Demonical
Demonical

Interview

Eine räudige Mischung Todesstahl wurde unlängst aus dem Land der Schweden auf die Welt losgelassen. DEMONICAL pflegen mit "Hellsworn" keine Gefangenen zu machen, sondern nur verbrannte Erde auf ihrem Weg zu hinterlassen. Eben noch eine kurze Tour mit TORTURE KILLER und FACEBREAKER absolviert, stehen jetzt ein paar Festival-Auftritte an. In der Zwischenzeit nahm sich Drummer Ronnie Bergerståhl, seines Zeichens ebenfalls Trommler bei GRAVE, die Zeit auf einige unserer Fragen zu antworten. Also sperrt die Ohren auf, was der Schwede zu verkünden hat.

DemonicalHallo, wie läuft es soweit, jetzt da das aktuelle Album draußen ist? Welche Reaktionen gibt es bisher?

Hallo auch, hier Ronnie B., der Schlagzeugjunge. Die Reaktionen bisher waren überwältigend, ich würde sagen sehr, sehr gut. Viele Leute, von denen wir Reviews bekamen, sagten, dass es mehr nach uns klingt. Viel mehr als „Servants Of The Unlight“. Da wird einem warm ums Herz und wir sind sehr glücklich über das neue Album.

Für den Fall, dass es irgendwelche Schwierigkeiten gab während dem Schreib- und Aufnahmeprozess, welche waren das?

Der Schreibprozess allgemein ging meines Erachtens nach sehr glatt von statten. Martin hatte bereits ein paar Songs Zuhause aufgenommen und uns zugesandt. Nachdem wir sie uns angehört haben, trafen wir uns im Proberaum und haben sie entsprechend arrangiert. Es gab ein paar kleinere Änderungen hier und da, aber im Großen und Ganzen blieben sie gleich. Nach der endgültigen Fertigstellung dieser Songs, sind wir analog bei den Ideen von Johan und mir vorgegangen. Den letzten Song, welchen wir geschrieben haben, war der langsam-doomige Titeltrack. Hehe. Er basiert auf zwei meiner Ideen, die wir dann zu einer zusammengefügt und auch hieraus einen Guss gemacht haben. Es war beinahe schon leicht die Songs zu schreiben. Während den Aufnahmen gab es einen Song über den wir diskutiert haben, doch schlussendlich war jeder von uns damit glücklich. Die Rede ist von „Götter Des Nordens“. Abgesehen von der damit verbundenen kleinen Meinungsverschiedenheit, glichen die Aufnahmen einem angestachelten Pferd auf der Rennbahn!

Wie geht Ihr denn generell vor, wenn Ihr Songs schreibt? Schreiben alle bei Euch die Songs und wofür steht die Musik von DEMONICAL?

Wie bereits gesagt, haben wir alle Ideen, welche wir einbringen. Ganz gleich, ob es sich nun um ein oder zwei Riffs handelt oder um einen ganzen Song. Gemeinsam arrangieren wir alles zusammen. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, es so zu tun. Schon allein deshalb, da wir alle Musik aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ich würde sagen, dass Johan und Martin mehr Old-School-lastig sind, als Sverker und ich. Doch am Ende kommt alles zusammen zu diesem widerlichen Ding, genannt DEMONICAL, was für richtigen Old-School Death-Metal der wirklich schwedischen Art steht! Nicht dieses Götheburg-Pussy-Zeug! Haha.

Gibt es irgend ein Konzept hinter den einzelnen Songs, dem Album? Oder entwickelte sich das Ganze schlicht Stück für Stück?

Nein, nicht wirklich. Sicherlich ist ein Konzept hinter jedem einzelnen Song, aber miteinander verbunden sind sie nicht. Die Texte sind in gewohnter Manier gehalten. Es geht um Zerstörung, Chaos, anti-religiöses Zeug und solche Sachen. Wir stecken nicht viel Zeit in die Lyrics. Grundsätzlich ist es immer das Gleiche, lediglich in einem anderen Gewand. Das ist es, was wir mögen!

Für Euer letztes Album gab es ja einige gute Reviews. Sind Euch solche Feedbacks wichtig oder ist es Euch letztlich egal, was Kritiker sagen, da Ihr ohnehin Euer eigenes Ding durchzieht, komme was da wolle?

Sicherlich ist es lustig, gute Reviews zu bekommen, doch sollte irgendwo jemand unseren Sound nicht mögen, werden wir nicht gleich alle in tiefe Depressionen fallen. Hahaha. Es zeigt dann doch nur, dass der- oder diejenige gute Musik einfach nicht zu schätzen weiß, nicht wahr? Wir haben eine große Vision, wie DEMONICAL sein und sich anhören soll. Mit „Hellsworn“ haben wir einen großen Schritt in diese Richtung gemacht.

