir einzig und allein sicher gehen, dass das Album auch rechtzeitig zum anvisierten Release-Date fertig ist. Genau gesagt mussten wir den endgültigen Veröffentlichungstermin sogar nach hinten schieben. Dementsprechend bin ich froh darüber, dass wir nicht haben verlauten lassen, bevor wir nicht auch das fertige Master in den Händen hielten.

Die Spärlichkeit an News aus dem Hause AGALLOCH ist nicht erst seit gestern bekannt, zwischen den Releases richtet Ihr das Wort nur selten an Eure Fans…

Wir sind keine Band, die Ihr Innerstes nach außen kehrt und haben kein Verlangen danach, unsere Fans ständig mit gegenstandloser Information zu füttern. Wir sagen nur Etwas, wenn es auch von äußerster Wichtigkeit ist. Daneben fühlen wir uns in den Schatten am wohlsten.

Nach den Einträgen auf Eurer Facebook-Präsenz zu urteilen machten viele von der Möglichkeit des Leaks von „Marrow Of The Spirit“ Gebrauch. Befremdet es Dich, wie offen jene damit umgehen wider besseren Wissens, dass Ihr somit Wind davon bekommt?

Naja, sobald das Album einmal durchgesickert ist, können wir nichts mehr dagegen tun. Aber ich finde es erbärmlich, dass die Leute nicht die Geduld aufbringen können, bis sie das Gesamtpaket in den Händen halten und es somit auch insgesamt erfahren zu können.

Betrachtet man Euer bisheriges Schaffen, ist offensichtlich, dass sich AGALLOCH in Punkto Inspiration und Erwartungshaltung wenige Grenzen setzen. Ebenso kolportiert Ihr häufig, abseits jeglichem Streben nach Prominenz und Geldmacherei zu stehen. Dennoch sind AGALLOCH innerhalb der 15 Jahre ihres Bestehens unübersehbar zu einer Marke geworden. Steht dies nicht im Weg Eures Selbstverständnisses?

Die einzige Frage, die uns in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist die, dass unsere Musik rein UNSEREN Wünschen und Bedürfnissen entsprechen muss. Das ist alles, was für uns zählt. Wir tun und werden tun, was wir tun, ganz unabhängig davon, was für Erfolg oder Versagen unser Schaffen nach sich ziehen wird.

Galerie mit 16 Bildern: Agalloch - Ragnarök 2012
29.11.2010

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