All Shall Perish
All Shall Perish

Interview

Das zweite ALL SHALL PERISH Album "The Price Of Existence" ist mal wieder ein wahres Brett vor dem Herrn geworden. Inzwischen agiert die Band jedoch deutlich variabler und abwechslungsreicher, dabei auch gleichzeitig technischer, die Arrangements sind etwas komplexer. Gerade diese neue, progressivere Ausrichtung macht aber die Musik noch interessanter, ohne dass die Band jetzt ihren Stil auf irgendeine Weise geändert hätte. Über das neue Album führte ich folgendes Interview mit dem Schlagzeuger Matt Kuykendall.

All Shall PerishEndres: Hallo Matt! Wie läuft’s bei dir? ALL SHALL PERISH sind ja eine der glücklichen Bands, welche in der Bay Area aufwuchsen. Haben die alten Bands dort euch stark beeinflusst?

Matt: Hey Mann, mir geht es wirklich gut. Alle Bands der Bay Area, sowohl Alte als auch Neue, haben einen Einfluss auf uns. Jede Band, von METALLICA und TESTAMENT bis hin zu MACHINE HEAD und LIGHT THIS CITY, hat einen großen Einfluss.

Endres: Generell gesprochen, wie ist die Metalszene in Oakland und in wie fern hat euch die kalifornische Heimat geholfen oder behindert in der Entwicklung bis hin zu diesem Punkt eurer Karriere?

Matt: Die Szene hier in der Bay Area unterscheidet sich sehr von jeder anderen Szene, in welcher wir jemals waren. Im Augenblick kommt sie wieder hoch, es ist ein richtiges kleines Comeback, nachdem sie etwas eingebrochen war. Aber sie wird groß, was uns definitiv viel hilft!

Endres: Im Dezember 2004 kam es ja dann zum Plattenvertrag mit Nuclear Blast Records. Wie seid ihr in Kontakt mit dem Label getreten und was war das damals für ein Gefühl für euch?

Matt: Unser erster Kontakt mit Nuclear Blast kam durch einen Freund von uns zustande. Er hatte einen Club, in welchem wir oft spielten, und zeigte einem seiner Freunde bei Nuclear Blast unsere CD. Nachdem die Nuclear Blast Gang uns dann gehört hatten, wollten sie uns sofort haben, und der Rest ist Geschichte! Sie waren die ganze Zeit bisher großartig.

Endres: Kommen wir auf eure Musik zu sprechen, welche eine Mischung aus extremen Metal und Hardcore darstellt. Welcher dieser beiden Stile ist wichtiger für ALL SHALL PERISH und ist dieser Mix geplant oder kam dieser natürlich?

Matt: Keiner der Stile hat Priorität bzw. ist wichtiger für uns, wenn wir Musik schreiben. Einige von uns stehen mehr auf die Hardcore Schiene, einige hören mehr Death Metal. Was man auf dem Album hört ist einfach die Art von Sound, welche dann entsteht, wenn wir uns alle treffen um die Musik zu erschaffen, die wir mögen.

Endres: Was die Verbindung von Death Metal und Hardcore anbelangt, denkst du, dass ihr einen ähnlichen sozialen und musikalischen Background habt wie Bands von beiden Genres?

Matt: Hahaha, ich glaube nicht, dass man 2 verschiedenartigere Gruppen von Menschen haben kann, speziell in Kalifornien. Was uns selbst anbelangt, passen wir nicht total in irgendeine Szene. Aber wir passen in jede Szene einfach daher, da unsere Musik sehr unterschiedlich ist.

Endres: Euer Label möchte eure Musik als Metalcore vermarkten, was für mich etwas seltsam anmutet, da diese doch eher starke Death Metal Elemente enthält, auch in Hinsicht auf den Gesang, welchen die „typischen“ Hardcore und Metalcore Fans wohl nicht wirklich schätzen werden. Deine Meinung?

