Necronaut
Necronaut

Interview

Fred Estby, seines Zeichens Gründungsmitglied und langjähriger Songwriter des Death-Metal-Flaggschiffs DISMEMBER, ist nach jahrelanger Abstinenz mit seinem neuen Projekt NECRONAUT zurück. Auf seinem selbstbetitelten Debütalbum versammelt der freundliche Schwede neben seinen alten Bandkollegen auch noch so ziemlich jede Größe der schwedischen Szene: Nicke Andersson (HELLACOPTERS), Erik Danielsson (WATAIN), JB (GRAND MAGUS), Tompa Lindgren (DISFEAR) – um nur einige zu nennen. Sogar AUTOPSY-Trommler Chris Reifert ist am Start. Klarer Fall, das ist ein Interview wert. Et voilà:

Necronaut

Hey Fred, schön dass du wieder da bist! Wie geht’s dir?

Mir geht’s gut! Es ist schön, endlich wieder zurück zu sein.

Es ist ein Weilchen her, dass du das letzte Mal auf einer Platte zu hören warst. Was hast du die ganze Zeit seit dem letzten Album gemacht? Überhaupt, welches war das eigentlich? „The God That Never Was“?

„The God That Never Was“ war in der Tat das letzte Album, auf dem ich gespielt habe. Seitdem habe ich mit Nicke Andersson [HELLACOPTERS-Frontmann und ehemaliger ENTOMBED-Drummer – Anm. d. V.] ein Tonstudio aufgemacht. Abgesehen von NECRONAUT haben wir schon mit DISFEAR, IMPERIAL STATE ELECTRIC [Nickes neue Band – Anm. d. V.], DR. LIVING DEAD und MR. DEATH Alben aufgenommen. Um nur einige zu nennen. Außerdem mache ich noch den Live-Sound für einige schwedische Bands.

Dann hast du offensichtlich keine Auszeit aus der Szene genommen.

Nicht wirklich. Alle meine Freunde sind in der Metal- oder Rockszene aktiv, also bin ich damit immer irgendwie verbunden. Außerdem war Metal immer ein Teil meines Lebens. Nur weil ich mit der einen Band aufhöre, heißt das nicht, dass er dadurch verschwindet.

Glückwunsch zur Veröffentlichung des NECRONAUT-Debüts. Ich denke, das ist ein ziemlich solides Comeback mit einer beeindruckenden Reihe von Gastmusikern. Was hat zu der Entscheidung geführt, eben nicht alles selbst zu machen wie auf einem „echten“ Solo-Album? Oder sogar eine neue Band zu gründen?

Danke! Ich hatte keine Lust, direkt eine neue Band zu gründen, ich war 19 Jahre lang bei DISMEMBER. Die Herausforderung, einen Großteil der Instrumente selbst zu spielen, war gleichzeitig zweckdienlich und hat viel Spaß gemacht. Außerdem fand ich, dass es eine großartige Gelegenheit war, einige coole Gäste auf die Platte zu holen, was ich nicht machen konnte, seit ich so beschäftigt mit DISMEMBER war.

Du hast da sowas wie den Olymp der gegenwärtigen Metalszene als Unterstützung bekommen, gerade was den Gesang angeht. Wie lang hat es eigentlich gedauert, die Aufnahmesessions mit diesen ganzen unglaublich beschäftigten Typen zu planen? Wie lang hat der Aufnahmeprozess selbst gedauert?

Für die ganze Platte haben wir in etwa zwei Jahre gebraucht. Die Planung hat davon einen Großteil in Anspruch genommen, die Aufnahmen gingen dagegen recht schnell. Jeder Gastgesang und jede Gastgitarre ließ sich total entspannt auf Platte bannen. Du hast natürlich recht, all diese Menschen sind wirklich beschäftigt, aber sie haben alle getan, was sie konnten, um ihren Beitrag zu leisten, sobald sie Zeit hatten.

Ich halte JBs tolle Gesangsleistung in „Soulside Serpents“ für einen der herausragenden Momente des Albums. Was ist dein Lieblingsbeitrag zu „Necronaut“?

