Exodus
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Interview

EXODUS! Es gibt kaum eine klassische Thrash-Metal-Band, die in den letzten Jahren so fleißig war, wie die Jungs um Gary Holt. Das neue Album „Exhibit B: The Human Condition“ steht in den Startlöchern und wartet darauf, sich in die Köpfe der Thrash-Fans einzubrennen. Gary Holt stand uns zum neuen Album Rede und Antwort.

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Mit eurer neuen Scheibe „Exhibit B: The Human Condition“ knüpft ihr fast nahtlos an den Vorgänger „Exhibit A: The Atrocity Exhibition“ an. Erzähl doch bitte mal, was in der Zeit zwischen diesen beiden Alben so geschehen ist.

Nun, wir brauchten erst mal ein paar Jahre, um den ganzen Tourzirkus zu beenden. Leider haben wir noch immer nicht überall dort gespielt, wo wir gerne wollten. Aus diesem Grund müssen wir uns für das neue Album noch mehr den Arsch aufreißen.

Zwischen den beiden „Exhibit“-Projekten habt ihr noch mal eben so das Re-Release von „Bonded By Blood“ namens „Let There Be Blood“ unter die Meute gebracht. Wie waren denn die Reaktionen auf das Album seitens Fans und Presse?

Das waren schon gemischte Reaktionen auf die Scheibe. Die Presse mochte das Teil fast durch die Bank hindurch, genauso wie viele unserer Fans. Manch einer ist allerdings der Meinung, dass das Original heilig ist und nicht damit herumgemacht werden sollte, womit ich allerdings gut leben kann. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn jemand für ein altes Stück Arbeit von dir kämpft und es verteidigt. Allerdings haben wir gar nicht versucht, das Original zu ersetzen, das würde gar nicht funktionieren. Das Album ist mehr eine Soundauffrischung des Originals, mehr nicht.

„Exhibit B: The Human Condition“ hört sich so an, als ob es direkt im Anschluss von „Exhibit A“ geschrieben worden ist. Stimmt das vielleicht sogar?

Vier Stücke (drei auf dem Album, ein Bonus-Track) wurden zur gleichen Zeit wie „Exhibit A“ aufgenommen, die übrigen Nummern entstanden im letzten Jahr, wenn wir zwischen den Touren mal zu Hause waren.

Auf „Exhibit B: The Human Condition“ ist es meiner Meinung nach sehr hart, einen Favoriten herauszupicken, weil sich alle Stücke auf einem gleich hohen Level befinden. Wenn dich jemand fragen würde, welcher der beste Song des Albums ist, was würdest du antworten?

Ha, das ist ungefähr so, als wenn du jemanden fragen würdest, welches seiner Kinder er am liebsten hätte. Aber wenn ich gerade jetzt im Moment gefragt werden würde, dann würde ich wohl „Class Dismissed (A Hate Primer)“ sagen.

Der Produzent von „Exhibit B: The Human Condition“ ist, wie auch auf einigen Alben zuvor, wieder Andy Sneap. Never change a winning Team?

Andy ist mittlerweile einfach ein Teil der Familie und einer unserer besten Freunde. Die Stimmung im Studio bei ihm macht immer Laune. Wir albern die ganze Zeit herum und haben Spaß, während wir zeitgleich zermalmenden Metal erstellen.

Obwohl der Sound auf „Exhibit B: The Human Condition“ schon der alten Schule frönt, hört sich die Scheibe zu keinem Zeitpunkt altbacken oder langweilig an. Achtet ihr bei den Aufnahmen darauf oder passiert das einfach so?

Das geschieht alles einfach spontan, wir planen das vorher nicht so nach dem Motto „So, jetzt machen wir mal ein modernes Old-School-Brett“ oder so was in der Art. Es ist eigentlich genau wie 1985. Ich sitze herum, klimpere mit der Gitarre und warte auf gute Ideen.

Die Story von „Exhibit A; The Atrocity Exhibition“ handelte vom Thema Religion. Worum geht es nun bei „Exhibit B: The Human Condition“?

Es geht um die vielen Merkmale der Menschen wie z.B. Grausamkeit, Gewalt, Arroganz, Ignoranz, das Benehmen wie von Tieren.

Ein sehr interessanter Titel ist natürlich „Burn, Hollywood, Burn“. Ist die Nummer eure ganz persönliche Abrechnung mit der High Society-Liga?

