Demonical - Darkness Unbound

Review

Puh, mittlerweile ist’s echt anspruchsvoll geworden, eine Einleitung für ein kommendes Release im schwedischen Old School Death Metal Sektor zu finden. Als wäre das nicht schon ärgerlich genug, spinnt nun auch der Generator dafür rum und somit muss improvisiert werden. Fans schwedischer Sägekunst muss man DEMONICAL aus Avesta wohl aber auch nicht mehr vorstellen, denn die haben sich mit ihrem Releasezyklus im Zweijahres-Takt eine ordentliche Fanbase erspielt und veröffentlichen am 20. September mit „Darkness Unbound“ ihren Viertling.

Ähnlich heiter wie bei der Songwritingphase geht’s bei Martin Schulman (ex-CENTINEX) und Sverker Widgren auch mit dem Besetzungskarussell zu Gange. Scheinen diese beiden mittlerweile der einzig feste Bestandteil des Todeskommandos zu sein, dachten sich andere wohl, dass die Liste ihrer Ex-Bands ruhig noch ein wenig ausgeweitet werden kann. Zugegeben, ich kenn‘ mich da mittlerweile auch nicht mehr so wirklich aus, zu hören sind die beiden Exen Fredrik Widigs (Schlagzeug) und Johan Jansson (Gitarre; INTERMENT) auf „Darkness Unbound“ aber dennoch. Ob die Entstehung dessen unter dem bravourös-zweifelhaften Motto „Lass‘ uns doch einfach Freunde bleiben“ ablief? Man weiß es nicht, unter Umständen weiß die schwedische Klatschpresse da genaueres.

Das Gute bei vielen Schwedenconnections ist ja gemeinhin, dass sie häufig nicht mal einen Mikrometer von dem abweichen, was sie ausmacht – egal unter welchen Umständen. Das trifft auf „Darkness Unbound“ dann aber auch nur teilweise zu, auch wenn „The Order“ einen nach dem kurzen Titeltrack, der als düsteres Intro fungiert, wegfegt. Die leichten Querverweise Richtung AMON AMARTH, die DEMONICAL schon mit „Death Infernal“ aufwiesen, lassen sich auch hier wieder vernehmen, werden auf Albumlänge aber nicht mehr so ausgereizt wie noch auf besagtem Vorgänger. „An Endless Celebration“ ist da schon deutlich straighter und oldschooliger und hat einige richtig starke Rythmuswechsel zu bieten. Auch wenn man es in diesem Genre womöglich nie geglaubt hätte, sind die Schweden auch auf „Darkness Unbound“ ein wenig offener in Richtung neuer Einflüsse geworden, schwärzen ihren Death Metal auf NECROPHOBIC’sche Art an („Contempt And Conquest“), schielen mit „The Healing Control“ hin und wieder nach Götheborg und zeigen dabei leichte Thrash-Tendenzen, können mit „Hellfire Empire“ und „Deathcrown“ aber auch gute Oldschool-Nummern abliefern, ohne dabei die Klasse eines „Hellsworn“-Killers zu erreichen.

Und das ist auch das Problem, welches ich schon mit „Death Infernal“ hatte und bei den abschließenden (von den Bonustracks mal abgesehen) „Words Are Death“ und „The Great Praise“ wieder aufkommt: DEMONICAL sind in ihren eng gesteckten Grenzen recht offen für allerlei Einflüsse aus dem extremem Metal, entfernen sich dabei aber ein wenig zu sehr von der Simplizität, die das Debüt „Servants Of The Unlight“ und „Hellsworn“ noch inne hatten, und genau diese stand ihnen doch sehr gut zu Gesicht. Trotz dessen ist „Darkness Unbound“ etwas stärker als sein Vorgänger, weil es sich zumindest nicht mehr allzu sehr an der AMON AMARTH Stilistik schmiegt, sondern wieder etwas geradliniger zur Sache geht. Trotzdem gab’s dieses Jahr schon bei weitem stärkere Releases im Elchtod-Sektor, und so fällt der vierte Streich von DEMONICAL doch ein wenig ab.

14.09.2013

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