Beloved Enemy
Beloved Enemy

Interview

Quasi aus dem Nichts tauchten BELOVED ENEMY auf der Bühne des deutschen Gothic Rock auf. Und doch konnten sie auf Anhieb mit ihrem Debüt überzeugen. Um mal ein wenig mehr über diese vielversprechende Band zu erfahren, zu lesen, wie Untote intim werden und um auch die Zukunft des Projekts zu beleuchten, schickte ich ein paar Fragen an die Band, welche mir Peter und Dead L-vis beantwortet haben.

Beloved EnemyTag die Herren! Wie schaut’s bei euch im Moment?
Da ihr für einige sicherlich ein noch recht unbeschriebenes Blatt seid, würde ich euch bitten,
BELOVED ENEMY und die Personen dahinter sowie eure
Geschichte kurz ein wenig zu beleuchten.

Hi Philip!Die ganze Gründungsgeschichte steht auf der Homepage: www.myspace.com/belovedenemy666

Habt ihr schon Reaktionen zu „Enemy Mine“ erhalten?Wie sind diese ausgefallen? Was denkt ihr selber über euer Debüt?

Dead L-vis: Bis jetzt 95% sehr gute Kritiken, das Wichtigste für uns war, das Album zu machen, und das ist uns gelungen.

Peter: Wenn du dein Debut selbst nicht gut findest, solltest du gar keine Musik machen.

Ihr habt ja direkt euer Debütalbum aufgenommen scheinbar ohne Demo oder Sonstiges. Wie seid ihr an den Deal gekommen? Was versprecht ihr euch von der Zusammenarbeit mit Twilight und wie verlief diese bisher?

Dead L-vis: Wir hatten einen „Rough Mix“ gehabt den habe ich an Twilight geschickt, und es hat ihnen sehr gefallen, und nun sind wir da! Ich finde die Zusammenarbeit toll, Twilight ist ein kleines Label, aber sie stehen mit 150% hinter dem, was sie machen. Man hat das Gefühl, die Musik bedeutet ihnen mehr, als nur Profit zu machen.

Peter: Ein Lob an Twilight, unsere Plattenfirma: Da könnten sich so manche große Firmen was abschneiden!

Ich denke, ihr werdet des öfteren( ich habe es ja auch getan) mit den 69 EYES verglichen , oder? Könnt ihr damit damit leben, oder stört euch das? Was haltet ihr von deren neuem Album?

Dead L-vis: Ich finde den Vergleich passend, ich meine, ich hasse Vergleiche, aber es ist manchmal notwendig, um einen Sound oder Stimme zu beschreiben. Ich muß aber dazu sagen, ich hatte noch nie die Band angehört bis die ganzen Reviews kamen mit diesem Vergleich. Ich habe jetzt das neue Album und finde es sehr schön, höre aber weniger Ähnlichkeiten raus. Er hat so ein bisschen „Elvis“ tremolo, aber ansonsten sind wir schon ganz anders im Gesangsstill. Eine tolle Scheibe, super Band, würde gern mit ihnen zusammen spielen oder gar ein Duett aufnehmen.

Peter: Es gibt auf unserer CD zwei Stücke, die den Vergleich mit 69 EYES vielleicht nahelegen, aber der gesamte Rest hat mit dieser Band nicht das Geringste zu tun.

Wie kann ich mir das Entstehen eines BELOVED ENEMY Songs vorstellen? Da Peter sein eigenes Studio hat, nehme ich an, er schreibt die Songs allein? Oder hat Dead L-vis ein Mitspracherecht?

Dead L-vis: Peter schreibt, spielt und produziert alles selber, er singt sogar die Gesangsmelodien vorher ein. Ich habe ein bisschen Mitspracherecht, aber da wir Zwei auf so einer ähnlichen Welle sind, gibt’s kaum etwas, das ich ändern möchte.

Habt ihr schon Pläne für ein kommendes Album oder wisst, in welche Richtung dies gehen soll?

Dead L-vis: Tatsächlich haben wir bereits fünf neue Nummern aufgenommen- ohne jegliche Richtungsvorgabe. Peter schreibt einfach die Musik, die ihm gefällt, und am Ende schauen wir, dass es als Gesamtbild harmonisch klingt.