Das ist wirklich meine Anklage an all die Leute, die herumsitzen und sich diesen ganzen Celebrity-Scheiß reinziehen. Diese ganzen verfluchten Reality-Shows, wo die Art von Leuten für die Massen berühmt gemacht werden, die in ihrem Leben nichts geschafft haben außer zu viele Kinder in die Welt zu setzen, oder einfach nur reich geboren wurden. Warum die Menschen so viel von ihrer kurzen Zeit auf der Welt in diese Scheiße investieren, wird mir für immer ein Rätsel sein. Und Hollywood wird diese ganzen Schweine weiter damit füttern, solange sie dafür ordentlich quieken.

Das nenne ich doch mal eine Ansage, womit du allerdings völlig Recht hast. Auf jeden Fall habt ihr mit eurem neuen Album wieder ein typisches EXODUS-Album geschaffen, welches voll mit peitschenden Drums und Killer-Riffs ausgestattet ist. Ich denke, kein Thrash-Metal-Fan wird um dieses Album herum kommen, es wird vielen Leuten in den Hintern treten. Was ist eigentlich euer Geheimnis, immer noch so aggressiv agieren zu können? Bist du immer noch angepisst?

Auf jeden Fall bin ich das. Es gibt in der heutigen Zeit so viele Dinge, die mich anpissen…

„Exhibit B: The Human Condition“ ist das vierte Album mit Rob Dukes am Mikro. Seine Stimmt passt aber auch einfach klasse zu eurer Mucke und live tritt er ebenfalls mächtig Arsch. Aber gibt es immer noch Stimmen die noch nach Zetro rufen? Oder sind auch diese Leute mittlerweile von Rob überzeugt?

Jeder, der Zetro zurückhaben möchte, sollte sich daran erinnern, dass er die Band hängen ließ, uns komplett im Stich gelassen hat und zudem als Sänger auch noch besser bezahlt wurde als wir. Es ist allerdings nur noch eine Minderheit, die Zetro nachtrauert, so wie damals, als Fans Paul (Baloff, R.I.P.) zurück in der Band haben wollten. Zetro möchte jetzt natürlich wieder seinen Job zurück und wetteifert die ganze Zeit. Mittlerweile verstehe ich mich zwar wieder gut mit ihm und wir sind wieder Freunde, allerdings ist Rob the man! Wir haben vielmehr Fans als noch zu „Tempo Of The Damned“-Zeiten. Was sagt uns das also? Einer von hundert Fans möchte „die alten Tage“ wieder erleben aber niemand anderes außer Rob, könnte auf diesem Album solch einen coolen Job machen. Einige Fans meinten außerdem, dass sie bisher mit Robs Stimme nichts anfangen konnten, ihn auf dem neuen Album aber brillant finden.

Wenn ich dich fragen würde, was der Unterschied zwischen EXODUS und anderen Thrash-Metal-Bands ist, die in den 80ern starteten, was würdest du sagen?

Ich würde sagen, dass wir von allen die hungrigsten sind, und noch immer davon angetrieben werden.

Pflegst du denn eine Freundschaft zu irgendeiner der anderen klassischen Thrash-Metal-Bands? Zu Musikern von ANTHRAX oder SLAYER z.B.?

Mit jemanden von ANTHRAX habe ich längere Zeit schon keinen Kontakt mehr, allerdings kommt Kerry (King, Gitarrist von SLAYER, Anm. d. Red.), zu unseren Shows wann immer er kann. Wir versacken dann meistens irgendwo.

Natürlich haben bzw. hatten EXODUS großen Einfluss auf so manche Nachwuchsbands. Aber gibt es auch neuere Bands, die dich beeindrucken?

Aber klar! WARBRINGER, EVILE, GAMA BOMB finde ich großartig, und noch eine Menge andere Bands.

Gibt es nach all den Jahren im Musikbusiness noch ein spezielles Ziel, das ihr mit EXODUS erreichen möchtet?

Zermalmen, killen und zerstören, alles und jeden!

Natürlich sind schon viele Fans hier in Europa heiß darauf, euch mal wieder auf der Bühne zu sehen. Wann geht es los?

Nun, wir werden auf einigen Sommerfestivals spielen. Und es kommt noch was richtig Cooles zum Jahresende…

Gary, besten Dank für das Interview. Wir sehen euch auf der Bühne!

Galerie mit 20 Bildern: Exodus - Rockharz 2018
23.04.2010

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