Ich stimme dir da zu, was seine Ausnahmeleistung angeht. „Soulside Serpents“ war der erste Song, den ich für das Album geschrieben hatte, und JB war der erste Sänger, den ich gefragt hatte, ob er auf dem Album singen wolle, weil ich wusste, dass er dieses Stück großartig machen würde. Aber ich denke, alle Songs sind gleich gut was die Sänger betrifft.

Das ist eine andere coole Sache über das NECRONAUT-Album. Ich mag alle Songs gleich viel, weil die verschiedenen Sänger den Stücken eine ganz unterschiedliche Note geben.

Gehen wir mal über zur Musik: Du bist jetzt nicht wirklich weit weg vom DISMEMBER-Sound, allerdings hat das Songwriting eine größere Hardrock-Schlagseite. Woher kommt das?

Hm, ich glaube die Inspiration kam ganz natürlich. Ich finde, es ist eher andersrum: Bei DISMEMBER hätte ich solche Stücke nicht schreiben können, weil sie nicht zur Band gepasst hätten. In diesem Fall konnte ich Songs schreiben, egal ob sie nach Death Metal oder Heavy Metal klangen. Deshalb habe ich den Sound auch so roh gehalten – um sicher zu gehen, dass aus all diesen verschiedenen Songs trotzdem ein Album wird.

Ich schätze nicht, dass wir NECRONAUT jemals live sehen werden. Fehlt dir das Touren nicht?

Das zukünftige Konzerte betrifft…. Wir werden sehen. Es ist keine einfache Aufgabe, alle zusammen zu bekommen, aber es wäre toll, sowas wie eine kleine Festival-Show mit allen involvierten Leuten zu machen. Mir fehlen die Konzerte, aber wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Vor allem, weil ich gerade eine Hardrock-Band namens DAGGER gegründet habe, zusammen mit David und Tobias von DISMEMBER und Tyrant von NIFELHEIM [Hört, hört! Allstar-Alarm! – Anm. d. V.].

Du warst damals einer der Mitbegründer des „Swedish Death Metal“-Sounds. Wie fühlt es sich an, überall auf der Welt zahllose Leute zu sehen, die Bands gründen, die genau wie GRAVE, ENTOMBED und DISMEMBER klingen?

Das finde ich ziemlich cool! Es ist schön zu sehen, dass es der Szene gut geht und dass das, woran wir beteiligt waren, so einen großen Einfluss hatte.

Wo wir gerade bei „Sweidsh Death Metal“ sind: Hast du das Buch mit den selben Titel von Daniel Ekeroth gelesen? Ich muss gestehen, dass ich das noch nachholen muss.

Es ist klasse! Ich hab es gelesen, besitze es aber selbst noch nicht. Wir sollten uns also beide mal unsere Ausgaben besorgen!

Ich neige dazu, Death Metal immer in die amerikanische und die schwedische Schule einzuteilen und ich glaube, dass ich damit ziemlich nah an der Wahrheit bin. Es gibt nicht viele Bands, die nicht in dieses Schema passen. Was hältst du von diesem eher technischen, superschnellen amerikanischen Sound?

Ich finde es cool, ziehe aber das skandinavische Modell vor. Der ultraschnelle Kram neigt dazu, ein bisschen zu eintönig für meinen Geschmack zu sein. Ich will Songs von einer Band, nicht bloß ein Geräusch. Allerdings mag ich CANNIBAL CORPSE. Die und IMMOLATION, also alte US-Bands, sind super!

Was sind deine Lieblingsbands, die so gar nix mit Metal zu tun haben?

NEIL YOUNG, JOHNNY CASH, ELVIS und NEW MODEL ARMY.

Nenn bitte zehn Alben die so schlecht sind dass sie niemals jemand hören sollte!

Das sind so viele, ich hab keine Ahnung, wo ich anfangen soll!!

Okay, das war’s von meiner Seite. Ich danke dir für deine Zeit und die Antworten. Letzte Worte, bitte!

Besten Dank. METAL!!

06.10.2010

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