Hail Spirit Noir
Interview zum neuen Album "Oi Magoi"

Interview

Hail Spirit Noir

Mit „Oi Magoi“ haben HAIL SPIRIT NOIR erneut ein ziemlich abedrehtes Album abgeliefert. Schon ihr Debütalbum „Pneuma“ ließ selbst Avantgarde-Black-Metaller, dank des vertonten Wahnsinns, überrascht die Augenbrauen heben. Es wird also Zeit, den griechischen Wirrköpfen (die sie gar nicht sind) auf den Zahn zu fühlen.


Ehrlich gesagt fällt es mir sehr schwer, HAIL SPIRIT NOIR mit anderen Bands zu vergleichen bzw. direkte Einflüsse herauszuhören. Klar, Black Metal und Progressive Metal/Rock, aber konkreter wird es nicht. Was für Musik hört ihr privat und bei welchen Band würdest du sagen, dass sie einen Einfluss auf euch haben?

Danke! Es ist schön zu hören, dass man uns nicht in enge Schubladen quetschen kann. Wir hören eine Menge verschiedener Musik und jeder von uns hat einen anderen Geschmack. Es gibt eine Gemeinsamkeit, was Black Metal und Progressive Rock angeht, die wir alle lieben, aber davon agebsehen gibt es massig verschiedenes Zeug, das jeder für sich genießt. Haris ist ein riesen Fan von HADJIDAKI und von einigen der BATCAVE-Sachen, während ich mehr im Avantgarde-Bereich untergewegs bin und ein bisschen im Oldschool US Metal. Um aber ein paar Bands zu nennen, die uns sicherlich beeinflusst haben: KING CRIMSON, DODHEIMSGARD, ELOY, ABIGOR, YES und Bands wie GOBLIN, die Soundtracks für klassische italienische Horrorfilme aufgenommen haben.

Aus meiner Sicht habt ihr mit „Oi Magoi“ noch einen deutlichen Fortschritt im Vergleich zu „Pneuma“ hingelegt, ohne dabei etwas von dem „Wahnsinn“, der euch umgibt, einzubüßen. Wo siehst du eure Entwicklungsschritte?

Ich glaube, wir haben dichtere Atmosphären erschaffen und die Eingängigkeit des Debütalbums auf eine andere Art und Weise beibehalten. Ich denke, wir hatten mit dem druckvollen Sound wirklich Erfolg, er hilft dem Hörer direkt in die Aura des Albums, aus Gefahr und Wahnsinn, wie du sagtest, einzutauchen. Es gibt eine Menge mehr Details in diesem Zusammenhang, meistens nicht hörbar, die das Suchtpotenzial des Albums unterstützen. Wir dachten es wäre wichtig, unseren Sound mit diesem Album zu verdichten. Das heißt, dass es ein Sound ist, der es uns erlaubt, verrückt zu werden und mit allem zu experimentieren, dass wir in unseren Songs ausprobieren wollen.

Auch die Texte scheinen bei euch eine wichtige Rolle zu spielen. Könntest du vielleicht kurz umreißen, worum es auf „Oi Magoi“ geht? Und welchen Stellenwert nehmen sie im Gesamtkontext ein?

Du liegst absolut richtig damit, dass sie wichtig sind. Aber das Album ist so konzipiert, dass du sie nicht unbedingt lesen musst, um es genießen, aber wenn du es doch machst, wirst du die volle Erfahrung machen. Einige Parts werden mehr Sinn ergeben und deine Aufmerksamkeit wecken. Daher empfehele ich die Texte neben der Musik zu lesen. Der Titel ist das grieschiche Wort für „Magier“. Diese Magier können alles sein, dass dich in verschiedene Situationen der Selbsttäuschung und Zweifel führen, und am Ende sorgen sie für Unzufriedenheit. Es ist der dunkle Geist im Inneren, der dich verspottet und verängstigt. Es ist Religion, die Ratschläge deiner Elter, deine Lehrer in der Schuler, Zeit, Ideologien und sogar die Hoffnung im Allgemeinen. Das Okkulte ist etwas sehr Persönliches, für diejenigen, die sich darin versuchen – und es ist nicht mein Platz es dir zu erklären. Alle Interessierten sollten ihre Hausaufgaben machen, hehe. Für mich selbst muss ich sagen, dass mir die Texte dazu dienen, den Verbund mit den Songs und der Musik im Allgemeinen, zu verstärken – daher sind sie ziemlich wichtig für mich.

Zum Titeltrack gibt es ein Video. Ich finde es wirklich faszinierend, wie der Irrsinn eures musikalischen Schaffens visuell unterstützt wird. Habt ihr das Video vorab eingeplant und wie empfindest du die Umsetzung?

Wirklich schön, dass dir das Video gefällt, aber am Ende hat es uns nicht gefallen und daher ist es seit letztem Freitag nicht mehr online. Wir wollten ein Video zur Unterstützung der Promo des Albums machen, aber im Endeffekt fanden wir es etwas zu kurz, als dass es das richtige für die Band wäre. Vielleicht machen wir ein neues, vielleicht auch nicht.

Gibt es konkretere Pläne mit HAIL SPIRIT NOIR mal live in Deutschland zu spielen?

Wenn es bloß so wäre…live zu spielen hat sich durch verschiedene Bindungen und Verpflichtungen als ziemlich problematisch für uns erwiesen. Zum Glück sind wir in einem Prozess, eine Band zusammenzustellen, die es uns ermöglicht in angemessener Wiese auf Tour zu gehen. Es gab einige Angebote, aber bislang waren wir gezwungen, sie abzulehnen.

Da es leider immer noch aktuell ist: Wie sehr beeinflusst die Wirtschaftskrise in eurem Land die Musikszene?

Egal, was irgendwer sagt – die Umstände und die tägliche Situation, in der wir uns wiederfinden, haben einen gewissen Einfluss auf beides, sowohl die Szene als auch die Künstler – egal, was Musik auch für eine Fluchtmöglichkeit sein mag. Bisher hat die Szene in Griechenland, auch wenn sie auf dem Vormarsch ist, mit vielen Bands, die die ganze Sache mittlerweile ernster und verantwortungsvoller angehen, in gewissem Maße gelitten. Die Shows haben weniger Publikum und die Bands versuchen, neue Wege zu finden, um aufzutreten und ihre Musik zu promoten. Das mag auf lange Sicht gut sein, aber für den Moment hat die ohnehin schon gequälte griechische Szene eine weitere Mauer zu überwinden.

Vielen Dank für das Interview, selbstverständlich gehören dir an dieser Stelle die letzten Worte.

Danke dir für das Interview! Hoffentlich schaffen wir es bald, einmal live in Deutschland zu spielen. Nehmt euch vor dem finsteren Geist in euch in Acht!

17.04.2014

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