All Shall Perish
"Awaken The Dreamers" Prelistening-Vorbericht

Special

Am 05.09.08 erscheint mit „Awaken The Dreamers“ das mittlerweile dritte Album der Deathcoreler ALL SHALL PERISH aus Oakland. Wir hatten die Gelegenheit, vorab in die nagelneuen, aber noch ungemixten Songs reinzuhören. Diese wurden gerade mit Produzent Zach Ohren im Castle Ultimate Studio aufgenommen, wo bereits der Vorgänger „The Price Of Existence“ vehement eingeprügelt wurde. Natürlich wollen wir euch unsere ersten Höreindrücke dieses wirklich fetten, äußerst abwechslungsreichen Brockens nicht vorenthalten.

All Shall Perish

1. When Life Meant More…

Der Opener prescht gleich energisch und wuchtig mit Vehemenz nach Vorne. Flottes Uptempo, heftige, technische, ultraschnelle und dabei dennoch saubere Riffs/Leads – keine Frage, vor allem in Sachen Gitarrenarbeit haben sich ALL SHALL PERISH ganz schön weiterentwickelt. Breakdowns, heftige Screams, ein wirklich starker Anfang!

2. Black Gold Reign

Stakkato-Riffs, wuchtiges Schlagzeugspiel, und gleich vertrackte Fingerübungen auf dem Griffbrett, „Black Gold Reign“ ist ein heftiges, abwechslungsreiches und progressives Brett. Die Screams gehen nun bis in High-Pitch-Gefilde, was man eventuell als Verbeugung vor dem traditionellen Metal verstehen könnte. Oder es gab zuviel Hochprozentiges während der Gesangsaufnahmen. Für meine erste Vermutung spricht auch das eher klassisch gehaltene Soli in der Mitte des Stücks. Ein Break, halbakustische Gitarrenklänge, geflüsterter Gesang, Tempo und Lautstärke ziehen wieder beständig an.

3. Never…Again

Eine kurze melodische Einleitung, und gleich wird man von brachialen, fetten Grooves überrollt. Stakkato-Riffs, verspielte, frickelige Leads und Licks, Double-Bass Gewitter, und immer wieder eher ruhige Parts, wodurch „Never…Again“ zu einem sich ständig steigerndem Dynamikmonster mutiert. Hat ein wenig was von THE DILLINGER ESCAPE PLAN.

4. The Ones We Left Behind

Ganz ruhig wird es mit dem sehr kurzen, soften „The Ones We Left Behind“. Getragener Rhythmus, halbakustische, unverschämt eingängige Klänge, exotische Melodien, wieder ein Überraschungspunkt.

5. Awaken The Dreamers

Der Titelsong ist im Midtempo gehalten und gleich eine ganze Kante melodischer mit teilweise doppelten Leads. Hier sticht neben der gekonnten Gitarrenarbeit mit tollem Soli auch vor allem das ungemein starke Bassspiel auf. Zu den gewohnten Growls und Screams gesellt sich noch herrlich schöner Klargesang. Gegen Ende des Stücks klingen ALL SHALL PERISH sogar etwas episch – die Oaklander sind also immer noch für Überraschungen gut!

6. Memories Of A Glass Sanctuary

Dieses Stück beginnt sehr ruhig, lediglich eine akustische Gitarre ist zuerst zu vernehmen, ehe sich getragenes Schlagzeugspiel und zurückhaltender, klarer Gesang hinzugesellen. Wirklich schön relaxt, cleanes melodisches Lead, angenehme Steigerung der Lautstärke und man fragt sich gegen Ende des Songs, ob das nun wirklich ALL SHALL PERISH waren, denn geprügelt wird hier nicht. Kein Death Metal, kein Hardcore, einfach ein feines, knapp zweieinhalb minütiges Stück, das in Sachen Atmosphäre sogar ein wenig an PORCUPINE TREE erinnert. Irgendwie strange, aber sehr geil!

7. Stabbing To Purge Dissimulation

Blast Beats! Heftige ultratief gurgelnde Growls mit heftigen Screams! Willkommen zurück im ursprünglichen musikalischen Ausgangspunkt der Oaklander. „Stabbing To Purge Dissimulation“ ist ein straighter Death-Metal-Panzer mit latentem Hardcore-Einschlag. Mörderische Breakdowns, wuchtige Rhythmen, monströse Moshparts, ein Killer im wahrsten Sinne des Wortes!

8. Gagged, Bound, Shelved And Forgotten

In eine ähnliche Kerbe wie „Never…Again“ schlägt die Midtempo-Hymne “ Gagged, Bound, Shelved And Forgotten“, wenngleich dieser Song weit straighter und kompakter, aber mindestens genauso mächtig wirkt. Gerade dieses direkte Stück mit starken Hooklines erscheint mir prädestiniert für den Live-Einsatz zu sein.

9. Until The End

Das Lied klingt recht düster und böse, gleichzeitig aber auch in bewährter ALL SHALL PERISH Manier schön brachial und aggressiv, mit heftigem Uptempo-Gehämmere, mörderischem Groove, donnernde Double-Bass, rhythmisches Riffing, Hardcore-Shouts und Frickel-Soli. Gut, aber nicht wirklich herausragend.

10. From So Far Away

Kontrast – klare Gesänge, getragene Rhythmen, melodische Leads und frickelige Soli. Der Gesang hält nur während der ersten ca. 40 Sekunden an, danach wird Platz gemacht für die Gitarre, denn im Grunde ist „From So Far Away“ nichts anderes als ein langes, stimmungsvolles und mehr als nur gekonnt gezocktes Solo.

11. Misery’s Introduction

„Misery’s Introduction“ ist ein kurzes, sphärisches, dabei aber bedrohliches, mit Keyboard- und akustischen Gitarrenklängen gespieltes Zwischenspiel bzw. Intro für das folgende „Songs Of The Damned“.

12. Songs For The Damned

Nach den eher ruhigen Klängen bricht das Inferno unverhofft über dem Hörer herein. Wuchtige Riffattacken, heftiges Geschrei, treibendes Schlagzeugspiel, eine wirklich mächtige Walze! Aufhorchen lassen auch die experimentellen Klänge als auch der starke cleane Gesang. Ein schönes, ruhiges Solo bildet das Ende dieses interessant strukturierten Stücks.

Zusammengefasst lässt sich nach den ersten Höreindrücken sagen, dass ALL SHALL PERISH ihren eingeschlagenen Weg weitergehen, indem sie immer progressiver, immer komplexer, vielschichtiger und technischer werden, was sich hauptsächlich in der phänomenalen, virtuosen Gitarrenarbeit zeigt. „Awaken The Dreamers“ hievt den Deathcore auf eine neue Evolutionsstufe. Der Anteil an Death Metal wurde etwas zurückgeschraubt, ebenso wie die Blast Beats. Dafür grooven die Burschen hier und da teilweise schon unverschämt catchy. Das neue Album wirkt erneut variabler, experimentierfreudiger und abwechslungsreicher als sein Vorgänger. Die Zeichen stehen auf Sturm!

02.07.2008

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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