Peter: Eigentlich ist es ganz einfach: Entweder ein Song fetzt los, dass alles zu spät ist, oder er trifft dich mitten ins Herz oder beides! Genau das sind unsere Vorgaben! Und das werden sie auch bleiben.

Peter war vor BE ja bei FIDDLER’S GREEN aktiv, inwiefern unterscheidet sich seine Arbeit mit der bei BELOVED ENEMY?

Dead L-Vis: Das beantwortet Peter lieber selber.

Peter: Von der Arbeitsweise gibt es da keinen Unterschied, jetzt darf ich halt richtig Gas geben und muss keine Kompromisse machen. Aber auch Fiddlers haben mir da freie Hand gelassen.

Kommen wir zu den Texten: Worum drehen sich die Texte auf eurem Debüt und was ist euch bei diesen wichtig?

Dead L-vis: Wir beide sind grosse Stephen-King-Fans, und Peter ist noch dazu ein sehr tiefsinniger und sensibler Mensch, also seine Texte handeln von Leidenschaft und Gefühlen.

Peter: Es ist sehr reizvoll, das Thema „Untote“ mit sehr intimen Dingen zu verknüpfen.
Beispiel: Dead L-Vis singt als Untoter:“Fuck me back to life“! Das würden manche Lebende sich auch wünschen! Mich nicht ausgenommen.
Oder Virus Undead: Ski spielt in dem Film ja einen Zombie und im Song kommt die Refrain-Zeile:“Die if you can if you please!“. Also Filmebene: Er bringt ja wirklich Leute um und im echten Leben wünscht man sich manchmal, dass verflossene Ex-Frauen endlich aus dem eigenen Kopf verschwinden, so dass man wieder frei ist.

Ihr scheint live einiges geplant zu haben: Wie probt ihr, sind eure Sessionmitglieder doch alle recht verstreut von euch beheimatet, oder?

Dead L-vis: Das stimmt, aber es sind alle Vollzeitmusiker, sprich man macht einfach Termine aus und dann wird wie bei jeder Band geprobt.

Was mögt ihr an Gigs besonders und wird man von euch eine besondere Show oder ähnliches bekommen?

Dead L-vis: Wir haben alle jahrelange Bühnenerfahrung, und ich denke, dass wird sich bemerkbar machen. Zu der Bühnenshow möchte ich nichts äussern, da der Zuschauer
die eine oder anderer Überraschung erleben wird.

Auf eurer Myspaceseite ist bereits ein Videoclip von euch zu sehen, wie waren die Aufnahmen? Besteht die Chance, dass ihr damit auch auf größeren Sendern gespielt werdet?

Dead L-vis: In der Tat sind es zwei Videos, die ebenso mit auf dem Album sind. Ich kann nur sagen: die Zusammenarbeit mit Regisseur Wolf war fantastisch. Das erste Video war dazu saukalt (Nordsee im Dezember) und das Zweite ist ein Zusammenschnitt aus dem kommenden Horrorschocker „Virus Undead“ , bei dem ich mitspielen durfte.

Was für Interessen habt ihr neben der Musik? Dead L-vis scheint ja recht aktiv auf schauspielerischer Ebene zu sein, was gibt es darüber zu berichten?

Dead L-vis: Es sind noch zwei Rollen für dieses Jahr geplant und zusätzlich noch eine Rolle in einem Horrorfilm, der die Entstehung unserer Band als Untoter aufgeklärt. Aber daneben gibt’s bei mir nur wenig, ich betreibe eine Kneipe, halte Schlangen und Spinnen und baue und fahre gern Fahrräder, dazu sammel ich Tattoos und pflege gern die Romanze zwischen mir und meiner Liebsten.

Peter: Mein Leben lässt sich mit Musik machen, Frauen und Büchern vollständig beschreiben; in dieser Reihenfolge!

Ok, soweit das Interview! Ich danke euch für die Antworten, die letzten Worte gehören euch!

Dead L-vis: Wir freuen uns auf die Zuschauer und Grüsse an the army of the undead

Peter: Ich bedanke mich bei allen Leuten, die uns aus freien Stücken geholfen haben; ohne euch wäre das alles nicht passiert!

15.04.2007

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