Was sind Deine bevorzugen Songs auf „Hellsworn“ und weshalb ist das so?

Hm, da gibt es einige Tracks, aber „Bow To The Monolith“, „Baptized In Fire“ und „Death Metal Darkness“ sind meine absoluten Favoriten. Sie repräsentieren drei unterschiedliche Seiten von DEMONICAL. „Bow To The Monolith“ mit seinem schweren, fast doomigen Intro, was sich in ein rasendes Biest verwandelt…und der Chorus dazu…ich liebe es einfach! Außerdem sind die Lyrics, echt cool. Die sind von Don Of The Dead von NUNSLAUGHTER. „Baptized In Fire“ ist vom Anfang bis zum Ende ein einziges Inferno. Rasend, wild und sehr ausgeprägt. „Death Metal Darkness“ ist ein Mid-Tempo Stück, dessen Chorus im Kopf hängen bleibt. Man könnte UNLEASHED damit ein wenig huldigen. Es ist eine Freude ihn live zu performen, denn die Leute gehen darauf richtig ab. Ich behaupte, dass dieser und „Bow To The Monolith“ den Leuten mit am besten reinlaufen.

Abgesehen davon habt Ihr ja noch den Song „Götter Des Nordens“. Wieso sind die Texte in deutscher Sprache und was hat es damit auf sich?

Hehehe. Wir haben die Idee eigentlich von AMON AMARTH übernommen, welche ja vor ein paar Jahren einen deutschsprachigen Song aufgenommen haben. Als wir am Track begonnen haben zu arbeiten, nannten wir ihn den „AMON AMARTH Song“, weil uns der Groove, das Riffing und das Tempo daran erinnerten. Dann kam Martin mit der Idee an, das Ganze in Deutsch zu halten und den Song somit ein Stück weiter zu treiben. Schließlich wissen wir ja, dass ihr deutschen Metalheads aus irgendeinem unerfindlichen Grund auf AMON AMARTH abfahrt. Haha. Eine gute Freundin von uns, Conny Pönisch hat den bereits geschriebenen, englischen Text ins perfekt ins Deutsche übersetzt. Es geht um Wikinger und solche Sachen, was in deutschsprachigen Ländern bisher sehr gut ankommt.

Ihr spielt ja bekanntermaßen eine recht extreme Form der Musik. Wie seid ihr dazu gekommen und wie seht Ihr Euch damit in der Welt von heute?

Ich habe immer extreme Musik in irgendeiner Art gemacht. Wieso das so ist weiß ich auch nicht genau, es war schon immer so. Es macht schlicht Spaß diese Musik zu spielen. Du forderst Dich selbst jede Nacht heraus, körperlich wie auch mental. Das ist Adrenalin pur… Es gibt eine Reihe guter Bands da draußen heutzutage, aber leider auch Unmengen von totaler Scheisse und unglücklicherweise ist es genau diese Musik, welche in den Medien die meiste Aufmerksamkeit erlangt. Das ist extrem nervig, aber was willst Du machen? Geld regiert die Welt, so sieht es nun mal aus.

Wo kommt denn die Inspiration her? Ich meine gibt es irgendwelche Vorbilder oder etwas in der Art, die formend für die Band sind? Manche behaupten ja, dass Ihr Euch nach ENTOMBED oder GRAVE anhört.

Ich für meinen Teil höre sehr wenig Death-Metal. Zumindest nicht diese Art, wie wir ihn spielen. Mit meinem Drumming bei DEMONICAL und GRAVE bekomme ich genug davon. Hehe. Ich bin mir nicht sicher ob es gut ist, Musik zu hören, die sich ausschließlich im gleichen Genre bewegt. Ich denke eher, dass man sich anderes Zeug anhören sollte, um neue Einflüsse zu erfahren und andere Wege zu finden, wenn es darum geht, Song zu arrangieren und zusammen zu stellen. Hm, ENTOMBED, ok, den Vergleich kann ich akzeptieren, das passt. Aber GRAVE? Nein, die sind grooviger und heavier, als wir es sind. Außerdem ist der Gitarrensound ein anderer, hehe. Der Grund warum diese Band genannt wird, liegt wahrscheinlich darin, dass es nichts anderes Vergleichbares gibt.

Vielen Dank für Deine Zeit und weiterhin viel Erfolg. Die letzten Worte sind standesgemäß die Deinen:

Kein Problem, es war mein Vergnügen. Wie üblich, wenn es um ein neues Album geht: Checkt es aus! Es sind vier neue Songs bei Myspace hochgeladen. Wir und ich hoffen Euch irgendwann in der Zukunft zu sehen, also schaut regelmäßig auf unserer Homepage und unserer Myspace-Seite vorbei um nach Updates zu sehen.
Cheers, over and out von Ronnie B.

02.07.2009

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