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Interview mit Bandgründer Niclas Engelin zum neuen Album "Raven Kings"

Interview

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Mit ihrer modernen Interpretation des klassischen Gothenburg Metal liegen ENGEL mittlerweile näher an den Ursprüngen jenes Sounds, als die Genre-Mitbegründer IN FLAMES. Ihr neues Album „Raven Kings“ ist zwar ungemein eingängig, verliert jedoch nie das Riffing aus den Augen. Wir haben mit Bandgründer Niclas Engelin über den Spagat zwischen seiner Live-Tätigkeit bei IN FLAMES und seinem Engagement bei ENGEL, den neuen Sänger Mikael Sehlin und eigene musikalische Vorlieben gesprochen.

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Niclas, während die letzte IN FLAMES-Scheibe „Siren Charms“ definitiv ein weiterer Schritt weg vom Melodeath der Anfangstage war, transportieren die Riffs und Songstrukturen auf „Raven Kings“ weiterhin diesen traditionellen, etwas aggressiveren Vibe. Kannst du deine Ideen bei ENGEL mehr einbringen?

So ist es, denn IN FLAMES haben ihren eigenen Sound und ihre eigene Art Musik zu machen, und davon möchte ich nicht einen Zentimeter abweichen. Bei ENGEL kann ich die Musik schreiben, die mir zusagt und ich möchte diesen Sound intakt halten ohne zu sehr an der Formel herumzudoktern. Einfach weiter starke Riffs schreiben und gute Songs liefern. So ließe es sich auf den Punkt bringen.

„Raven Kings“ ist das erste ENGEL-Album mit Mikael Sehlin am Mikro. Was sind deiner Meinung nach seine Stärken?

Er ist einfach fantastisch und gibt sich seinem Job unglaublich hin. Er hatte ungefähr drei verschiedene Vocal Lines für jeden einzelnen Song, was wirklich selten ist, und er kam verdammt gut vorbereitet zu den Aufnahmen zu „Raven Kings“. Er ist einer von denen, die sich zum ersten Mal in ihrem Leben eine Trompete nehmen und dir nach zehn Minuten einen Song darauf spielen.

Wie wichtig ist Klargesang für dich? Könntest du dir vorstellen, ein Album ganz ohne Klargesang aufzunehmen?

Wir arbeiten wirklich hart daran unsere Musik interessant zu halten und legen eine Menge Dynamik in die Arrangements. Klargesang spielt also eine sehr wichtige Rolle in unserer Musik, nicht zuletzt weil Mikael auch eine beeindruckende Vocal Range hat.

„Raven Kings“ wurde von Jacob Hansen gemischt, der in der Vergangenheit bereits mit VOLBEAT zusammengearbeitet hat. Hatte er einen großen Einfluss auf den Gesamtsound des Albums?

Ich kenne Jacob seit den frühen Tagen mit seiner Band INVOCATOR und habe seine Karriere seitdem verfolgt. Wir standen schon seit einigen Jahren in Kontakt und er hatte immer schon Lust darauf, mal mit uns zu arbeiten. Das machte es im Endeffekt leichter, sich gegenseitig zu verstehen. Er wusste was wir wollten und hat dem Album die bestmögliche Produktion verpasst.

Welcher ist dein Lieblingssong auf „Raven Kings“ und warum?

Ich mag die Abwechslung und den roten Faden, der das Album durchzieht. Ich denke, dass das Album das zusammenhängendste ist, das wir bisher gemacht haben. Wenn ich mich aber entscheiden muss, würde ich sagen: „Salvation“ und „Hollow Soul“, weil die beiden Songs zwei Extreme innerhalb des gleichen Albums darstellen.

Von allen Tracks auf „Raven Kings“ ist „When The Earth Burns“ möglicherweise einer der härtesten. Er erinnert mich ein bisschen an GOJIRA. Hörst du viel modernen Metal und liegen deine eigenen Einflüsse eher in der Vergangenheit?

Danke. Es ist ein klasse Song, bei dem ich richtig Lust habe, die Lautstärke ordentlich aufzureißen. Ich mag GOJIRA zwar wirklich gerne, aber sie sind kein primärer Einfluss für mich. Vieles in diesem Song lehnt sich an MORBID ANGEL an. Ich selbst höre ganz viel unterschiedliche Musik, aber der alte Kram bringt mich immer noch am ehesten zum Abgehen.

Wie wichtig ist es für dich, dass ihr euren Sound als Band von Album zu Album weiterentwickelt? Hast du eine Ahnung, in welche Richtung sich der Metal in Zukunft entwickeln wird?

Ich tendiere dazu, immer und überall Musik zu schreiben und sammle Eindrücke und Ideen, die sie interessant machen könnten. Mittlerweile lasse ich mich noch eher von der Musik leiten und sehe am Ende wo es hingeht. Es ist immer noch sehr heavy, aber heavy auf so viele andere Arten als bloß tiefer gestimmte, verzerrte Gitarren.

Wer hatte die Idee für das Albumcover von „Raven Kings“? Möglicherweise liege ich falsch, aber könnte da eine kleine „Game Of Thrones“-Referenz drinstecken?

Das könnte sicherlich sein. Wir haben das Konzept „Raven Kings“ zwar gemeinsam als Band auf die Beine gestellt, aber Joachim Luetke hat unsere Ideen dann auf ein anderes und höheres Level gebracht, als wir es uns vorstellen konnten. Er ist ein Künstler, der einfach Dinge ausprobiert und ein Meister seines Faches.

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Wie kriegst du die Tourpläne unter einen Hut, wenn es sowohl mit ENGEL als auch mit IN FLAMES Touren zu spielen gilt, um Alben zu promoten?

Ich spiele keine Shows mit ENGEL. Ich bin sozusagen eine Art verstecktes Mitglied, da ich ja gleichzeitig auch mit IN FLAMES auf der Bühne stehe. ENGEL haben schon viele Touren ohne mich gemacht und sie rocken verdammt hart.

Werden wir ENGEL 2015 live in Deutschland erleben können?

Oh ja, auf jeden Fall. ENGEL werden „Raven Kings“ live in ganz Europa präsentieren. Kommendes Frühjahr werden sie sechs Wochen lang in Europa touren. Verpasst sie nicht!

Danke für das Interview und alles Gute, Niclas!

Ich bedanke mich!

Galerie mit 40 Bildern: Engel - Rockharz Open Air 2012
07.12.2014

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