Matt: Ich sehe natürlich ein, wie schwer es sein muss, ALL SHALL PERISH zu vermarkten. Das liegt einfach an den vielen verschiedenen Stilmitteln, welcher wir uns auf dem neuen Album bedienen. Wir haben da groovigen Death Metal, ein wenig Black Metal und sogar einen akustischen Song! Ich denke sie verwenden Metalcore, da es ein sehr breit gefächertes Genre ist, in welchem so ziemlich alles enthalten ist. Wir haben uns niemals hingesetzt und gesagt „Ok, wir schreiben jetzt einen Death Metal Song“ oder „Heute schreiben wir einen epischen Metalcore Opus“. Wir machen einfach das, was in unseren Ohren gut klingt und spielen es dann!

Endres: Worin liegt deine Motivation, speziell gerade diese aggressive und brutale Musik zu spielen?

Matt: Meine Motivation, diese Musik zu spielen, liegt darin begründet, all meinen Aggressionen freien Lauf zu lassen, ohne jemanden zu töten. Ich persönlich kann jetzt nicht für unsere Texte sprechen, da ich diese nicht schreibe. Aber würde ich nicht diese Art von Musik spielen, wäre ich der weltgrößte Serienmörder aller Zeiten!

Endres: Killer! Und worin siehst du selbst die Hauptunterschiede zwischen „Hate.Malice.Revenge“ und dem neuen Album „The Price Of Existence“?

Matt: Reife! Leichteres Spiel! Auf „Hate.Malice.Revenge“ schrieben nur einige von uns die Riffs im Gegensatz zu „The Price Of Existence“, auf welchem jeder von uns viel Input hatte, weshalb ein absolut kugelsicheres Album entstand! Einer der großen Unterschiede sind auch die Gitarrensoli, welche wir nun verwenden. Der Bass ist nun viel komplexer, das Schlagzeug spielt verrücktere Sachen und mit dem dynamischen Spektrum unseres neuen Sängers Hernan Hermida ist dieses Album um Einiges besser.

Endres: Ich liebe vor allem die doppelten Gitarren-Leads. Sie sind nicht zu poliert, aber die Harmonien sind trotzdem melodisch.

Matt: Vielen Dank! Unser neuer Gitarrist Chris Storey zeichnet sich hierfür verantwortlich.

Endres: Sind die Songtexte auf gleiche Weise wichtig wie die Musik? Welche Themen beinhalten die Songs?

Matt: Natürlich! Die Texte sind genauso wichtig wie die Musik. Dieses Mal handeln die Texte hauptsächlich von den verschiedenen Preisen, welche die Menschen heutzutage bezahlen müssen, um am Leben zu bleiben. Sei es emotional oder finanziell, es gibt da viele heftige Preise zu bezahlen, um am Leben zu bleiben in dieser Welt, in welcher wir heute leben.

Endres: Wie schreibt ihr denn die Songs?

Matt: Wir schreiben zuerst die Musik vollständig fertig. Ich weiß, es hört sich rückwärts an, aber so ist es großartig für uns. Danach setzt sich unser Texter-Team zusammen und arbeitet an den Lyrics. Der Inhalt der Texte hängt davon ab wie die Musik klingt.

Endres: Was würdest du als das Beste, was als das Schlechteste, und was als das Härteste bezeichnen, in einer Death Metal Band zu spielen?

Matt: Das Beste ist die Musik zu spielen, der schlechteste Teil ist, Bands zu hören, welche nicht spielen können. Der härteste Part ist das Schreiben von neuer Musik.

Endres: Abschließende Frage: Gibt es schon irgendwelche Pläne, nach Europa auf Tour zu kommen?

Matt: Pläne noch nicht, aber Hoffnung! Wir warten gerade noch auf weitere Reviews aus Europa. Hoffentlich werden diese gut sein, damit uns Nuclear Blast helfen, über den großen Teich zu kommen.

19.07.2006

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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